Atheismus in der Schweiz
Diskussion

03.10.2006 15:06 - Anonymus

Hier sind Diskussionen zur Seite «Gott ist im Schläfenlappen» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 03.10.2006 15:06 schrieb Anonymus:

Zu Libet

Penrose und Eccles haben dies meines Wissens nach getan.

Was den religiösen "Wahn" angeht.

Mal anders herum. Wenn ein Mensch im Sterben liegt, dann stößt das Gehirn gewisse Botenstoffe aus, die ihn überall auf der Welt die gleichen Dinge erleben lassen. Ob "Loslösung" vom Körper, Verbundenheit mit Allem oder was auch immer (offen lasse ich hier die Frage ob das rein biologisch ist oder nicht!). Der eine, denkt sich nun "wow, der Kerl, der die Blitze schießt, hat mir hallo gesagt". Der andere meint hingegen "ich habe meinen toten Großvater gesehen, wenn man tot ist kommt man in nen Topf voller Seelen"!. Die Auswirkungen sind natürlich unterschiedlich, aber jeder Mensch hat hier ähnliche Erfahrungen, die er auf unterschiedliche Weise interpretiert. Wenn man diese Erfahrungen durch LSD oder andere Drogen hervorrufen kann, hat man nichts bewiesen - und nochmal, das ist auch die Haltung der meisten seriösen Wissenschaftler auf diesem Gebiet!

Was Nahtoderfahrungen angeht, mag ich kein neues Thema aufmachen. Lies dich doch einfach mal ein, zu Empfehlen ist die Studie von Pin van Lommel aus dem Jahr 2001 (http://www.zarqon.co.uk/Lancet.pdf#search=%22van%20lommel%20lancet%20pdf%22) EIgentlich wollte ich nur zu diesem Thema hier kurz was schreiben und mich auch garnicht großartig anmelden. :)

Was Occam angeht. Ich für meinen Teil bezeichne mich lieber als Agnostiker, weil ich finde diese sind nicht so verbissen was Wahrheit anbelangt. Jeder Mensch biegt sich die Fakten so hin, wie sie ihm am besten passen, da sind Atheisten keine Ausnahme (Agnostiker übrigens auch nicht).

Ich will meine Punkte mal auf eine "kurze" Aussage zusammenfassen.

Es GIBT unerklärliche Phänomene, zumindest welche, die momentan noch unerklärlich sind. Darunter fallen einige Fälle der sogenannten Reinkarnationsforschung, einige Nahtoderfahrungen, aber auch manch andere Experimente in der Parapsychologie (z.B. das Anstarr-Experiment, welches 2004 auch an der Freiburger Uni durchgeführt und bestätigt wurde). Und genau das engt Occam auch sehr ein. Es geht nicht mehr darum, nur an ein "es könnte auch anders sein" zu glauben, sondern im Prinzip bleiben nur 2 Möglichkeiten offen. Entweder man kann diese Fälle auf natürliche Weise erklären, oder nicht. Nachdem ich mich sehr lange mit solchen Dingen beschäftigt habe, bleibt mir nur ein Schluss übrig. Entweder es handelt sich bei den stärksten Fällen um Betrug (Woher sollte ein 5-Jähriges Mädchen auch wissen, welche sexuellen Handlungen sie in ihrem angeblich vorherigen Leben mit ihrem Ehemann genau vollzogen hat, oder wie kann es 20 Verwandte "wiedererkennen" - Wiedererkennen funktioniert nämlich nicht nur über das Wissen, wie jemand aussieht) oder diese Leute sagen tatsächlich die Wahrheit. Sagen sie jedoch die Wahrheit, dann muss man sich fragen, ob man eine Theorie dafür anbieten kann. Reinkarnation, Seele usw. wäre EINE Hypothese, die es erklären kann, obwohl man natürlich wiederum nicht weiß, wie diese Dinge funktionieren. Es wäre aber zumindest ein sehr starker Hinweis darauf, dass unser momentanes Weltbild nicht alles erfassen kann - sprich man könnte die Frage einfach offen lassen aber sagen, wie es nicht sein kann. (nettes Buch eines bekannten amerikanischen Autors, "Old Souls" von Tom Shroder)

Genau in diesem Fall ist es schwer, Occam zu bemühen. Occam sagt, die "leichtere" Erklärung ist zu wählen. Die leichtere Erklärung aber ist nicht, einen Zufall von 1 zu 100000 anzunehmen, nur weil es keine Zusatzanforderungen benötigt. Dies wäre Immunisierung gegen Kritik und nebenbei auch eine Anforderung, der selbst Naturwissenschaft nicht gerecht wird. Hier wird niemals jede Möglichkeit ausgeschlossen bevor etwas als bewiesen gilt, sondern immer nur die plausibelste gewählt. Von diesem Punkt aus zurück zu solchen Erfahrungen. Angenommen solche Erfahrungen gibt es tatsächlich und zumindest die Autoren der Bücher lügen uns hier nichts vor. Das würde bedeuten, dass man entweder eine Erklärung über 1000 Ecken finden müsste (den in den meisten Fällen reicht Kryptomnesie usw. für sich allein nicht aus), oder doch Betrug vorwerfen muss, um nicht in "außergewöhnliche" Erklärungen abzurutschen.

Aber auch hier sollte man Occam ansetzen. Wie sinnvoll ist ein solches Vorgehen in jedem einzelnen Fall und tut man es vieleicht nur, weil es dem EIGENEN Weltbild widerspricht?

Wenn es also letztendlich darum geht, Quellen aus 2. Hand Glauben zu schenken, um dieses Problem zu beantworten, dann bleibt mir nur der Agnostizismus. Ich kenne keine Antwort darauf. Falls sie wahr sind gibt es wahrscheinlich eine höhere Wirklichkeit, falls sie lügen sind zumindest diese Fälle kein Hinweis darauf. Ich lasse die Frage offen, ich kann mich nicht für Ja oder Nein entscheiden. Wie du siehst gibt es durchaus handfeste Gründe wieso ich Agnostiker bin. Und es gibt momentan zumindest durchaus Hinweise darauf, dass man solche Fälle nicht einfach so erklären kann, auch wenn es natürlich nicht "genug Beweis" für die ist, die daran zweifeln, wohl aber ausreichen für die, die eh daran glauben wollen.

Einen interessanten Fall kenne ich auch noch. Ein skeptischer indischer Kriminologe ging der Behauptung eines kleinen Jungen nach, er sei in seinem damaligen Leben bei einem Autounfall gestorben. Er nahm Schriftproben und verglich sie mit den alten Schulheften der angeblichen "früheren Inkarnation". Ergebnis? 100% Übereinstimmung, was einem identischen Fingerabdruck gleichkommt - andere Experten bestätigten dies. Was soll ich nun davon halten? Ich kann davon nicht viel halten außer, dass diese Informationen aus 2. oder 3. Hand stammen und ich mich somit eines Urteils enthalten muss.

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