Atheismus in der Schweiz
Diskussion

01.10.2006 17:10 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite «Gott ist im Schläfenlappen» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 01.10.2006 17:10 schrieb mrw:

Gemeinsahmes Erleben

Selbstverständlich haben die «Gotteserfahrungen» eine gemeinsame Ursache, aber eine rein biologische. Bei einer biologischen Ursache ist die Beschaffenheit selbstverständlich weltweit gleich. Wie die Alkohol- und Drogensucht. Auch dort unterscheiden sich die Erfahrungen abgesehen vom kulturellen Umfeld nicht. Du willst etwas hineininterpretieren, das nicht da ist.

Es gibt schlicht und einfach keinen Grund, Schläfenlappenepilepsien anders zu bewerten, als jede andere Form von Wahnsinn. Oder willst Du behaupten, dass in jedem Wahn eine höhere Wahrheit steckt?

«Religiöse Erfahrungen», Götter-, Geister- und Dämonenglaube hat sicher eine biologische Ursache: Die Angst vor dem Tod und dem Schicksal. Dämonenglaube im speziellen geht wohl zurück auf die biologische Angst vor wilden Tieren und dem gefressen werden. Worin sich wohl auch die Faszination für Horrorfilme gründet. Aber irgend ein Anzeichen auf eine «höhere Wirklichkeit» oder so, kann ich darin nicht erkennen, im Gegenteil, oftmals zeigen sich in Religion die niedersten Instinkte.

Auch bei Nahtoderfahrungen ist es dasselbe. Klar sieht jeder ähnliches, denn sein Hirn macht das gleiche durch, ob er nun in Timbuktu oder Grönland wohnt. Und selbstverständlich interpretiert das jeder mit seinem kulturellen Hintergrund. Das «Licht» übrigens ist meines Wissens ein Reiz im Sehnerv. Zumindest denke ich mal etwas in die Richtung gehört zu haben. Wenn es aber so ist, wäre damit auch klar, warum jeder ebendieses Licht sieht.

Du als Agnostiker hast grundsätzlich das Problem, das Du wohl vermuten kannst, das «da noch irgendetwas ist», aber Du kannst es nicht spezifizieren. Sobald du es spezifizierst, musst Du sozusagen einer Religion beitreten (oder eine gründen), die wiederum absolut unhaltbare Aussagen macht. Ist die Position des Atheisten da nicht viel ehrlicher, zu sagen, dass es keinerlei überzeugende Hinweise auf mystisches in irgendeiner Form gibt? Und solange es keinen Grund gibt, sein Weltbild zu verkomplizieren, sollte man das auch nicht tun (Ockhams Rasiermesser). Sollte es einen konkreten und überzeugenden Hinweis auf übernatürliches geben, kann man denen immer noch nachgehen, und nötigenfalls sein Weltbild erweitern.

Jedenfalls fügt sich die Tatsache der Schläfenlappenepilepsien und die Möglichkeit ihrer künstlicher Erzeugung nahtlos in das atheistische Weltbild, und bestätigt es zumindest tendenziell. Die Schlussfolgerung ist zwar nicht zwingend, aber zumindest sehr wahrscheinlich und vor allem widerspruchsfrei.

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