Atheismus in der Schweiz
Diskussion

27.08.2007 23:52 - mrw

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Diskussionsbeitrag:

Am 27.08.2007 23:52 schrieb mrw:

Freier Wille? Antwort an Isabelle Rohner

Ob der Mensch einen freien Willen hat, und wie weit der geht, ist eine ganz andere Frage. Wie bereits Schopenhauer bemerkte, kann der Mensch zwar tun, was er will, aber nicht wollen, was er will. Wir haben keinen Einfluss darauf, was wir sind und was wir wollen. Ich kann z.B. nicht entscheiden, dass ich an einen christlichen Gott glauben will. Das geht einfach nicht, weil ich weiss, wie absurd das ist. Die Entscheidung Atheist zu sein, ist nicht eine freie Entscheidung, sondern das zwingende Resultat von eigener Denkleistung und der Bewertung von Wissen und Fakten. Auch die Frage, ob ich mich aktiv gegen das Christentum einsetzen soll, ist nicht einfach das Resultat meines freien Willens, sondern entspringt notwendigerweise der Erkenntnis, welch schädlichen Einfluss Religion auf die Menschheit hat. Erkennt man diesen schädlichen Einfluss nicht, droht die Gefahr der religiösen Toleranz, welche dann wiederum die Freiheit beschränken kann, und so wiederum antireligiöse Gegenreaktionen hervorruft. Zwangsläufig und ohne freien Willen unterstellen zu müssen. Oder nimm die Christen: Praktisch alle sind Christen geworden, weil sie in einer christlichen Umgebung aufgewachsen sind. Wären sie in einer jüdischen, moslemischen oder buddhistischen Umgebung aufgewachsen, würden sie ihre religiösen Gefühle (sprich: ihre hyperaktiven Schläfenlappen) als genauso überzeugte Juden, Moslems oder Buddhisten ausleben, wie sie nun überzeugte Christen sind. Wer tatsächlich die Religion wechselt, z.B. in christlicher Umgebung aufwächst und zum Buddhismus konvertiert, der tut das, weil er mit der eigenen Tradition unzufrieden ist. Zufriedenheit ist aber keine Willensentscheidung: Man kann nicht mit dem Christentum zufrieden sein, weil man es will, sondern man ist es, oder man ist es nicht. Somit wechselt man die Religion nicht, weil man will, sondern weil man muss.

Wir empfinden unseren Willen zwar als frei. Dabei sind wir aber voreingenommen, denn wir beobachten uns selbst. Wenn man seine eigenen Handlungen immer weiter hinterfragt, bleibt plötzlich nicht mehr viel vom freien Willen übrig.

Wenn wir, wie Du behauptest, «den Plan Gottes erfüllen», dann ist unser Wille nicht frei, sondern er unterliegt einem «göttlichen Plan». Siehe hierzu auch: Kein freier Wille im Christentum!

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