Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Anthologie — Das Versagen des Christentums (wandler)

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Diskussionsbeitrag:

Am 18.12.2010 21:12 schrieb wandler:

Hallo,

Ich habe deine These mal durchgelesen und stimme dir in den meisten Punkten zu. Über das Christentum als solches möchte ich mich nicht äussern, da sind wir wie ich denke sowieso grosso Modo der selben Ansicht. Aber bei drückt dann doch immer ein latenter Buddhistischer Agnostizismus durch ;-)

Dein Gedanke über das Sein als das übergeordnete aller Dinge fand ich sehr interessant. Ich kann dir in diesem Punkt nicht beipflichten. Es handelt sich hierbei nämlich um ein Paradoxon - ähnlich dem Huhn/Ei.

Das Sein und das "Nicht-Sein" sind nämlich nach meiner Auffasung von einander abhängig. Das Nicht-Sein ist genau so ausschlaggebend wie das sein. Stell dir vor du bist an einer Party und der Raum bietet Platz für 300 Leute. Wenn du nun also Nur 10 Leute an die Party bringst, so kommt wohl nicht so richtig Stimmung auf. Wenn du nun aber 6oo Leute in diesen Raum einpferchst, so wird sich niemand mehr richtig bewegen können. Hier kommt das buddhistisch Element ins Spiel - Der Weg der Mitte (auch Balance oder Ausgwogenheit, wenn dir das lieber ist). Die Leute und der Partyraum sollen natürlich Materie und Raum versinnbildlichen. Ohne Bewegung gibt es keine Dynamik und ohne Dynamik ist es irrelevant ob überhaupt etwas existiert oder nicht. Und ohne die "0" könnte ich dir diesen Kommentar gar nicht schreiben 1001010011010101110100…

Und nun kommen wir zum agnostischen Element. Ohne Gegensätze gibt es keine Dynamik (Kernfusion, Erdrotation, Herzschlag - kein Leben), weshalb ich den theoretischen Imperativ der Nicht-Existenz so penetrant unterstrichen habe. Grundlage der Existenz/Nicht-Existenz ist folglich die Dynamik/Statik, welche ihrerseit aber logischerweise existieren muss um diesen zur Folge haben zu können. Und ab diesem Punkt wird's dann recht kompliziert mit der Kausalität.

Was ich damit eigentlich sagen will; ich lehen den Gedanken an einen liebenden oder straffenden Gott kategorisch ab. Die Gründe hierfür hast du sehr passend dargelegt. Ich bin allerdings doch der Meinung, dass es im Uni/Mulit-versum mehr gibt, als wir zur Zeit (oder wahrscheinlich immer) erfassen können. Dies hat mit blindem Glauben nichts zu tun, sondern sollte lediglich als Eingeständnis meines Unvermögens betrachtet werden.

Ich hoffe, dass es mir gelungen ist meine Gedankengänge halbwegs klar und plausibel darzulegen.

An dieser Stelle möchte ich mich noch für den Interessanten Beitrag bedanken.

Liebe Grüsse

Michel

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