Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Widerspruch in sich: Allmacht [Re: Widersprüche im christlichen Gotteskonzept] (sahara)

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Diskussionsbeitrag:

Am 16.12.2008 20:59 schrieb sahara:

Ein Widerspruch in sich hat durchaus eine Aussagekraft, nämlich in Bezug auf die mögliche Existenz von dem, was durch ihn in Widerspruch steht. Etwas in sich widersprüchliches kann es nicht geben, gemäss Definition.

Soweit sind wir uns einig.

Das heisst, dass es einen schwarzen Schimmel nicht geben kann, ebensowenig, wie einen ehrlichen Dieb

auch da stimme ich dir zu.

oder einen allmächtigen Gott.

da scheiden sich unsere Meinungen.

«Allmacht», dieses eine Wort ist bereits ein absoluter Widerspruch. Ergo ist die Existenz von Allmacht vollkommen ausgeschlossen.

Du hast zwei Ansätze beschrieben, warum Allmacht ein Widerspruch in sich selbst sein soll. Ich halte beide für falsch. Der erste Ansatz ist:

Allmacht steht darum im Widerspruch zu sich selbst, weil die Fähigkeit zur Selbstbeschränkung nicht darin enthalten sein kann. Es gibt etwas, was Allmacht niemals tun kann, ohne sich selbst zu zerstören: Sich beschränken.

Ich sehe nicht, wo hier der Widerspruch ist. Ich sehe zwar, wo du ihn siehst, aber ich sehe ihn dort nicht. Selbstverständlich kann Allmacht sich selber beschränken. Freilich ist es nachher keine Allmacht mehr. Aber wenn Allmacht alles kann, dann kann sie sich auch selber aufheben.

Angenommen ich wäre jetzt allmächtig, dann stünde es in meiner Macht, einen Teil meiner Macht meinem Hamster zu geben. Dann bin ich nicht mehr allmächtig, aber ich war es. Somit ist Allmacht ein möglicher Zustand. Möglich aber auch vergänglich.

Aber ich denke, du hast auch gemeint: "Allmacht kann ihre Macht abgeben und trotzdem alle Macht behalten." Hier sehe ich einen Widerspruch in sich selbst. Das ist eine unlogische Wortverbindung und du kannst einem Unsinn nicht einfach einen Sinn geben, indem du "Allmacht kann" vorne hin schreibst. Der Widerspruch steckt in den Worten "macht abgeben und gleichzeitig macht behalten" Die Allmacht kannst du getrost ausklammern. Sie hat mit dem Widerspruch nichts zu tun.

Dein zweiter Ansatz ist:

Das ist der Inhalt, der im Gleichnis gemeint ist, mit dem zu schweren Stein.

Also, wenn ich sage: "Allmacht kann einen ehrlichen Dieb erschaffen", dann ist das eine Sinnlose Wortverbindung die nichts über die Allmacht aussagt.

Wenn ich sage: "Allmacht kann einen Stein erschaffen, der von einer Maschine die jeden Stein heben kann, nicht gehoben werden kann", dann ist das eine sinnlose Wortverbindung die nichts über die Allmacht aussagt.

Und ich sehe keinen Grund, warum es einen Unterschied machen soll, ob ich im zweiten Satzteil "Allmacht" oder "Maschine die jeden Stein heben kann" schreibe. Denn physikalisch gesehen ist die Auswirkung auf den Stein die selbe. Und es geht bei der angeprangerten Hebefähigkeit der Allmacht ja um einen physikalischen Vorgang.

Das Problem bei diesem Gleichnis ist, dass der absolute Widerspruch nichts mit der Allmacht zu tun hat. Leider wurde das Wort Allmacht so eng mit dem Widerspruch verbunden, dass man den Unterschied kaum erkennt. Hast du auch ein Gleichnis auf Lager, welches zeigt, dass die Allmacht in sich selber ein Widerspruch ist, ohne dass du sie mit weiteren Objekten verknüpt?

Grüsschen Sahara

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Re: Widerspruch in sich: Allmacht [ Re: Widersprüche im christlichen Gotteskonzept ] (mrw)


Am 18.12.2008 20:32 schrieb mrw:

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen einem schwarzen Schimmel und einem ehrlichen Dieb auf der einen Seite, und der Möglichkeit, ob sich Allmacht selbst beschränken kann auf der anderen Seite. Allerdings liegt im Unterschied auch eine Gemeinsamkeit.

Ein Schimmel ist per Definition nicht schwarz. Es gibt tatsächlich auch schwarze Pferde, nur heissen diese nicht Schimmel sondern Rappen. Hier ist es nur eine Frage der Definition. Ebenso beim ehrlichen Dieb. Die Definition von Ehrlichkeit lässt Diebstahl nicht zu.

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Re: Widerspruch in sich: Allmacht [ Re: Widersprüche im christlichen Gotteskonzept ] (warate)


Am 18.12.2008 20:51 schrieb warate:

Allmacht steht darum im Widerspruch zu sich selbst, weil die Fähigkeit zur Selbstbeschränkung nicht darin enthalten sein kann.

Diesen Satz mrw's möchte ich gerne etwas verallgemeinern, weil er doch recht spezifisch ist und nur eine einzige Situation anspricht. Man kann daraus eine allgemeine Regel herleiten.

der Satz könnte auch heissen:

Allmacht steht darum im Widerspruch zu sich selbst, weil Allmacht keine Kontrolle abgeben kann, ohne ihre Allmacht aufzugeben.

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Re: Widerspruch in sich: Allmacht [ Re: Widersprüche im christlichen Gotteskonzept ] (knuddel)


Am 18.12.2008 22:41 schrieb knuddel:

Allmacht steht darum im Widerspruch zu sich selbst, weil die Fähigkeit zur Selbstbeschränkung nicht darin enthalten sein kann. Es gibt etwas, was Allmacht niemals tun kann, ohne sich selbst zu zerstören: Sich beschränken.
Ich sehe nicht, wo hier der Widerspruch ist. Ich sehe zwar, wo du ihn siehst, aber ich sehe ihn dort nicht. Selbstverständlich kann Allmacht sich selber beschränken. Freilich ist es nachher keine Allmacht mehr. Aber wenn Allmacht alles kann, dann kann sie sich auch selber aufheben. Angenommen ich wäre jetzt allmächtig, dann stünde es in meiner Macht, einen Teil meiner Macht meinem Hamster zu geben. Dann bin ich nicht mehr allmächtig, aber ich war es. Somit ist Allmacht ein möglicher Zustand. Möglich aber auch vergänglich. Aber ich denke, du hast auch gemeint: "Allmacht kann ihre Macht abgeben und trotzdem alle Macht behalten." Hier sehe ich einen Widerspruch in sich selbst. Das ist eine unlogische Wortverbindung und du kannst einem Unsinn nicht einfach einen Sinn geben, indem du "Allmacht kann" vorne hin schreibst. Der Widerspruch steckt in den Worten "macht abgeben und gleichzeitig macht behalten" Die Allmacht kannst du getrost ausklammern. Sie hat mit dem Widerspruch nichts zu tun.

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