Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: die Bibel als Referenz (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 08.06.2008 09:34 schrieb mrw:

Am 07.06.2008 22:15 schrieb silary:
Moralisch gesehen ist die Bibel das letzte Stück Dreck. Die Bibel verherrlicht Krieg, Mord, Massaker, Intoleranz. Siehe: Massaker.

Falsch. Sie verherrlicht nichts von alldem. Sie behandelt die Themen. Aber sie verherrlicht sie nicht. Oder zeige du mir die Bibelstelle wo steht, dass Krieg und Gewalt ALLGEMEINGÜLTIG gut ist.

Wieso muss man Krieg als «allgemeingültig gut» bezeichnen, um Kriegsverherrlichung zu betreiben? Dein Verständnis hierfür ist offensichtlich von Deinem blinden Glauben getrübt.

Es geht nicht darum, ob Krieg und Gewalt für jedermann gerechtfertigt wird. Es genügt, dass Krieg und Gewalt für Gott und seine Komplizen gerechtfertigt wird. Jeder Diktator ist nicht allgemeingültig für Gewalt, sondern nur er selbst darf Gewalt anwenden. Alle anderen dürfen das selbstverständlich nicht.

In der Bibel ist es genauso. Es gibt unzählige Stellen, wo Gott Menschen schlachtet, schuldige und unschuldige, Kriege anordnet, oder gar selbst führt und die Todesstrafe durchsetzt, selbst für kleinste Vergehen. Der Gott der Bibel ist ein tyrannischer Gewaltherrscher. Die Gewalt wird in der Bibel völlig unreflektiert und unkritisch dargestellt.

Und wenn du nicht auch die guten seiten der Bibel betonst, tönst du sowieso unglaubwürdig.

Wieso? Es verlangt doch auch niemand, dass man die guten Seiten am Nationalsozialismus betont. Trotzdem kommt niemand auf die Idee seine Kritiker als «unglaubwürdig» zu bezichtigen. Wenn die schlechten Seiten dermassen überwiegen, ist es nicht angemessen, nach irgendwelchen guten Seiten zu suchen. Wenn man bedenkt, wieviel Elend und Krieg die christliche Religion produziert hat, gehört sie einfach nur abgeschafft. Ausserdem tun die Christen ja genau das andauernd: Sie betonen ausschliesslich die angeblich guten Seiten und blenden alles Schlechte aus.

Die Bibel stammt von einem kriegerischen, ungebildeten und patriarchalischen Wüstenvolk. Genau das spiegelt sich auch inhaltlich.

Weisst du, wenn die Bibel wirklich das Wort Gottes ist, dann ist es egal, von welchem Volk sie stammt.

Wenn die Bibel Gottest Wort wäre, müsste sich Gott für ihren gewalttätigen, inhumanen, rassistischen und frauenfeindlichen Inhalt verantworten.

Erklärbar ist die Bibel nur, wenn man sie als Produkt eines kriegerischen, ungebildeten und patriarchalischen Wüstenvolk betrachtet.

Zur selben Zeit wurden andernorts sehr viel intelligentere, tolerantere und moralisch hochstehendere Schriften verfasst.

Falsch. Die Geschichten aus der Bibel sind älter als ihre Verfassung.

Griechische, fernöstliche (chinesische, indische, iranische), ägyptische, u.s.w. Filosofien sind zum Teil viel älter, und — das ist der springende Punkt — oftmals moralisch viel hochstehender und weniger auf Gewalt udn Grausamkeiten fixiert. Spätestens aber als das Jesusmärchen geschrieben wurde, wären viel hochstehendere Filosofien aus dem nahen Griechenland zur Verfügung gestanden. Da bei der Erfindung der Jesuslegenden offenbar selbst Buddha (der ebenfalls lange vor Jesus gelebt haben soll) kopiert wurde, kann man sich nichtmal damit herausreden, diese Geschichten nicht gekannt zu haben. Im Gegenteil, einiges wurde ja aufgenommen und verarbeitet.

Aber die Ägypter hatten es nötig die Juden zu versklaven. Eine tolle Referenz.

Wieso? Sklavenhaltung wird in der Bibel ausdrückluch befürwortet und geregelt. Dürfen etwa nur Hebräer andere versklaven, aber selbst nicht versklavt werden? Zumindest ihre eigenen Töchter durften sie nach biblischer Regelung in die Sklaverei verkaufen.

Deine Argumentation ist schon extrem einseitig, Dein Weltbild enorm beschränkt. Was ausserhalb der Bibel liegt, das siehst Du mit Deinen religiösen Scheuklappen nicht. Wenn Du Deine Augen und Dein Herz öffnen würdest und das Christentum genauso objektiv und kritisch betrachten würdest, wie ich dann würdest Du es ebenso in Bausch und Bogen verwerfen, wie ich das tue.

Ich käme nie auf die Idee, Sklaverei anders zu bewerten, ob sie nun von Ägyptern an Juden oder von Juden an anderen Völkern verbrochen wird. Ich käme nie auf die Idee, Krieg anders zu bewerten, der vom Jahwe-Gott befohlen wurde, als wenn er von irgend einem anderen Gott oder von einem Menschen befohlen wurde. Im Gegensatz zu Dir messe ich die Bibel und ihre Legenden an den gleichen hohen Massstäben, an denen ich alles andere auch messe. Ich habe nicht zwei paar Ellen, abhängig davon, ob das, was ich damit ausmessen will nun meiner Ideologie entspricht oder nicht. Im Gegenteil, ich gebe mir alle Mühe, den notwendigen Abstand zu nehmen, um möglichst objektiv urteilen zu können. Darum habe ich in der Konsequenz alle Religionen verworfen und bin bei einem wissenschaftlich fundierten Atheismus mit humanistischer Ethik gelandet.

Als Kind war das eine meiner ersten Fragen: Warum soll die Religion meiner Eltern die einzig wahre sein? Haben nicht andere Religionen auch gute Argumente für ihre Position? Und wieso müssen sich Religionen oft gegen die Wissenschaft stellen? Wer kommt wie auf seine Argumente? Das konsequente Resultat dieser Überlegungen ist mein heutiger Atheismus.

Die Geschichten aus der Bibel sind älter als vieles, worauf du dich sonst beziehen würdest. Hast du daran schon gedacht? Wenn der Unterschied 1000 Jahre ist, dann ist das, als würdest du einen wissenschaftlichen Text von Heute mit demjenigen aus dem Mittelalter vergleichen. Los, wir führen den Aderlass wieder ein um das Gleichgewicht der Körpersäfte wieder herzustellen!!

Du vergleichst aber einen angeblich göttlichen oder göttlich inspirierten Text mit reinem Menschenwerk. Wenn die Bibel nicht den Anspruch auf Göttlichkeit erheben würde, könnze man das tun. Da aber die Bibel für sich den unheiligen Geist Gottes beansprucht, dürfen wir sie nicht mit menschlichem Unvermögen entschuldigen. Ansonsten ist de Bibel genau das, was ich schon lange schreibe, dass sie es sei: Ein dummes altes Buch von dummen unwissenden kriegerischen Menschen geschrieben.

Die Bibel wird ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht, das ist das Problem!

Würde man die Bibel lesen, wie Aesop, Homer, Shakespeare oder die Gebrüder Grimm, dann hätte ich kein Problem damit. Aber im Gegensatz zur Bibel würde auch niemand auf die Idee kommen, wegen Romeo und Julia in den Krieg zu ziehen, oder wegen Hänsel und Gretel Frauen als Hexen zu verbrennen. Diese Probleme kommen nur davon, weil man ein unmoralisches und absurdes dumems altes Buch als Wort Gottes nimmt.

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