Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: «Intoleranz in Religionen» (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 17.11.2010 16:57 schrieb mrw:

Am 17.11.2010 13:46 schrieb abc:
Bedeutet er, dass [Nichtjude gegenüber einem Juden] nur dann tolerant wäre, wenn er Juden für Ursache allen Übels hielte, aber trotzdem nichts gegen sie unternehme?

Korrekt.

Toleranz ist ein negatives Wort. «Tolerieren» muss man nur etwas, das einem unangenehm ist. Im Konzert muss man die Musik nicht tolerieren, man geniesst sie. Wenn aber der Nachbar Klavier übt und man das durch die Wand hört, dann reden wir von Toleranz.

Die Definition in der Wikipedia ist durchaus korrekt. Tolerieren kann man nur etwas, was einem stört und wogegen man vorgehen könnte. Toleranz bedeutet der Verzicht darauf gegen etwas störendes vorzugehen.

Ausserdem verallgemeinern Sie zu sehr. Sie stellen es so da, als hätte jeder Christ etwas gegen Homosexuelle,

Das ist nun wiederum etwas zu vereinfachend gegenüber dem, was ich schreibe.

Ich habe aber tatsächlich immer wieder beobachtet, wie sich Christen gegenüber Homosexuellen geäussert haben; und zwar, das finde ich sehr bezeichnend, je gläubiger sich die Christen geben, desto eindeutiger ist nach meiner Beobachtung ihre Haltung gegen Homosexualität.

während Atheisten laut Ihnen grundsätzlich tolerant seien.

Nein, so etwas steht nicht im Artikel. Das ist ein Missverständnis.

Sie behaupten, man könne die Intoleranz in Religionen daran messen, wie sie sich ihre Vertreter verhalten, wenn sie uneingeschränkte Macht halten. Das ist falsch.

Es ist vielleicht nicht 100% korrekt, aber es ist ein guter Ansatz. Weil Toleranz etwas mit Dulden zu tun hat, zeigt sich Toleranz erst dann, wenn auch die Macht besteht, etwas unerwünschtes zu beseitigen.

Nur am Verhalten einzelner kann man nicht auf das Verhalten einer Weltreligion schliessen, die mehr als 1 Milliarde Individuen umfasst.

Nun ja, die Juden waren im alten Testament, gemäss Überlieferung aus der Bibel, äusserst intolerant. Dies kann man nicht abtun, denn es ist Grundlage der semitischen Religionen. Auch Gott gibt sich in der Bibel äusserst intolerant und mordet ganze Völker, wenn sie sich nicht so verhalten, wie er will.

Wenn man in der europäischen Geschichte zurückblickt, trifft man überall auf Intoleranz, wo die Kirchen das Sagen hatten. Das sind keine Einzelfälle.

Jeder Mensch muss sich eingestehen eben nicht perfekt zu sein, sonst tut er solch schreckliche Dinge, wie die Hexenverbrennung etc... , die Sie zu Recht kritisieren. Zufällig nimmt er oft die Religion als Vorwand.

Zufällig liefern die Religionen immer gute Vorwände, um zu morden.

Die Bibel ist voll von Gewalt, kein Wunder kann man mit der Bibel jede Grausamkeit rechtfertigen. Der Missbrauch der Religion ist in der Religion selbst begründet!

Im Teil über den Islam werfen Sie ihm erst vor, intolerant gegenüber Rechtpopulisten wie Geert Wilders zu sein, die Stimmen kaufen, indem sie den Islam verteufeln, und dabei Argumenten der evanglikalen Rechten in den USA verwenden, für die Sie sich doch nicht gerade begeistern können, bis Sie dazu übergehen einzelne gewaltverherrlichende Spuren herauszusuchen. Diese verwenden Sie dann, um den Islam an den Pranger zu stellen, wobei Sie mit denselben Mitteln wie al-Quaida arbeiten.

Auch die Meinung von Geert Wilders muss toleriert werden, wie jede andere Meinung auch. Jeder Mensch hat das recht, sich frei zu äussern, egal ob die Äusserung nun intelligent ist oder nicht.

Und Geert Wilders ist nur eine von vier Personen, die ich namentlich aufzähle.

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: «Intoleranz in Religionen» (datura)


Am 20.11.2010 20:30 schrieb datura:

"Toleranz ist der Verzicht auf die Option, ein gegen sich gerichtetes Übel abzustellen."

Das Ergibt ein paar interessante Fragen. Muss das Übel wirklich gegen sich gerichtet sein? Wenn (fiktiver Fall) jemand meinem Nachbarn erschießt, und ich mich aufrege, dass er erschossen wurde, bin ich dann tollerant, weil mich das Übel nicht betrifft?

Wenn ich mich aber über den Lärm den der Schuss verursacht hat Aufrege, dann bin ich intollerant, weil der Lärm gegen mich gerichtet ist?

Dennoch würde ich den Mord weniger tolerieren als den Lärm.

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