Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: keine Energie verschwenden (kolibri)

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Diskussionsbeitrag:

Am 05.04.2008 00:25 schrieb kolibri:

Nun, ich habe gerade auch einige Beiträge auf dieser Seite gelesen und ich muss sagen, dass offenbar beide Seiten sehr verletzend auftreten können.

Als Christin fühle ich mich teilweise von Atheisten, die auf dieser Seite zu Wort kommen auch falsch verstanden und diskriminiert: Ich bin offenbar dumm, denn ich sitze einer grossen 2000 Jahre alten Lüge auf. Ich bin offenbar schwach, denn ich brauche die Krücke des Glaubens. Gott ist ein Tyrann, den es zu entfernen gilt. Jesus war nichts weiter als ein Sektenguru, den wenn er die Menschen erlöst hätte, würden wir jetzt im Paradies leben. Religion ist Opium fürs Volk. Das sind Aussagen, die ich in dieser oder ähnlichen Form auf dieser Homepage angetroffen habe.

Doch sag mir: Wie kann eine Lüge 2000 Jahre lang bestehen? Gab es nicht genug intelligente Leute, die diese Theorie hätten widerlegen können müssen und zwar so, dass sie ein für alle mal aus der Welt geschafft worden wäre? Ist es nicht so, dass die Menschen täglich versagen, verletzen, lügen, sich ungerechtfertigt bereichern und also schwach sind, da sie nicht den Werten und der Ethik (und auch der humanistischen Lehre) der Gesellschaft genügen können? Liegt das nicht sogar im Wesen des menschlichen Seins?

Nach meiner Ansicht hat Gott uns geschaffen, als Ebenbild seiner selbst. Er liebt den Menschen und zwar kompromisslos. Was im Garten Eden geschehen ist, weiss ich nicht, denn ich war nicht dabei. Doch ich bin mir sicher, das der Mensch sich von Gott trennte und nicht Gott vom Menschen. Dennoch liess Gott den Menschen nicht fallen, er sandte Jesus - seinen einzigen Sohn, der sich für die gesamte Menschheit opferte. Jesus auferstand, das ist das Wunder das niemand erklären kann. Aber es geschah, denn Jesus begegnete seinen Jüngern x-Mal. Keine andere Person ist durch Fakten so gut belegt wie Jesus. Die Schriften über ihn entstanden ein paar Jahrzehnte nach seinem Tod. Zum Vergleich: die Schriften über Alexander kamen 100e Jahre später heraus und sind weitaus spärlicher vertreten. Ich glaube, dass auch Atheisten manche Argumente einfach nicht hören wollen, denn sie sind zu unbequem…

Bist du dir bewusst, das Gott durch die zehn Gebote die Grundlage legte, auf der unser ZGB basiert? Bist du dir bewusst, dass Christen zuhauf verfolgt, gefoltert und zum Teil bestialisch getötet wurden, weil sie an Jesus Christus glaubten und ihren Glauben nicht verraten wollten? Bist du dir bewusst, dass jene Leute, die Sprüche wie: "Religion ist Opium fürs Volk." vom Stapel liessen, ein Zeitalter einleiteten, das geprägt war von Verfolgung, Mord, Diskriminierung. Lenin war nur auf Macht aus, das Volk war ihm egal. Stalin verschleppte Hunderte in Gulags, wo sie elend umkamen. Pol Pot brachte tausende seiner Landsleute um, weil er eine "neue Welt" erschaffen wollte. China versucht mit aller Gewalt die aufmüpfigen Tibeter zum Schweigen zu bringen.

Ich sage mit keinem Wort, dass Christen niemals Fehler gemacht haben, sie haben sich grosse Fehltritte geleistet, das ist unbestritten. Doch ich bin überzeugt, dass auch eine Welt ohne Religion keine friedlichere wäre. Es gibt immer Menschen, die sich über Ethik, Moral und Respekt anderen gegenüber hinwegsetzen, weil sie Macht und Geld wollen. Dazu kommt, dass Religion und Gott zwei paar Schuhe sind. Denn Religion ist stark von den Menschen geprägt und wandelt sich mit der Zeit. Gott jedoch ist vollkommen unabhängig von uns Menschen. Er steht über allem. Und selbst wenn es nicht so scheint, hat er alles im Griff. Ich weiss, das ist Glaube - den auch ich teile und persönlich erlebe. Und einen Glauben kann man nicht beweisen - selbst einen atheistischen nicht.

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Kolibri - Quer durch christliche Apologetik [ Re: keine Energie verschwenden ] (mrw)


Am 05.04.2008 20:11 schrieb mrw:

Am 05.04.2008 00:25 schrieb kolibri:
Nun, ich habe gerade auch einige Beiträge auf dieser Seite gelesen und ich muss sagen, dass offenbar beide Seiten sehr verletzend auftreten können.

Wir von atheismus.ch bemühen uns sehr, einerseits klar und deutlich zu sein, andererseits aber nicht verletzend. Das ist eine schwierige Gratwanderung, die nicht immer gelingt.

Aber oft ist es leider so, dass sich Christen schon verletzt fühlen, wenn man etwas gegen ihren Glauben sagt. Für eine dermassen mimosenhafte Empfindlichkeit habe ich absolut kein Verständnis. Ich greife nie die Person an, wohl aber die Sache.

Als Christin fühle ich mich teilweise von Atheisten, die auf dieser Seite zu Wort kommen auch falsch verstanden und diskriminiert:

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Nicht Gott, sondern die Natur hat den Menschen hervorgebracht! (holon)


Am 06.04.2008 19:44 schrieb holon:

Und zwar in einem langen Prozess. Tausende von Arten sind ausgestorben, weil sie nicht genügend angepasst waren. Und es ist doch wirklich menschliche Hybris, eine hochnäsige Ansicht, wenn wir die Meinung vertreten, dass der Mensch Vollkommen sein soll, oder sogar die Krone der Schöpfung darstelle. Und Schuld an unserer katastrofalen Geschichte sind nicht wir Menschen mit dem unsinnigen Freien Willen, sondern die Natur, die eine unausgeglichene Spezie entstehen liess. Ich sehe uns Menschen als einen gescheiterten Versuch der Evolution zu Intelligenz zu kommen.

Entweder gelingt es uns diesen Fehler mit einer Technik zu korrigieren, allerdings mit der Gefahr die Biosfähre weiterhin zu belasten, oder der Natur gelingt es das störende Glied zu entfernen. Vorläufig hören wir dem Ticken veschiedener Zeitbomben, die wir uns um den Hals gelegt haben zu, das mal leiser und dann wieder lauter tönt.

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