Atheismus in der Schweiz
Diskussion

10.01.2008 23:45 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite «Argumente» gesammelt.

Nur angemeldete Nutzer dürfen mitdiskutieren.
Diskussionsbeitrag:

Am 10.01.2008 23:45 schrieb mrw:

Glaube und Wissen: Hast einen ziemlich guten "Vortrag" darüber gehalten.

Danke für die Blumen, aber …

Doch Wissen heisst, sich sicher sein (Irrtum ausgeschlossen). Aber weil es nicht sicher ist, kann man auch nur meinen, das man etwas Weiss. Somit, glaubt man an das, und weiss es nicht.

Immernoch falsch. Du hast überhaupt nicht verstanden, was ich sagen wollt. Es gibt nicht nur «wissen» und «glauben», sondern unendlich viele Abstufung dazwischen. Absolutes Wissen kann ein Mensch naturgemäss nie erwerben. Aber mit wissenschaftlicher Erforschung unserer Welt können wir sehr nahe daran kommen. Das ist etwas vollkommen anderes, als «glauben», denn Glaube ist 100% Nichtwissen! Du kannst nicht sagen, «entweder 100%ige Sicherheit oder glauben», das ist eine falsche Alternative.

Glaube ist immer schlecht. Er bedeutet «nicht wissen» und «nicht wissen wollen».

… aber pass auf oft ist sie der Anfang vom Ende des Glaubens.

Weshalb sagst du mir das? (aus pflicht?, aus freundlichkeit?, als drohung?, als vorwahrnung?, oder nur zum sehen, wie ich reagiere?

Von allem etwas, aber vor allem solltest Du Dir klar werden was Dein Ziel ist, wenn Du hierher kommst, und was die Konsequenz sein könnte, wenn Du Dich ernsthaft mit diesen Fragen auseinandersetzt.

Du hast vergessen mir eine E-mail zu schicken

Nicht wenn Du die korrekte E-Mail-Adresse angegeben hast! Zurückgekommen ist jedenfalls keine Fehlermeldung. Schau nochmals nach, auch in Deinem Spam-Ordner.

hey, seit wann heisse ich anonymous?

Seit Du das Feld nicht ausfüllst und Dich nicht einloggst. ;-)

Wiederlegung der widerlegung_des_schöpfungsmythos

Wenn Du auf einen Artikel oder Diskussionsbeitrag auf einer anderen Seite antworten willst, dann tu das bitte auf der jeweiligen Seite und kopiere nicht alles hierher. Sonst geht der Zusammenhang verloren!

Ein Schöpfergott, der den Menschen geschaffen hat, ist allein verantwortlich für alle Gestaltungsmerkmale der Menschen.

Falsch: Durch den freien Willen, kann der Mensch selbst entscheiden, ob er gut oder böse sein will.

Falsch, denn der freie Wille ist auch ein Gestaltungsmerkmal, das vom Schöpfer vorgegeben wurde. Wenn der Mensch Böses tun will, dann nur deshalb, weil ein Schöpfergott ihm den Hang zum Bösen gegeben hat. Wenn ich einen bewaffneten Roboter baue und dieser erschiesst einen Menschen, dann bin ich als Schöpfer dafür verantwortlich, denn ich habe die Waffe eingebaut.

Der freie Wille und Egoismus oder Bösartigkeit sind ganz verschiedene Eigenschaften, die nichts miteinander zu tun haben. Ein allmächtiger Schöpfergott könnte den Menschen einen freien Willen geben, ohne jeden Hang zur Bösartigkeit.

Falsch: Der Mensch hat den freien Wille, auch wenn Gott allwissend ist. Es widerspricht sich erst, sobald der Mensch allwissend ist. Denn dadurch kennt er seine Zukunft und müsste genau nach dem Leben.

Nein, das ist falsch. Wenn Gott weiss, was Du morgen tun wirst, dann hast Du morgen keine Alternative. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob Du selbst es weiss. In dem Moment, wo irgendjemand (oder etwas) Deine künftigen Taten kennt, kannst Du nicht mehr frei entscheiden.

3. Wenn ein Gott die Menschen erschafft, hat er keinerlei Interesse daran, seine Existenz zu verbergen.

Falsch: Gott offenbart sich meistens nur seinen "Freunden". Das heisst: Denjenigen, die an ihn glauben und nach seinem Wort leben.

Das wäre schlicht und einfach nur dumm und sinnlos. «Glaube» ist ein schlechtes Konzept, denn Glaube beruht zu 100% auf Unwissenheit, auf purer Vermutung. Ein Gott, der von Menschen verlangt sie sollen ihr Leben auf eine pure Vermutung ausrichten, wäre ganz schön blöd. Sinnlos ist es vor allem deswegen, weil es überhaupt nicht notwendig ist. Gott müsste und nicht in der Unwissenheit eines Glaubens lassen, er könnte und wissen lassen! Damit wäre es auch seine Pflicht.

Du bist indoktriniert von der christlichen Irrlehre. Dir hat man von klein auf beigebracht, dass Glaube etwas Gutes sei. Aber das ist falsch. Glaube ist nicht gut sondern schlecht. Was soll gut daran sein, wenn man etwas nicht weiss, was man eigentlich wissen könnte?

4. Die Welt ist dermassen unperfekt, die Menschen so voller Fehler, dass ein Gott, der dies alles erschaffen hätte, ein totaler Versager wäre.

Falsch: Die Menschen sind die, die das Chaos verursacht haben.

Der Mensch ist angeblich Gottes Werk. Wenn das so ist, dann hat Gott die Menschen gemacht und die Menschen das Chaos, also ist Gott die Ursache des Chaos. Gott hätte versagt.

Durch den freien Willen, konnten sie entscheiden zwischen gut und böse.

Erstens war es Gottes Entscheidung, den Menschen den freien Willen zu geben. Man könnte und müsste durchaus darüber diskutieren, ob das richtig war, wenn man an Gott glauben würde. Offenbar hat Gott dem Menschen zwar den freien Willen gegeben (obschon Schopenhauer und vor allem die aktuelle Hirnforschung den freien Willen sehr in Frage stellen, er vielleih nur eine nützliche Illusion ist), aber Gott hat es offensichtlich versäumt, dem Menschen die Fähigkeit zu geben, den freien Willen sinnvoll zu nutzen und die damit verbundene Verantwortung zu tragen. Es hat Jahrtausende gedauert, bis der Mensch aus eigener Kraft auf den Stand gekommen ist, den der Humanismus (nicht das Christentum) uns gebracht hat: Gleichberechtigung, Demokratie und Religionsfreiheit!

Durch den freien Willen, konnten sie entscheiden zwischen gut und böse.

Nein, diese Aussage ist falsch. Gott wollte nicht, dass der Mensch zwischen gut und böse unterscheiden könne, darum hatte er Adam und Eva verboten von der entsprechenden Frucht zu essen!

Eigentlich wollte Gott ja schon, dass der Mensch die Frucht esse, um ihn bestrafen zu können, denn in seiner Allwissenheit wusste er ja, wie Adam und Eva sich entscheiden würden. Auch ohne Allwissenheit hätte er sich denken können, dass der Mensch zu neugierig ist, um eine Ewigkeit im Paradies zu leben, ohne von der verbotenen Frucht zu kosten. Aber das habe ich unter Adam und Eva abgehandelt.

5. Die Dinosaurier machen in der Schöpfung keinen Sinn. Historisch gesehen ist man genau wegen den Sauriern und anderen Fossilienfunden von der Theorie der Schöpfung abgekommen.

Weshalb machen die Dinosaurier keinen Sinn? Gott erschuf sie wie alle anderen Tiere auch, bei der Sintflut starben sie und wurden zu Fossilien. Alles passt zusammen.

Nein, es passt mehrfach nicht. Erstens wurden bei der Sintflut angeblich alle Tiere gerettet. Zweitens lebten die Saurier niemals gemeinsam mit den Menschen. Drittens sind nicht alle Saurier auf einmal ausgestorben, sondern es hat immer wieder neue Arten gegeben und andere sind ausgestorben. Selbst heute sterben noch Tierarten aus (woran der Mensch nicht ganz unschuldig ist — leider sind wir schneller im Ausrotten, als die Evolution im Nachliefern).

Dies war ein Problem, das bereits zu Darwins Zeit heftig diskutiert wurde. Man hatte Fossilien entdeckt und herausgefunden, dass immer wieder neue Tierarten hinzu kamen und andere ausstarben. Das liess sich nicht mit dem biblischen Schöpfungsbericht in Einklang bringen. Man nahm erst an, dass Gott die Welt mehrmals neu erschaffen und wieder vernichtet habe. Dann war man bei so ca. 70 Neuschöpfungen angelangt, als endlich Darwin die rettende Idee hatte, wie es sich tatsächlich abgespielt haben könnte. Die Schöpfungslehre war am Ende noch bevor Darwin die Evolution entdeckt hatte!

Jeder primitive Volksstamm hat seinen Mythos über die Entstehung der Menschheit.

Welche Mythen meinst du denn?

Viele. Irgendwo aus Asien (China) gibt es eine Geschichte von einem Urwesen, das starb und aus ihm krochen die Menschen wie Würmer, das Fleisch wurde zur Erde, oder so ähnlich (ist einige Jahre her, seit als ich die Geschichte hörte). Bei den Griechen waren es die Titanen nicht die Götter, die die Welt schufen, u.s.w. — Jede Kultur hat ihre eigene Geschichte erfunden.

Woher kommt bei der Evolution das Universum, die Atome die in so grossen Mengen vorkommen? Der Schöpfergott ist viel einfacher zu erklären. Es steht geschrieben im Buch der Bücher. (gemeint ist die Bibel(V0.99:-D).

Weder kann ich Dir die Antwort darauf geben, noch ist Deine Antwort befriedigend. Erstens hat die Bibel viele Fehler und Mängel, zweitens ist die Beschreibung Gottes und vieler anderer Begebenheiten in der Bibel sehr sehr unbefriedigend. Woher kommen z.B. die Engel? Antwort mit Bibelzitat, bitte. Die sind nämlich ohne Beschreibung einfach da. Warum? Wohl weil in der damaligen Zeit ein Engel eine typische Märchenfigur war, die man nicht weiter erklären musste. Es gibt absolut keinen objektiven Grund, die Bibel anders zu behandeln, als die Illias oder Gebrüder Grimms Märchen.

Ein Schöpfergott ist alles andere als einfach, er ist ein denkendes Wesen mit allerhand zugedichteten fantastischen und komplizierten Eigenschaften, wie Allmacht und Allwissenheit, die zu vielen Schlüssen führen, die der Logik widersprechen.

Ich hingegen mache erst mal keine konkrete Aussage über das, was vor dem Urknall war. Niemand weiss es. Alles andere wäre unehrlich. Ein kluger Mensch kennt auch die (momentanen) Grenzen seines Wissens. Wenn ich eine Vermutung aufstellen soll, nehme ich an, es war irgendein quantenmechanischer Urzustand, aus dem wir hervorgegangen sind. Vielleicht geht ein Universum aus dem anderen hervor. Irgendetwas aus Energie oder Naturgesetzen vielleicht? Auf jeden Fall käme ich nie auf die Idee, an den Anfang einen denkenden und handelnden Geist zu setzen, denn sonst müsste ich erklären, woher dieser kommen soll. Wieso soll es am Anfang der Zeit ein denkendes und handelndes Wesen gegeben haben, wo wir doch hier sehen, dass denken nur als Resultat einer langen Evolution möglich ist? Wie soll ein Wesen ohne Evolution «einfach da sein» und denken können? Mit «Gott» wird nur eine Scheinantwort dazwischen gestellt. Wenn «Gott» der Ursprung sein soll, ist die neue Frage zwangsläufig «woher kommt Gott?» Und wenn Du meinst, mit «Gott» einen Grund für den Anfang erfinden zu müssen, dann bist Du mir auch einen Grund, eine Ursache für «Gott» schuldig!

Was mich hingegen am meisten fasziniert und erstaunt ist, dass es überhaupt irgendetwas gibt, und nicht einfach «nichts». Damit meine ich nicht nur, warum es Menschen gibt, sondern warum gibt es Materie, Zeit, Raum, Energie, Quanten? Und falls es einen Gott geben sollte, warum gibt es einen Gott? Das ist die einzig wirklich interessante Frage, und auf die hat auch die Bibel keine Antwort.

Hier können allgemeine Diskussionen zum Thema Atheismus stattfinden, die sich nicht direkt auf einen Artikel beziehen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gelten die Teilnahmebedingungen.

Dies sind keine redaktionellen Beiträge! Hier melden sich die Gäste von atheismus.ch zu Wort.

Ein neues Thema starten: Neues Thema eröffnen.

Nur angemeldete Benutzer können antworten.
Seitenzugriffe seit 19.01.2009: hier: 1327, atheimus.ch insgesamt: 1218635
Wiki-Verweis auf diese Seite: [[:10_diskussionsforum:00_seiten:03_argumente:zzzz200801102345mrw:00_index]]
Nächste Seite