Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Wie geht das mit der Zahlungspflicht? (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 19.06.2012 11:43 schrieb mrw:

Am 17.06.2012 13:13 schrieb knuddel:
Nach Lukas 10.27, soll ich nicht nur meine Mitmenschen lieben, sondern auch Gott. Wie kann ich das tun, indem ich jemanden unterstütze, der möglichst viele Menschen von Gott wegzeihen will? Also die Beziehung von Gott zu den Menschen zerstören will?

Wer bist Du denn, dass Du Gottes Wort in Frage stellen kannst? Ist Dir Lukas 6.30 nicht eindeutig genug? Willst Du mir damit sagen, dass die Bibel widersprüchlich sei? Willst Du damit sagen, dass jeder aus der Bibel das heraus lesen kann, was er will?

Ausserdem, wo steht bitte, dass Du nur aus Liebe teilen sollst?

wie gesat, 1Kor 13.3

Nein, das steht da nicht. Da steht, dass es Dir nichts bringt, wenn Du versuchst, Gott mit Geschenken in den Hintern zu kriechen, wenn Du es nicht ehrlich meinst. Wörtlich steht da, ich wiederhole:

Bibel, 1Kor 13.3:
«Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich verbrannt werde, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts.»

Also: «So nützt es mir nichts.» - es geht um Eigennutz; aber in Lukas 6.30 steht nichts davon, dass Du Deine Sachen weggeben sollst, damit es Dir etwas nützt, sondern Du sollst es einfach tun.

Bibel, Lukas 6.27-6.35:
«Rechtes Vergelten: Feindesliebe. Aber euch, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch fluchen; betet für die, welche euch beleidigen. Dem, der dich auf die Backe schlägt, biete auch die andere dar; und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Unterkleid nicht. Gib jedem, der dich bittet; und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück. Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, so tut auch ihr ihnen. Und wenn ihr liebt, die euch lieben, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr wieder zu empfangen hofft, was für einen Dank habt ihr? Auch die Sünder leihen Sündern, damit sie das gleiche wieder empfangen. Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen, und euer Lohn wird gross sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.»

Im Gegenteil, es steht unter der Überschrift «Feindesliebe» und wer ist der grössere Feind eines Christen, als ein Atheist, der seinen Besitz dazu verwenden will, damit Gott, Jesus und das Christentum zu bekämpfen? Es geht in diesen Versen genau um die Beziehung von Dir zu mir. Also nochmals, wer bist Du, dass Du Gottes Wort in Frage stellst, Du ungläubiger Thomas? Folgst Du der Bibel nur, wenn es bequem ist für Dich? Interpretierst Du die Bibel einfach mal so, dass es Dir in den Kram passt? Du bist kein Christ. Du bist ein Typ, der tut, was ihm passt und der sich einbildet, er tue, was in der Bibel stehe, aber tatsächlich nicht bereit ist, auch die unangenehmen Seiten zu akzeptieren. Du bist ein Typ, der alles hinterfragt, was ihm nicht in den Kram passt, und alles ohne zu hinterfragen glaubt, was ihm in den Kram passt. Du bist ein Wendehals, ein Wetterfähnchen, ein bequemer Möchtegernchrist, der nicht bereit ist, ein Opfer zu bringen, wenn Jesus das durch die Bibel von ihm verlangt.

Am 17.06.2012 13:13 schrieb knuddel:
Tut mir leid, dass ich dir die Bibel nicht in klar definiertem Java, C, C++ oder C# erklären kann. Das sind wohl die einzigen Schriftstücke, die du zu verstehen und interpretieren weisst. Literatur ist keine Programmiersprache. Genauso wie Kommunikation. 80% der Menschlichen Botschaft werden nonverbal übertragen. Kommunikation ist Interpretationssache. Da kannst du genausogut jedes Gespräch als wertlos bezeichnen.

Ist denn das Wort Gottes ganz normale Literatur, wie jede andere auch? Kann man selbst von einem Gott nicht verlangen, dass er eine Sprache und Formulierung verwendet, die von seinen Geschöpfen ohne jedes Missverständnis verstanden werden kann? Ist Gott nur ein drittklassiger Schriftsteller?

Am 17.06.2012 13:13 schrieb knuddel:
Für den Fundamentalisten begründet die Bibel, warum man Homosexuelle steinigen muss,

Da Jesus bereits für die Sünden der Menschen gestorben ist, muss niemand für überhaupt irgendetwas gesteinigt werden. Auch aus sicht von Christen, deren Lebensfundament auf dem Glauben beruht.

Du hörst mir nicht zu. Was Du schreibst, ist Deine Interpretation der Bibel. Fundamentalisten interpretieren die Bibel ganz anders. Ich würde dieses Beispiel vom Steinigen der Homosexuellen nicht bringen, wenn es nicht von christlichen Fundamentalisten im Gespräch immer wieder vorgebracht würde; oft aus naheliegenden Gründen nur hinten herum, die Aussage ist ja hart an der Grenze zur strafbaren Aufhetzung.

Ich glaube Dir auch, dass Du das so siehst. Aber andere Christen sehen das anders.

Bitte nimm zu Kenntnis, dass Fundamentalisten derart reden, ich kann Dir mindestens zwei Beispiele sofort nennen:

  1. Nach einem Leserbrief meinerseits, dass eine Gottesanrufung nicht in die Verfassung gehört, kam ein Telefonanruf eines Mannes im Gotteswahn, der sich dahingehend äusserte, dass ich als Atheist sicher auch schwul sein müsse und man gemäss der Bibel alle Schwulen steinigen müsse.
  2. Bei «Fohrler Live» zum Thema ob Schwule gegen Gottes Gebot verstiessen, damals sass ich im Publikum, antwortete ein christlich fundamentalistischer Taxifahrer, der zuvor schon im Kunsthaus ein unchristliches Bild zerstört hatte, auf die Frage von Dani Fohrler, was man seiner Meinung nach mit Schwulen machen müssen, wie aus der Pistole geschossen: «Adolf hat sie vergast!» – Genau diese Stelle wurde vor der Ausstrahlung aus der angeblichen «live» Sendung geschnitten, doch ich weiss es, denn ich war dabei.

Wie es genau in der Bibel steht, ist völlig irrelevant, das Problem ist, dass die Bibel von Menschen benutzt wird, um andere Menschen zu verfolgen, mit dem Tod zu bedrohen, oder tatsächlich umzubringen. Wie wir aus der Vergangenheit und aus der Gegenwart, z.B. in Afrika wissen, haben die Christen nicht nur davon geredet, sondern ihre Gewaltfantasien und Intoleranz immer wieder in die Tat umgesetzt. Es ist viel zu viel Böses in der Bibel, so dass man sie bekämpfen muss.

Ich würde mich nicht dermassen gegen Religion einsetzen, wenn Religion nicht immer wieder zu Grausamkeiten führen würde. Was Du glaubst oder nicht, ist mir im Prinzip egal, das ist Deine Sache. Ich schätze Dich nicht als gefährlich ein. Aber das Problem ist, dass die Religion genug Wahnsinnige produziert, die unsere Gesellschaft und unsere Freiheit bedrohen. Und das uss man bekämpfen. Aktuelles Beispiel: Breivik.

Du sagst, Gott sollte sich dir sichtbar offenbaren, damit du wissen kannst, dass er da ist. Ich glaube, dass das bei dir völlig sinnlos wäre. Du hast die einfachsten Grundlagen des Glaubens in der Bibel gelesen und sagst genau das Gegenteil.

Weil Glaube an sich falsch ist.

Ich sage es ja, ich kann nicht glauben. Ich kann nicht etwas glauben, was unlogisch und hirnrissig ist.

Und so wie mir geht es vielen. Wenn Gott verlangt, dass die Menschen an ihn glauben, obschon es ihm ein Leichtes wäre, sich eindeutig zu erkennen zu geben (wenn er existieren würde und auch nur annähernd so mächtig wäre, wie die Bibel ihm andichtet), dann verlangt er etwas unmögliches und wird damit seiner eigenen Schöpfung nicht gerecht.

Nicht alle Menschen sind so veranlagt, wie Du.

Bestreitest also, dass das was dort steht, dort steht. (Wie z.B. dass niemand mehr gesteinigt werden muss).

Bitte liefere das passende Bibelzitat dazu, wo steht: «Es muss ab sofort niemand mehr gesteinigt werden.» Das einzige Beispiel, was mir einfällt ist die Ehebrecherin, und das ist ein Einzelfall. Es heisst dort im Wesentlichen nur, dass den ersten Stein werfen soll, wer ohne Sünde sei. Wenn ich böse sein will, kann ich das auch anders interpretieren: Nachdem ich in der katholischen Kirche die Beichte abgelegt habe, bin ich ohne Sünde und darf den ersten Stein werfen. Und vom zweiten und dritten Stein sagt Jesus schon gar nichts. Sobald ein Stein geflogen ist, sind alle Dämme gebrochen.

Schlimmer noch: Diese ganze «Erlösungsgeschichte» wäre ohne Todesstrafe gar nicht möglich gewesen. Das ganze Christentum basiert auf der Todesstrafe!

Wenn Jesus wirklich die Todesstrafe hätte aufheben wollen, hätte er das auch ganz klar so sagen sollen.

Und es ist ganz offensichtlich, dass die Bibel da nicht eindeutig ist, denn es gibt in den bigotten christlichen VSA bis heute die Todesstrafe, und verteidigt wird sie vor allem von den christlichen Fundamentalisten. Wie erklärst Du das?

Am 17.06.2012 13:13 schrieb knuddel:
Auch das, was in keiner Weise interpretiert werden muss.

Offensichtlich sind wir unterschiedlicher Ansicht darüber, was in keiner Weise interpretiert werden muss.

Dir etwas zu zeigen nützt nichts. Du würdest nie von deiner Meinung abweichen. Es sei denn, man näme dir den freien Willen.

Es sei denn, man würde mir überzeugende Argumente, oder besser noch Fakten liefern.

Ich basiere meine Meinung auf Fakten, auf Wissenschaft, Forschung und Vernunft. Mit Glaube kann ich gar nichts anfangen. Dafür kann ich nicht mal etwas, ich ticke nun mal einfach so.

Oder meintest du mit Steinigung den Islam? Wohl kaum, wir haben ja gerade über die Bibel geredet.

Die Steinigung im Islam steht auf demselben Fundament.


[Thema: Vorheriger, verpasster Beitrag:] Nein :-) Aber interessant.

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