Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Die vernunftbegründeten Gebote des Humanismus (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 12.06.2010 10:07 schrieb mrw:

Am 11.06.2010 22:24 schrieb sophieamrain:
Es hat seinen guten Grund, dass in unseren Gesetzbüchern hauptsächlich Verbote stehen, und nicht Gebote.

Der Unterschied liegt in der Anwendung: Ein Verbot ist eine Reaktion auf einen tatsächlichen Missstand. Ein Gebot ist eine ethische Leitlinie, nach der man seine Lebensgestaltung ausrichten kann, und die auch auf Fragen Antwort geben kann, die bisher noch nicht berücksichtigt wurden.

Die Goldene Regel reicht doch. Die ist universell, es gibt sie in passiver und aktiver Form:
Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.

An dieser Aussage gibt es schon auch einen heiklen Punkt:

Es wird von den Bedürfnissen der eigenen Person auf andere geschlossen. Die Regel berücksichtigt nicht, dass andere Personen andere Bedürfnisse haben können.

Meine Empfehlung für eine einzige «Goldene Regel», wenn man das auf eine einzige reduzieren will, lautet daher:

Respektiere Deine Umwelt

Das ist sehr umfassend. «Umwelt» beinhaltet die Menschen, aber auch Tiere, Pflanzen, Natur, ja den ganzen Planeten und darüber hinaus. «Respekt» bedeutet, dass man eben nicht von den eigenen Wünschen ausgeht, sondern die Wünsche und Bedürfnisse der andern respektiert.

Anders als bei «Liebe Deinen Nächsten» verlangt die Regel keine «Liebe». «Liebe» ist ein Gefühl, eine Emotion, die sich nicht kontrollieren lässt, und die auch schnell in Hass umschlagen kann. «Respekt» hingegen ist eine Vernunfthandlung, für die man sich bewusst entscheiden kann. Und «Deinen Nächsten»1) ist immer auch einschränkend: Was ist mit mit dem Fernsten? Was ist mit «Nicht-Personen», z.B. Tieren oder der Natur?

Darum einfach: «Respektiere Deine Umwelt».

Erstmals hier formuliert: Universale Ethik

Wer gern mehr und genauere Regeln hat, atheismus.ch sammelt solche unter: Die vernunftbegründeten Gebote des Humanismus

Dann muss man sich noch darüber im klaren sein, dass alles Leben auf diesem Planeten einen gemeinsamen Ursprung hat, was einen gewissen Respekt gegenüber anderen Lebewesen bedingen sollte.

Darum meine Regel; und interessant ist, dass auch Du das Wort «Respekt» verwendest.

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1) «Deinen Nächsten» oder wie auch immer man das ausweitet, «Deinen Nächsten und Fernsten», etc.
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