Atheismus in der Schweiz
Diskussion

«Intoleranz in Religionen» (abc)

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Diskussionsbeitrag:

Am 17.11.2010 13:46 schrieb abc:

[Dieser Beitrag bezieht sich auf den Artikel: Intoleranz in Religionen]

Ich finde den Artikel Intoleranz in Religionen sehr seltsam: Sie berufen sich mit Wikipedia ja da auf eine sehr verlässige Quelle. Nur frage ich mich, ob ich den Satz "Toleranz ist der Verzicht auf die Option, ein gegen sich gerichtetes Übel abzustellen." wirklich verstanden habe. Bedeutet er, dass nicht der Nichtjude gegenüber einem Juden tolerant ist, dem es egal ist, dass der andere ein Jude ist, denn jeder könnte nach seiner Fason glücklich werden, sondern, dass er nur dann tolerant wäre, wenn er Juden für Ursache allen Übels hielte, aber trotzdem nichts gegen sie unternehme? Außerdem verallgemeinern Sie zu sehr. Sie stellen es so da, als hätte jeder Christ etwas gegen Homosexuelle, während Atheisten laut Ihnen grundsätzlich tolerant seien. Solch eine Aussage hat nichts mit den Idealen der Aufklärung zu tun, sondern ist schlicht stumpf. Sie behaupten, man könne die Intoleranz in Religionen daran messen, wie sie sich ihre Vertreter verhalten, wenn sie uneingeschränkte Macht halten. Das ist falsch. Nur am Verhalten einzelner kann man nicht auf das Verhalten einer Weltreligion schließen, die mehr als 1 Milliarde Individuen umfasst. Ich würde eher sagen, dass es sich um Menschen handelt, die ihre Religion nicht verstanden haben. In allen undemokratischen Herrschaftsgebilden ist es wohl so, dass eher skrupellose Tyrannen an die Macht kommen als gerechte Herrscher. Meiner Meinung nach sehen Sie den Grund für das schlechte Verhalten des Menschen in der Religion, dabei gründet es sich auf dem Glauben perfekt zu sein, und keine Fehler machen zu können. Jeder Mensch muss sich eingestehen eben nicht perfekt zu sein, sonst tut er solch schreckliche Dinge, wie die Hexenverbrennung etc... , die Sie zu Recht kritisieren. Zufällig nimmt er oft die Religion als Vorwand. Im Teil über den Islam werfen Sie ihm erst vor, intolerant gegenüber Rechtpopulisten wie Geert Wilders zu sein, die Stimmen kaufen, indem sie den Islam verteufeln, und dabei Argumenten der evanglikalen Rechten in den USA verwenden, für die Sie sich doch nicht gerade begeistern können, bis Sie dazu übergehen einzelne gewaltverherrlichende Suren herauszusuchen. Diese verwenden Sie dann, um den Islam an den Pranger zu stellen, wobei Sie mit denselben Mitteln wie al-Quaida arbeiten.

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Re: «Intoleranz in Religionen» (mrw)


Am 17.11.2010 16:57 schrieb mrw:

Am 17.11.2010 13:46 schrieb abc:
Bedeutet er, dass [Nichtjude gegenüber einem Juden] nur dann tolerant wäre, wenn er Juden für Ursache allen Übels hielte, aber trotzdem nichts gegen sie unternehme?

Korrekt.

Toleranz ist ein negatives Wort. «Tolerieren» muss man nur etwas, das einem unangenehm ist. Im Konzert muss man die Musik nicht tolerieren, man geniesst sie. Wenn aber der Nachbar Klavier übt und man das durch die Wand hört, dann reden wir von Toleranz.

Die Definition in der Wikipedia ist durchaus korrekt. Tolerieren kann man nur etwas, was einem stört und wogegen man vorgehen könnte. Toleranz bedeutet der Verzicht darauf gegen etwas störendes vorzugehen.

Ausserdem verallgemeinern Sie zu sehr. Sie stellen es so da, als hätte jeder Christ etwas gegen Homosexuelle,

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Re: «Intoleranz in Religionen» (aahorn)


Am 24.11.2010 14:22 schrieb aahorn:

habe mir den Artikel auch mal angeschaut. Schon im ersten Absatz musste ich den Kopf so schütteln, dass ich nicht mehr schnell genug schielen konnte um weiterzulesen ;-) Weiter als bis da hin bin ich nciht gekommen:

Toleranz erfordert «den Verzicht auf die Option, ein gegen sich gerichtetes Übel abzustellen». Doch andere Werte und andere Lebensauffassungen sind kein Übel, sondern eine Bereicherung.

Toleranz ist sowieso ein rein theoretisches Konstrukt, welches kein Mensch einhalten kann. Denn wer tolerant ist, kann Intoleranz nicht gutheissen. Somit ist er intolerant gegenüber der Intoleranz.

Ein religiös toleranter Mensch kann intolerante Religionen nicht tolerieren. Toleriert er die intoleranten Religionen trotzdem, spricht er sich für die intoleranz aus. Somit ist er nicht mehr auf der ganzen Linie tolerant.

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