Re: Die vernunftbegründeten Gebote des Humanismus (ich_bin_der_ich_bin)
Am 16.03.2009 20:52 schrieb ich_bin_der_ich_bin:
Ich musst mich ja auch mal damit befassen und finde es interessant, dass alle Regeln etwa gleich stumpfsinnig sind, weil die Lebendigkeit gerne verloren geht wenn man so etwas wie Regeln aufstellen muss. Lustig finde ich auch, dass solche Regeln immer auch sich selbst widersprechen und diese schönen menschlichen Dilemmen produzieren, mit denen man sich dann im Denken herumschlagen kann.
Achte die Menschenrechte.
Es gibt metaphysisch kein Recht des Einen vor dem Anderen und somit hat auch keiner das Recht so etwas wie ein Recht aufzustellen. Mir gefällt der Name Gesetz besser, denn es wurde vom Menschen gesetzt und wird jetzt mittels Gewalt gegen Innen = Polizei und Gewalt gegen Aussen = Militär durchgesetzt, nur um die willkürlichen Machtstrukturen weiter aufrecht zu erhalten, die sich da in der Vergangenheit illegal gegründet haben.
Lerne viel eher lieben, dass ist es, was dem Menschen verloren ging!
Achte die Gesetze, sofern sie nicht gegen die Gebote des Humanismus verstossen.
Klingt schön. Aber was ist jetzt wichtiger? Die Gesetze die man sich selbst erstellt oder die Gesetze des Humanismus und äääh? Wodurch unterscheiden sie sich?
Wehre Dich gegen Gesetze, die einzelne Menschen oder Gruppierungen bevorzugen.
Wie sieht das mit der Gruppiertung wie z.B. der öffentlichen Gesellschaft aus, die an die Gesetze glaubt und diese erschafft und anwendet? Z.b. durch die Diktatur der Masse, oder soll ich ihr Demokratie sagen? Diese reine Willkür Diktatur. Darf also eine Gruppe von Gesetzlosen sich gegen Gestze wehren, welche die öffentlichrechtliche Gesellschaft bevorzugt????????? (Findet man als Humanist nicht, dass dieses Gebot völliger Stumpsinn ist???) Und wie kommt man überhaupt darauf, dass 6'999'999'999 Personen jemandem sagen dürfen, was dieser in seiner Existenz tun darf und was nicht? Freiheit ist Freiheit und nicht eine durch jemand anders legitimierte Freiheit!
Wehre Dich gegen Gesetze, die den einzelnen Menschen unnötig einschränken.
Hi hi hi, jedes Gesetz schränkt unnötig ein. Was Not tut, und was nicht, ist ein rein subjekives Konstrukt. Derjenige, der durch ein Gesetz eingeschränkt wird, empfindet das immer als unnötige Einschränkung, sonst würde er es ja gar nicht übertreten, wenn das Individuum diesen Freiheitsgrad ausleben würde. (Man denkt halt kurz als Humanist, nicht?)
Wehre Dich gegen Gesetze, die wirtschaftliche Interessen über den Erhalt der Natur stellen.
Jawohl, schaffen wir die freie Marktwirtschaft ab, so wie alle Gesetze, welche dieses Übel unterstützen. Soll sie doch zu Grunde gehen. Nicht mehr wir, der Human, somdern die Natur ist jetzt König! (Darum verwerfen wir die Humanistischen Gesetze und machen jetzt Naturgesetze ta taaa!!!)
Achte deine Mitmenschen.
Genau verwirkliche die diamantene Regel des Irrsinnigen.
Behandle alle Mitmenschen gleich.
Den Mörder und Terroristen genau so wie Dein eigenes Kind und Deine grösste Liebe? (Rhetorische Frage)
Gestehe Deinen Mitmenschen mindestens die gleichen Rechte zu, wie Dir selbst.
Das wird schwierig, weil wir dem Irrtum z.B. von Eigentum frönen. Wenn ich etwas besitze, kann es kein anderer besitzen. Wenn ich z.B. Land kaufe um mein Haus darauf zu stellen und ich daran alle (möglichen) Rechte habe, dann hat auch jeder andere die gleichen Rechte an meinem Haus und meiner Frau, (auch sexuell?). HHm, ich denke wir bleiben besser bei den 10 Geboten, nehmen die Vier weg, die direkt mit Gott zu tun haben und dann haben wir die besseren Leitplanken, als diejenigen, die einem da der Humanismus zu geben versucht.
Hilf, wo Du kannst
Ein toller Satz, aber ich kann praktisch überall helfen, wenn ich nur wollte. Wie kann ich da noch arbeiten?
Schränke Deine Mitmenschen nur dann ein, wenn sie Dich allzusehr beeinträchtigen.
Aha. Ein ganz interssanter Satz, vor allem wenn einem bewusstw ird, dass es kein recht des Einen vor dem Anderen gibt. Wie komme ich also darauf, dass ich das Recht hätte den Nächsten zu beeinträchtigen? Und wenn zwei eine Einzigartigkeit wollen, wie z.B. eine bestimmt Frau? Dann darf man den anderen beeinträchtigen, weil man selbst sonst zu sehr selbst beeinträchtigt würde, nämlich in der Freiheit diese einzigartige Frau zu lieben. (Funktioniert auch bei anderen Existenzen.) Auge um AUge, Zahn um Zahn kommt mir da in den Sinn, weit weg davon ist dieses humanistische Gebot nicht.
Achte die Tiere und die Natur.
Ja mach das!
Füge Tieren kein unnötiges Leid zu.
ja und vielleicht musst Du nicht zwingend den Wahn entwerfen, dass es überhaupt ein nötiges leid gäbe, dass man Tieren zufügen kann???
Nutze die Natur so, dass sie nachfolgenden Generationen erhalten bleibt.
Genau, wir erben die Welt von unseren Eltern, wir borgen Sie von unseren Kindern! (Unbekannter Autor) ABer müssten wir da nicht auf die Bremse treten? (Schon lange?)
Fordere Deine Rechte ein.
Es gibt kein Recht des Einen vor dem Anderen, das ist ja das verdammte Dilemma, also kann man auch nichts einfordern.
Lass Dich nicht unnötig einschränken.
Genau z.B. auch nicht durch irgendwelche Gebote, die ein anderer für Dich aufzustellen versucht.
Lass nicht zu, dass man Dich schlechter behandelt als andere.
Ein wahres Wort.
Bilde Dir ein eigenes, möglichst objektives Urteil.
Na ja wird schwierig, weil man ja Subjekt ist. Und wenn die Menschen das wirklich machen würden, dann wäre es ganz still auf dieser Welt, weil niemand etwas zu sagen hätte.
Höre allen Seiten zu und bewerte die Argumente.
Lerne lieben und denke daran, dass Liebe nicht wertet. Versuche Dein Leben lang zu verstehen und das einzige Urteil, dass du in Deinem Leben machen kannst ist in der Sekunde vor Deinem Tode. Da darfst Du über Dich selbst urteilen ob Dein Leben lebenswert war. Alle anderen Urteile sind ein Zeichen von Unwissenheit und oberflächlichem Proletismus.
Sei offen für neue Argumente, verschliesse Dich nicht.
Genau
Begehe nicht den Fehler, fremde Traditionen oder Meinungen strenger zu bewerten, als die eigenen —
Ein wahres Wort
hinterfrage vielmehr die eigene Meinung und die eigene Tradition besonders hartnäckig.
Genau, mache das unablässig, bis in der Minute vor Deinem Tode und schweige dabei, sei ruhig in Deinem Leben und urteile nicht, denn Deine Ansicht ist rein subjektiv und alles was Du wissen kannst, ist, dass Du nicht weisst. Hinterfage vor allem Dich selbst. Das grösste Abenteuer überhaupt. Wer bin ich?
Akzeptiere fremde Meinungen, aber stehe zu Deiner eigenen Meinung und vertrete sie.
Genau mrw, mach das mal mit dem Christentum und anderen Glaubensrichtungen bevor Du Dich Humanist nennst. Da hast du was zu tun! wer Augen hat, der sehe, wer Ohren hat, der höre, wer ein eigenes Denken hat, der denke!
Geniesse das Leben, als ob Du nur eines hättest.
Damit du Dich im Zweiten dann langweilst, weil Du schon alles genossen hast! (Witz, ich glaube nicht an zweites Leben.)
Geniesse so, dass dem Genuss keine Reue folgt.
Das ist schwierig, denn Reue kommt meist später.
Also ich finde die sechs Gebote ohne Gott ergiebiger als die Gebote des Humanismus. Viele davon sind kontraproduktiv und unwahr.
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