Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Widersprüche im christlichen Gotteskonzept (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 09.12.2008 18:34 schrieb mrw:

Am 09.12.2008 14:24 schrieb sahara:
Deine zweite Variante halte ich für unwahrscheinlich, da es ihn eben wie du gesagt hast, dann nicht reuen würde oder müsste. Also hat er wohl die Kontrolle über gewisse Dinge abgegeben.

Beide Varianten sind unwahrscheinlich. Dabei liegt die einfachste und stimmigste Lösung auf der Hand: Den Gott der Bibel gibt es nicht, er ist eine Erfindung der Menschen.

Das erklärt mit einem Schlag auch alle Widersprüche und Fehler der Bibel. Die Menschen, die Gott erfunden haben, waren nicht perfekt. Obschon sie sich viel Mühe gegeben haben, die Bibel konsistent zu redigieren, sind genügend Fehler und Ungereimtheiten übrig geblieben, um ihnen auf die Schliche zu kommen.

[Freiwillig aufgegeben hat Gott] meiner bescheidenen Meinung nach zum Beispiel: Die [Kontrolle über die] Zeit, unser[en] Wille[en], die Naturgesetze (Konstanten) und sicher noch vieles mehr.

Warum sollte er das tun? Und warum sollte ein allmächtiger Gott eine so unperfekte Welt schaffen, wo er doch eine viel bessere machen könnte?

Ausserdem ist er in der Bibel von Anfang an der Zeit unterworfen. Er hat nicht erst die Welt erschaffen, und sich dann gedacht: «Jetzt will ich den Menschen den freien Willen geben, dafür muss ich meine Macht beschränken», so steht es zumindest nicht in der Bibel beschrieben.

Die ganze Schöpfung, die ganze Beziehung Gott-Mensch, die ganzen Heilsgeschichten sind eine Aneinanderreihung von Versuch und Irrtum.

Die Sache ist so dermassen unglaubwürdig und an den Haaren herbeigezogen, dass es nur eine einzige Schlussfolgerung geben kann: Der Gott der Bibel ist eine Erfindung der Menschen.

Das bestätigt auch die Archäologie: Bevor Jahwe zum einzigen Gott der Juden aufgestiegen ist, war er ein einfacher Wettergott und hatte sogar eine Partnerin. in der Bibel lassen sich gar drei Formen von Göttern herauslesen: Jahwe, Elohim, und der Dritte weiss ich nicht mehr, wie er hiess. Jedenfalls kann es gut sein, dass der biblische Gott eine Verschmelzung von mehreren früheren Stammesgöttern ist.

Demnachzufolge kann man aber getrost annehmen, dass Gott allmächtig war, bevor er angefangen hat, auf Teile seiner Macht zu verzichten. Oder findest du das flasch?

Du siehst, was dabei herausgekommen ist. Die Welt ist dem Gott gründlich in die Hosen gegangen. Die Menschen tun überhaupt nicht, wie er will. Im Gegenteil, jetzt haben sich die Menschen sogar weitgehend von ihm emanzipiert: Wir brauchen keine Götter mehr, weder für die Gesetze, noch Ethik, noch für Erklärungen, wie die Welt funktioniert.

Als Gott noch allmächtig war, bevor er nach Deiner Theorie auf seine Allmacht verzichtete, hätte er sehen müssen, wie sein Handeln endet.

Überhaupt, warum gibt dieser Gott den Menschen den freien Willen, wenn er nicht ertragen kann, dass die Menschen etwas anderes wollen, als ihn zu verehren? Das ist absurd! Kannst Du mir das mal erklären?

Entweder will er, dass man ihm bedingungslos gehorcht und ihn verehrt. Dafür ist ein freier Wille aber nur hinderlich. Dazu hätte er sich willenlose Zombies bauen sollen. Denn sobald der Mensch eine eigene Meinung haben kann, muss Gott auch respektieren, dass der Mensch nicht dasselbe will, wie er. Dem Menschen auf der einen Seite einen freien Willen zu geben, ihn aber auf der anderen Seite zum Hallelujah und bedingungslosem Gehorsam zu zwingen, das ist purer Sadismus!

Was denkst Du darüber? Warum respektiert Gott nicht den freien Willen der Menschen?

Liebe heisst, dass man den anderen respektiert, auch dann, wenn dieser anderer Meinung ist! Oder siehst Du das anders? Kann man Liebe erzwingen? Kann es Liebe sein, wenn Gott Menschen vernichtet, Fluten schickt, Feuer vom Himmel regnen lässt?

Mir ist aufgefallen, dass Christen eine sehr perverse Vorstellung von Liebe haben, und all die Gräueltaten verteidigen, welche Gott laut der Bibel begangen haben soll. Ich finde das erschreckend und widerlich. Ich verurteile den Gott der Bibel als abscheulichen grauenvollen Tyrannen wegen all der Morde, Kriege und Greueltaten, die er begangen haben soll. Was meinst Du dazu? Rechtfertigst Du diese Verbrechen, oder verurteilst Du den biblischen Gott?

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Re: Widersprüche im christlichen Gotteskonzept (sahara)


Am 10.12.2008 17:44 schrieb sahara:

Demnachzufolge kann man aber getrost annehmen, dass Gott allmächtig war, bevor er angefangen hat, auf Teile seiner Macht zu verzichten. Oder findest du das flasch?
Du siehst, was dabei herausgekommen ist. Die Welt ist dem Gott gründlich in die Hosen gegangen. […]

Ein einfaches Ja bringst du offenbar nicht über die Lippen :-( Obwohl deine Antwort indireckt eine Bejahung ist. Jetzt wäre doch die Interessante Frage, was Allmacht denn kann, und was sie nicht kann. Muss eine Allmacht alles können? Ich behaupte: Nein. Allmacht muss nicht alles können. Und trotzdem kann sie allmächtig sein.

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