Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Logos [Re: keine Energie verschwenden] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 05.04.2008 17:21 schrieb mrw:

Im Prinzip hast Du recht. Die Frage ist, was das Ziel ist, das man erreichen will.

Ich gebe mich nicht der Illusion hin, dass ich Christen zu Atheisten wandeln kann. Die überzeugten Christen sind auch gar nicht in erster Linie das Zielpublikum.

Zum einen geht es darum, anderen Atheisten Argumente zu liefern. Viele Menschen glauben nicht, wären also eigentlich Atheisten. Wenn man sie fragt, bezeichnen sie sich trotzdem als Christen, weil sie meinen, jeder Europäer sei automatisch Christ und weil sie durch die allgegenwärtige Propaganda meinen, Gottlosigkeit sei etwas schlechtes. Arnold Schwarzenegger beispielsweise soll «bedauert» haben, nicht an Gott glauben zu können. Das ist Ausdruck von einer Unwissenheit darüber, wie schlecht Religion tatsächlich ist, und darüber, dass Atheismus eine wohlüberlegte und qualifizierte Position ist. In der Öffentlichkeit herrscht ein verzerrtes Bild vor, das von den Kirchen natürlich nur zu gerne gestützt wird. Dem will ich entgegentreten.

Ein weiteres Zielpublikum sind die Neugierigen und Unentschlossenen, denen ich unsere Argumente darlegen möchte. Für diese ist es sicher interessant, die Argumente von Atheisten und Christen zu hören und gegeneinander abzuwägen. Das heisst wenn Atheisten und Christen öffentlich debattieren, gibt es nicht nur diese zwei Seiten, die wohl beide für sich selbst nicht viel profitieren, sondern es gibt noch die stillen Mitleser. Wenn es wirklich so ist, wie Du sagst, dass unsere Argumente viel besser sind, dann dürften sie ihre Wirkung auf die unvoreingenommenen Mitleser nicht verfehlen. Wer nicht mitten drin im Sumpf einer Religion steckt, der kann durchaus beurteilen, welche Argumente besser sind. Da atheimus.ch monatlich tausende von Besuchern hat, aber nur ganz wenige mitdiskutieren, schätze ich, dass diese Zielgruppe durchaus erreicht werden kann.

Was die überzeugten Christen betrifft, so hoffe ich, dass wir zumindest einige von ihnen zum Denken anregen können. Vielleicht gelingt es, hie und da einen leisen Zweifel an der eigenen Überzeugung zu wecken. Letztlich ist ja vor allem die Einbildung der Christen, als einzige die Wahrheit zu besitzen die Hauptursache von Intoleranz.

Am 04.04.2008 15:52 schrieb logos:
beim Lesen verschiedener Beiträge ist mir eines aufgefallen. Die "Religiösen" schaffen es nicht, sachlich zu bleiben. Sie beschimpfen, diffamieren oder - noch schlimmer - drohen. Man fragt sich, wie man darauf reagieren soll und ob man überhaupt reagieren soll.

Das ist mir auch aufgefallen. Ich versuche dann jeweils gleich, das Kind beim Namen zu nennen.

Bei den ganz unanständigen antworte ich nicht, sondern verschiebe den Beitrag nach «Gelöschte Diskussionsbeiträge». Seit man sich anmelden muss, sind die ganz dummen Beiträge aber seltener geworden.

Um eine Diskussion zu führen ist eine gewisse Intelligenz Voraussetzung. Meine Erfahrung sagt mir, daß sehr sehr viele "Religiösen" dieser Intelligenz entbehren. Die wenigen Intelligenten unter ihnen setzen sie nicht ein.

Eigentlich kann uns ja nichts besseres passieren, als dass die Gläubigen selbst zeigen, dass sie nicht zu einer vernünftigen Argumentation fähig sind.

Wissen verdrängt den Glauben. Das heisst, man muss die Intelligenz unterdrücken, um glauben zu können.

Viele sind nicht in der Lage wissenschaftliche Argumente zu verstehen und einige wollen es nicht, da es zu unbequem wäre.

Das ist so. Als Atheist in der Diskussion sollte man das erkennen und gleich auf den Tisch bringen.

Das ist keine Grundlage für ernsthafte Diskussionen. Ich habe früher lange versucht mit "Religiösen" zu diskutieren, aber nun habe ich es aufgegeben. Es ist einfach nicht möglich!
Sie sind nicht fähig einen eigenen Gedanken zu formulieren. Stets werfen sie mit Zitaten aus "heiligen Büchern" um sich oder plappern Dogmen und Phrasen nach.

Das sehe ich nicht als Problem. Diese unheiligen Bücher sind moralisch, ethisch und inhaltlich sehr sehr fragwürdig. Das heisst man kann diese Argumentation durchaus aufgreifen, und gleich zeigen, warum diese Schriften nichts taugen.

Bei Dogmen geht es darum zu verstehen, warum man etwas annimmt oder ablehnt. Die Wissenschaft hat klare Kriterien, wie beurteilt wird, was wahrscheinlich richtig ist und was falsch. Die Wissenschaft bietet kriterien anhand deren sich verschiedene Theorien und Ideen bewerten lassen. Die Religionen bieten das nicht. Wenn man zwei widersprüchliche Dogmen hat, gibt es kein objektives Kriterium, mit dem man diese Dogmen gegeneinander bewerten könnte. Genau darum ist Religion untauglich, irgendeine wahre Aussage zu machen — man kann die Wahrheit der Aussage nicht prüfen.

Es lohnt sich nicht, Energie dafür zu verschwenden. Wir Atheisten sollten unsere Energie besser einsetzen, z.B. um politische Ziele wie die vollständige Trennung von Kirchen und Staat, bessere Bildung der Menschen zu erreichen oder eine Homepage wie diese einzurichten.

Wie gesagt: In einer Dikussion gibt es immer auch die Zuhörer. Daher ist die Energie nicht verschwendet. Darum reagiere ich auch nicht unbedingt auf E-Mails, sondern bestehe darauf, dass öffentlich diskutiert wird. Nur dann kann ein breiteres Publikum davon profitieren.

Eine Aufklärung wie wir sie hier betreiben, ist aber Voraussetzung dafür, dass man andere Ziele erreichen kann. Wenn man die Gesellschaft verändern will, muss man zuerst die Art und Weise ändern, wie die Gesellschaft über ein Thema denkt. Solange die Mehrheit denkt, Kirchen seien gut, egal ob sie selbst glaubt oder nicht, solange wird sie sich gegen eine vollständige Trennung von Staat und Kirchen aussprechen.

Das heisst, wir müssen zuerst durch Öffentlichkeitsarbeit zeigen, was Religion wirklich ist, und dass man ohne Glauben der Wahrheit näher steht und es ethisch und moralisch besser ist, nicht zu glauben.

Unsere Argumente sind jedem zugänglich und von jedem der dazu fähig ist überprüfbar.

Das hoffe ich. Und erste Ziel dieser Homepage ist es, diese Argumente zu sammeln und darzustellen. Die Diskussion ist nur ein Zusatzdienst. Letztlich geht es in der Diskussion auch darum, dass wir unsere eigenen Argumente überprüfen und allenfalls Schwächen in der eigenen Argumentation entdecken. So können wir die Qualität unserer Argumentesammlung verbessern und profitieren selbst auch von den Diskussionen. Ausserdem kann man in der Diskussion gut lernen, wo andere Schwierigkeiten haben, unserer Argumentation zu folgen.

Wir sollten aber auch aufpassen, nicht in deren Muster zu fallen. Also keine Verunglimpfungen und Beschimpfungen von Personen.

Das ist immer oberstes Ziel. Leider können nicht alle unterscheiden zwischen der klaren Benennung von schwachen Argumenten und der Verunglimpflichung von Personen.

Hier können allgemeine Diskussionen zum Thema Atheismus stattfinden, die sich nicht direkt auf einen Artikel beziehen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gelten die Teilnahmebedingungen.

Dies sind keine redaktionellen Beiträge! Hier melden sich die Gäste von atheismus.ch zu Wort.

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