Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Volksinitiative gegen Dokmen (cegesh)

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Diskussionsbeitrag:

Am 20.10.2011 22:32 schrieb cegesh:

Ich habe mich gerade erst hier im Forum angemeldet und habe schon ein grosses Anliegen und wollte dazu Eure Meinung wissen und hoffe hier auf Unterstützung zu treffen.

Für mein Gefühl versuchen Evangelikale, Kreationisten und andere religiöse Eiferer in der Schweiz seit längerem schon vermehrt wieder mehr Macht zu erlangen. Das zeigt sich vor allem daran, dass sie immer mehr Einfluss auf die Schulen versuchen aus zu üben. Da wäre einmal eine Evangelikale Privatschule im Kanton Fribourg, in der die Evolution natürlich nichts verloren hat. Gelobt sei der Herr… In Bern gibt es ein neues kreationistisches Lehrmittel für das Fach BIOLOGIE!!! Im Kanton Zürich muss die Evolution nicht unterrichtet werden! Zu guter Letzt gibt es nun auch einen Koranschulkindergarten, der schon die jüngsten indoktriniert. Diese Zustände sind für mich unhaltbar. Man muss diesen Religiösen Eiferern ein für alle mal einen Riegel vorschieben. Jeder darf von mir aus glauben was er will. Aber wenn ein Märchenerzähler vor die Schüler tritt und seine Mythen als Wahrheit anpreist und den Stand der aktuellen Wissenschaft mit keinem Wort erwähnt muss Schluss sein. Warum wird die Evolution nicht in der ganzen Schweiz richtig unterrichtet? Ich bin für eine Volksinitiative, die sich dieses Problems annimmt. Ich umreisse einmal grob einige Gedanken von mir, die so eine Initiative enthalten könnte. 1. Religionsschulen, egal ob Staatliche, oder Private, dürfen erst nach dem Abschluss des Obligatorischen Schulabschlusses besucht werden dürfen. Damit sollen Jugendliche vor vorzeitiger institutioneller religiöser Doktrin, so gut wie es der Staat regeln kann, geschützt werden. Kinder sollen ohne Dogmen aufwachsen um später völlig frei entscheiden zu können, ob sie eine Religionsschule besuchen oder nicht. Religiöse Kindergärten, Tagesstätten, oder ähnliches darf es nicht mehr geben.

2. Die Evolution muss fachgerecht und kompetent in der ganzen Schweiz, an jeder Schule unterrichtet werden. Dies natürlich im Fach Biologie. Kreationismus und andere religiöse Ansichten gehören nicht in den Bereich Biologie, sondern in ein Separates Fach „Religion und Mythen“ (oder ähnlich) wie später noch beschrieben wird. Der Unterricht muss natürlich dem aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst werden und sollte schon früh im Kindesalter ansetzen. Der Unterricht sollte auf eine Art gestaltet werden damit es die Schüler gut aufnehmen und verstehen können. Museumsbesuche sollen nur ein Teil dieser Aktivitäten sein.

3. Religionsunterricht sollte allerdings weiterhin erhalten bleiben. Aber er darf keiner Konfession mehr folgen. Geistliche als Lehrpersonen dürfen in Religion nicht mehr unterrichten. Da sie eher gefahrlaufen als andere Menschen, eine andere Religion falsch wieder zu geben. Es soll natürlich individuell auf die Schüler eingegangen werden. Hier wären Vorträge der Schüler eine gute Form etwas zu lernen, jedoch nie über die eigene (falls vorhandene) Religion, da die Schüler so noch mehr über einen anderen Glauben lernen, wenn sie sich damit kritisch auseinandersetzen müssen. Die verschiedensten Religionen sollten in diesem Fach beleuchtet werden. Die Kreation könnte wenn, dann hier einen Platz finden. In diesem Fach sollte viel Diskutiert und Philosophiert werden. Auch hier sollen die Schüler lernen Mythen und Wissenschaftliche Tatsachen, als solche zu erkennen und diese nicht zu vermischen. Es sollte über die Entstehung der Religion, von den frühsten Anfängen erzählt werden. Das Unterrichtsfach Religion könnte ferner Umbenannt werden, zwei Vorschläge: „Religion und Mythen“ oder „Religion und Philosophie“. Hier könnten auch ab und an Filme, wie „Es war ein Mal der Mensch“, oder „Religulous“ gezeigt und besprochen werden. Auch je nach Alter der Schüler abhängig.

4. Bas Blasphemie Verbot muss aufgehoben werden.

5. Die Verfassung muss wie folgt geändert werden. Sie darf nicht mehr mit den Worten: „Im Namen Gottes des Allmächtigen!“ beginnen. Alternativ dazu wäre „Im Namen des Schweizer Volkes.“, oder andere ähnliche humanistische Sätze in Erwägung zu ziehen. Falls die Bürger dies für nötig erachten.

6. Da ab dem 16ten Lebensjahr die Religionsmündigkeit eintritt, sollten alle Religiösen Zeremoniösen, wie die Taufe, die Beschneidung etc. erst mit dem Sechzehnten Lebensjahr durchgeführt werden dürfen. Da jeder Mensch sich völlig frei für oder wider einer Religion entscheiden können soll.

7. Religiöse Symbole sollten an Schulen verboten werden. Dazu zähle ich auch den Burkini.

Ich bin mir bewusst, dass es für viele Leute provokant ist. Jedoch muss etwas geschehen und das schnell. Ich kann nicht einfach mit ansehen wie religiöse Fanatiker, die Jugend versuchen für ihre Sache zu gewinnen. Die Menschheit hat genug unter den Religionen gelitten und leidet immer noch. Versuchen wir wenigstens in der Schweiz, eine bessre Zukunft in diesem Sinne zu gestalten. Ich bin mir auch bewusst, dass die zwei letzten Punkte, wohl die Provokantesten Punkte sein dürften. Diese könnte man (vorerst) für eine Initiative auch weglassen, wenn davon aus zu gehen ist, dass die Initiative sonst scheitern würde. Was wohl zu erwarten ist. Begründen tue ich, nebst schon genannten Gründen, diese Initiative mit dem Trennung von Staat und Religion. Diese ist momentan in unserem Land immer noch nicht gegeben. Der letzte Krieg den die Schweiz erlebt hat, was oft vergessen geht, war ein Religionskrieg und zwar der Sonderbundeskrieg.

Ich bin nun gespannt was ihr dazu meint. Schiesse ich über das Ziel hinaus? Seid ihr für eine solche Initiative? Ja, aber in einem anderen (gemässigteren) Umfang? Wenn ja, ist jemand bereit, eine solche Initiative aus Bundesebene mit ein zu reichen?

Freundliche Grüsse

Cedric Balmer

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Volksinitiative gegen Dokmen (mrw)


Am 28.10.2011 09:34 schrieb mrw:

Ich teile Deine Bedenken, cegesh und auch Deine Ansätze. das Hauptproblem ist, dass es für eine Initiative schweizweit 100.000 Unterschriften braucht. Wir, und überhaupt die religionsfreien insgesamt, haben keine ausreichende Organisation, um das in der Form die Wege zu leiten.

Die Organisation der Freidenker vertritt als einzige gesellschaftliche Organisartion mit einer einigermassen passablen Struktur unsere Interessen. Ich empfehle Dir, da beizutreten, um Deine Interessen zu unterstützen.

Unter den politischen Parteien hat sich nur die Piratenpartei den Laizismus (Trennung Staat und Kirchen) klar ins Parteiprogramm geschrieben. Die JuSo haben immerhin ein Positionspapier zum Laizismus.

Bei den Nationalratswahlen am Wochenende haben die Freidenker eine Liste der Konfessionslosen aufgestellt und als unbekannte Kleinstgruppierung immerhin beachtlich 0,31% erreicht. Die Piratenpartei hat 0.86% geschafft. Zusammen hat die Listenverbindung von Piratenpartei, Konfessionslosen, AL und PdA einen Sitz nur um ca. tausend Stimmen verfehlt (der wäre allerdings an die AL gegangen). Aber immerhin, es bewegt sich etwas, nur leider nicht so schnell, wie Du und ich es uns wünschen.

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