Atheismus in der Schweiz
Diskussion

21.11.2006 12:01 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite «Gott ist im Schläfenlappen» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 21.11.2006 12:01 schrieb mrw:

Antwort an Anonymous

Offenbar kennst Du vollkommen andere Quellen als ich, denn ich habe noch nie von «seriösen» Quellen gehört, zumindest nicht von solchen, die eindeutige Aussagen zulassen. Ich vermute allerdings eher, dass Du weniger hohe Ansprüche an die Seriosität von Quellen stellst.

Vielleicht sollten wir erst einmal klarstellen, wovon wir reden und auf den Einzelfall eingehen statt nur allgemein von «überzeugenden Beweisen» aneinander vorbei zu reden. Dabei ist es für mich auch schwierig, wenn Du Referenzen nennst, die ich schwer selbst beurteilen kann. Alles was ich tun kann ist, sie zu überfliegen und zu lesen, was andere über Deine Quellen schreiben.

Nahtoderfahrungen

Nahtoderfahrungen: Die gibt es zweifellos, nur sollte man dabei nicht aus den Augen verlieren, dass sich der Mensch in so einem Fall zwar in einer körperlichen Extremsituation befindet, aber nicht wirlich tot ist. Für die üblichen Berichte, Lichterscheinung und neben dem Körper stehen, gibt es durchaus biologische Erklärungen. Ich kann mir auch gut denken, dass in einem solchen Fall die Sinne ausserordentlich geschärft sind und der Beinahtote in seinem Unterbewusstsein aus Gesprächen und Geräuschen Informationen aufnimmt, von denen man im Nachhinein erstaunt feststellt, dass er sie gar nicht hätte wissen können. In einem Spital z.B. Informationen darüber, wer gerade im Nebenzimmer verstorben ist, oder so ähnlich.

Anstarr Experimente

Zur Studie mit den Anstarr-Experimenten: Wirklich aussagekräftig ist diese Metastudie nicht. Grundsätzlich will ich irgendeine Form von sechstem Sinn nicht ausschliessen, aber diese Studie reicht für eine solche Annahme nicht aus. Hingegen würde ich es befürworten, dass man Forschungsgelder zur Verfügung stellt, um solche Fänomene wissenschaftlich seriös zu untersuchen. Es wäre ein Fehler zu denken, wir wüssten bereits alles. Jedes Fänomen ist grundsätzlich einmal Teil unserer materiellen Welt und als solches auch untersuchbar. zu bedenken geben möchte ich allerdings auch, dass die Metafysik einst Teil der Wissenschaft war, aber verschwunden ist, weil sie wohl nicht zu Resultaten geführt hat. Das mag daran liegen, dass es keine «Metafysik» gibt, oder aber auch daran, dass man falsche Methoden angewendet hat.

Zur Reinkarnation siehe weiter unten.

Spekulationen

Experimente, wie Quanten-Beamen, Verschränkung, usw. lassen natürlich viel Raum für Spekulationen. Nur verlässt man hier den Boden des gesicherten Wissens und begibt sich in die Welt wilder Spekulationen. Holografische Universen, Multiversen, Matrix, usw. sind weiter wilde Spekulationen. Solange man sich bewusst ist, dass man sich im Bereich der wilden Spekulation befindet, habe ich gar nichts dagegen, im Gegenteil, auch ich spekuliere gern über das gesicherte» Wissen hinaus. Nur basiere ich meine Lebenseinstellung und meinen Lebenswandel nicht nach solchen Spekulationen.

Fazit

All das kratzt aber nicht am materiellen Weltbild, zumindest dann nicht, wenn man Energie und Materie als Einheit versteht. Viele machen den Fehler, zu behaupten, man hätte nun bewiesen, dass Materie eine Energieform ist (das stimmt) und dass Energie gleich Geist sei (das ist falsch), und daraus die falsche Schlussfolgerung ziehen, dass alles Geist sei, oder dass zuerst Geist gewesen sei. Energie ist nicht Geist! Energie ist genauso geistlos wie Materie. Erst die richtige Kombination aus Energie und Materie verbunden mit einer langen evolutionären Entwicklung erzeugt Geist. Allerdings ist die Fähigkeit, Geist zu produzieren eine inhärente Eigenschaft unseres Universums.

Selbst wenn sich zeigen sollte, dass Geist unabhängig von Materie bestehen kann, so heisst das noch lange nicht, dass es irgendeine intelligente oder gar steuernde Form von Geist nebst der Materie geben würde, oder gar der Geist in einem bewussten Akt die Materie geschaffen hätte. Insbesondere wenn man den Geist in die Welt der Quanten verlagern möchte (wie z.B. Penrose), bleibt nur eine grosse Ohnmacht des Geistes übrig, denn Quanten haben keine messbaren Makroskopischen Effekte, deshalb hat man sie auch lange nicht entdeckt. Das heisst, der Atheismus, wie er auf dieser Seite vertreten wird, würde sich sogar mit einem Dualismus vertragen. Aber vorläufig sehe ich keinen Grund, den Materialismus zu Gunsten eines Idealismus aufzugeben.

Reinkarnation

Reinkarnation: Ich habe versucht, Deinen Quellen etwas zu folgen und nehme sie einfach mal zu Kenntnis. Die Glaubwürdigkeit der Quellen kann ich nicht wirklich nachprüfen. Was mir allerdings verdächtig vorkommt: Wenn die Reinkarnationsforschung angeblich so wissenschaftlich ist, warum lese ich z.B. im Spektrum der Wissenschaft nichts darüber, oder im wissenschaft.de-Newsticker? Auch Quellen im Internet sind – abgesehen von konkreten Verweisen auf Buchbestellungen – sehr spärlich gesäht. Kaum jemand schreibt z.B. etwas in Deutsch über Tom Shroders Buch. Selbst die Wikipedia erwähnt Shroder nur im (bescheidenen) Artikel über einen Ian Stevenson. Alles in allem erscheint mir die «Reinkarnationsforschung» eher als esoterische Randerscheinung, denn als etablierte wissenschaftliche Disziplin. Von daher ist meinem Anspruch an Glaubwürdigkeit der Quellen nicht Genüge getan. Sogar dieser kleine Diskussionsbeitrag auf atheismus.ch erscheint in Google bei der Suche nach "Old Souls" Tom Shroder auf der ersten Seite, an zehnter Position. Beschränke ich die Seite auf Deutsch, kommt ausser dieser Seite hier, der Wikipedia und etlichen Buchwerbungen einzig und alleine eine einzige deutschsprachige Seite zu dem Thema: http://www.mutual-mente.com/reinkarnation/reinkarnation.html. Viel Fleisch ist da nicht an dem Knochen. Ich hätte erwartet, dass es kontroverse Diskussionen um so ein Buch gibt, und sich seriöse Wissenschafter damit auseinander setzen. Das scheint nicht der Fall. Mein Fazit: Absolut unglaubwürdig.

Zitat aus Deinem Verweis http://www.mdr.de/doku/1056668-hintergrund-1032684.html:

Viele Faktoren sprechen gegen Reinkarnation – aber alle?
Das sieht Professor Paul Edwards von der New School of Social Research in New York anders. Er bezweifelt die Glaubwürdigkeit der Aussagen der Kinder, weist Stevenson in einzelnen Fällen suggestive Fragestellungen nach und macht falsche Übersetzungen als Fehlerquelle aus. Als Ursachen für die Behauptungen der Kinder nennt Edwards eine oft religiöse Erwartungshaltung bei den Eltern, Geltungsbedürfnis und manchmal auch nur simple Geschäftemacherei. Sein Fazit: "Stevensons Hauptproblem ist, dass er die (angeblichen) Fälle von Wiedergeburt nicht erforschen, sondern beweisen will …"
Tatsächlich sprechen entscheidende Faktoren gegen Reinkarnation. Über 90 Prozent aller bekannten Fälle von Kindern, die sich an ein Vorleben erinnern wollen, ereignen sich in Regionen, in denen Wiedergeburt zum Glauben gehört. Wäre Reinkarnation tatsächlich ein Teil der menschlichen Existenz, müssten sich die Fälle eigentlich ohne Rücksicht auf die Religion der Eltern ereignen.
Aber selbst Sprachbarrieren und Landesgrenzen überspringen die "wandernden Seelen" nur in Ausnahmefällen. Tatsächlich liegen der Ort des Todes und der Wiedergeburt bei überwiegenden Teil aller bekannten Fälle nicht weit auseinander.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Wiedergeborenen nahezu ausnahmslos keines natürlichen Todes gestorben sind - also unter Umständen, über die "geredet" wird, ja, die in vielen Fällen sogar in der Zeitung beschrieben werden. Indizien, die zumindest erklären könnten, wie ein Teil der Informationen zu den Kindern kommt. Und doch, die Zweifel bleiben.

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