Atheismus in der Schweiz
Diskussion

16.01.2008 14:51 - mrw

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Diskussionsbeitrag:

Am 16.01.2008 14:51 schrieb mrw:

Hallo JW

Danke für die Blumen. In einem Punkt muss ich Dir aber doch widersprechen:

Wie ich sehe ist dir allerdings die Moral noch nicht zum Problem geworden und du vertrittst weiterhin die christliche Moral. Es gibt nämlich keine Moral, die auf Vernunft begründet ist.

Das ist doppelt falsch. Wie der Artikel Europa ist christlich ausführt, ist das, was uns die Christen als christlich verkaufen wollen erst im Kampf gegen die Religion entstanden. Unsere westliche Moral basiert weitgehend auf antiken und humanistischen Werten. Wie die christlichen Werte aussehen hat man im Mittelalter erlebt, heute erlebt man es ähnlich bei den afghanischen Taliban und den Saudis.

Das Christentum stellt Gott in den Mittelpunkt. Der Mensch ist unwichtig, das Leben nur vorübergehend. Ziel ist einzig die Vorbereitung auf das Jenseits. Der Humanismus hingegen stellt den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Das Leben hier ist unser einziges, also sollen wir es geniessen und das Beste daraus machen. Diese Einstellung ist durch und durch unchristlich.

Warum stellt der Mensch Regeln für das Zusammenleben auf, genannt «Ethik», «Moral», «Gebote» oder «Gesetze»? Nur aus dem einen Grund, weil es für das soziale Zusammenleben unabdingbar ist. Das Verhalten der einzelnen Menschen muss sich innerhalb eines gewissen Rahmens bewegen, dass die Gruppe als ganzes überleben kann. Im Hinblick darauf soll dieser Rahmen aber auch so weit wie möglich abgesteckt sein, das heisst, die individuelle Freiheit soll so wenig wie nötig eingeschränkt werden. Auch diese Einstellung ist sehr areligiös, denn die Religionen wollen im Gegensatz dazu möglichst viele Vorschriften machen. Wenn sie können, schreiben sie regelmässige Gebete vor, Kirchgänge, Fastenzeiten, die bei Todesstrafe einzuhalten sind, geheiligte Sonntage, deren Verletzung mit Steinigung zu bestrafen ist, u.s.w.. Nein, von der christlichen Unmoral sind wir weit entfernt, im Gegenteil: Die Verehrung des biblischen Gottes und Moral schliessen sich gegenseitig aus. Wer einen blutrünstigen Tyrannen verehrt, der hat nicht das Recht, von Moral zu sprechen! Im Gegensatz dazu stehen unsere vernunftbegründeten Gebote des Humanismus auf einer durchaus soliden Basis: Ziel ist es, das menschliche Zusammenleben bestmöglich zu gestalten.

Das Gute ist keine Frage der Wahrheit, sondern der Wertschätzung.

Unser Verständnis von der Wahrheit gibt vor, was wir als Gut und was als Schlecht einschätzen. Wenn wir glauben, die Wahrheit sei die Existenz eines tyrannischen und selbstsüchtigen Gottes, der um jeden Preis verehrt werden will, und dass Ungläubige mit einem Mühlestein um den Hals in einem Brunnen versenkt werden sollten, dann werden wir uns auch entsprechend verhalten, und dieses Verhalten als richtig beurteilen. Glauben wir hingegen nicht an Wunder, sondern dass jedes Leben für sich genommen das höchste ist, das es je gegeben hat und das einzige, dass man kriegt, dann werden wir dem Leben auch eine viel höhere Wertschätzung entgegenbringen.

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