Atheismus in der Schweiz
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  • Die Bibel ein Märchenbuch - Teil 1 (emporda)

Die Bibel ein Märchenbuch - Teil 1 (emporda)

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Am 18.07.2011 13:31 schrieb emporda:

Die Texte des alten Testaments der Bibel werden in Mittelhebräisch in der Zeit nach 250 v.C. hauptsächlich in Qumran in ostsemitischer Priestersprache in aramäischer Quadratschrift geschrieben. Das Volk kennt sie nicht, es spricht seit 600 Jahren Aramäisch durch die Assyrer und Perser als Besatzer ins Land gebracht und betet zu deren Göttern Baal und Ashera. Die wenigen Sprachkundigen in Mittelhebräisch machen viele Änderungen ohne Dokumentation, bis die Sprache mit der Säkularisierung Palästinas um 73 n.C. untergeht. Vor dieser Zeit gab es nur das westsemitische Althebräisch, das um 1000 v.C. die Hapiru (Hebräer) vom Phönizischen kopieren. Es gibt nur etwa 10 Texten ohne jeden religiösen Inhalt. Mit der Eroberung Jerusalems 589 v.C. und der Verschleppung aller arbeitsfähigen Männer in die Sklaverei geht Althebräisch unter.

Die Perser haben den Yahwe-Kult nicht geduldet, der Gouverneur Sanballat, der um 400 v.C. in Megiddo herrscht, geht militärisch dagegen vor. Elephantine nahe Assuan an der Grenze Ägyptens zu Nubien existiert seit der 1.ten Dynastie als Grenzfeste im Nil. Pharao Pepi I aus der 3.ten Dynastie (2708-2285 v.C.) baut Tempel für Gott Khnum und die Göttin Satis, Pharao Hatschepsut (1479-1458 v.C.) vergrößert den Satis-Tempel. Unter den Persern 495-399 v.C. werden Soldaten hebräischen Ursprungs auf Elephantine stationiert. Eine Textsammlung in Aramäisch, Hieratisch, Demotisch und Griechisch wird dort als Elephantine Papyri entdeckt, darunter der Papyrus von 407 v.C. in Aramäisch an den persischen Gouverneur Bagoas in Megiddo. Jerusalem wird darin als Trümmerfeld beschrieben, der Wiederaufbau fand erst nach der persischen Herrschaft statt.

Die Texte des AT gehen durchweg auf sumerische Mythen zurück lange vor dieser Zeit entstanden. Die Noah-Sintflut kopiert den sumerischen Atrahasis-Epos (um 2000 v.C.), Ziusudra entspricht Noah bei ähnlicher Handlung. Es war Vorlage des Gilgamesch-Epos (um 1200 v.C.), der sich im Pentateuch wieder findet vermischt mit Teilen des Codex Hammurapi. Auf der Tafeln Nr.11 besiedelt Utnapitchim die Welt mit Leben. Im sumerischen Epos tritt der Fluss 7 Tage über die Ufer, das Floß misst 3 x 3 Meter. Welchen Sinn eine Flut in einem Land ohne große Flüsse hat, bleibt fraglich. Palästina ist karg und trocken, wenige Tausend Menschen leben in einer Hirtenkultur als nomadische Banden von Hapiru und Schasu.

Die biblischen Patriarchen sind Phantasien der Frühzeit als kopierte eblaitische Namen wie Yah/Yahweh, A-da-mu/Adam, h’àwa/Eva, Ab-ra-mu/Abraham, Bilhah, Ish-ma-ilu/Ismael, E-sa-um/Esau, Mika-ilu/Michael, Sa-u-lum/Saul, Da-udum/David. In Ebla werden Götzen wie El, Yah, Dagon, Baal, Ishtar, Resheph, Kanish, Hadad, Kura, Nidakul usw. verehrt sowie sumerische/hurritische wie Enki, Ninki, Ashtapi, Hapat, Ishara. Enki ist der sumersiche Schöpfer der Welt lange vor Yah/Yahwe als Kopie und Althebräisch als geklaute Sprache. Eblaitische Mythen sind in der biblischen Genesis zu finden.

Der ugaritische Gott El wird in der Bibel theophorisch zu El(ohim) als Schöpfer der Welt und belegt den jüdischen Tanach als Kopie heidnischer Kulte, die viel mächtiger schienen. Gott El ist in Ugarit Schöpfer der Welt, paart sich potent mit vielen Frauen und wird mit Stierhörnern dargestellt. Viele Götzen in Sumer, Akkad und Babylon tragen eine Tiara mit Hörnern. Ugaritische Götzen sind El, Yamm, Dagan, Mot, Anath, Kothar, Baal (Sohn von El) und Asherah (Frau von El). Martin Luther tilgt Astarte/Asherah aus der Bibel, nicht aus religiösen Motiven, dem Supermacho war ein Weib an Gottes Seite einfach ein Gräuel. Pontifex Maximus nennt sich der mit Fischschwanztalar und Fischkopfhut geschmückte oberste Baal-Priester Babylons, Baals unfehlbarer Stellvertreter lässt sich Ring und Schuhe küssen, seine Priester leben zöllibatär wie katholische Priester heute. Die Perser erobern 539 v.C. unter Kyros II Babylon, der Pontifex Maximus flieht ins lydische Pergamon (Bergama zwischen Troja und Izmir). Der letzte Attalide (546-133 v.C.) Atallus Philometor Euergetes überträgt 133 v.C. den Baal-Titel und die Stadt dem Herrscher in Rom. Sein illegitimer Sohn erhebt Anspruch auf die Stadt und den Titel, er verliert aber gegen Rom. Kaiser Flavius Gratianus (359-383 n.C.) will den Baal-Titel nicht, der Bischof von Rom (Papst) ursupiert ihn mitsamt dem Affenkostüm aus Fischhut, Talar, Hirtenstab und 2 Schlüssel von Gott Janus. Die Schlüssel werden 431 n.C. dem Apostel Petri geweiht. In der Zeit 1719-1692 v.C. erobern die Hyksos (Heka Chasut = Führer der Fremdländer) unter ihrem König Timaus das untere Nildeltas, offenbar sind es die biblischen Amurriter. Dies geschieht unter Pharao Harembab, nicht zu verwechseln mit dem Pharao Harembab der 18.ten Dynastie. Als Herkunft nennt der Sallier-Papyrus Asia, die Hyksos werden dort als Aamu=Asier bezeichnet, mit ihrer Religion ist der syrische Mittelmeerraum wahrscheinlich. Auslöser der Völkerwanderungen kann offenbar der Santorin Ausbruch 1645 v.C. und der Avellino Ausbruch 1660 v.C. sein. Die Hyksos nutzen bereits überlegene Bronzewaffen mit Pfeil und Bogen wie sie in Ebla und Mari gefertigt und gehandelt werden. Dazu kommen Pferde und Streitwagen als Teil ihrer Militärtechnik, das ist im frühen Ägypten noch unbekannt. Die Hyksos waren sicher keine ethnischen Proto-Hebräer aus Palästina.

Von ihrer Stadt Auaris (Tell ed Daba'a) regieren sie Teile Ägyptens bis Memphis, Farasha, Tell el Sahaba, Bubastis, Inshas. Sie übernehmen vollkommen die pharaonische Titulatur, der Yahwe Kult ist ihnen unbekannt. Die Cartouche von König Apepi I bedeutet „groß und mächtig wie Re“ und belegt die ägyptische Götzenverehrung, der Name selber ist eine Variante des ägyptischen Gottes Apophis. Verehrt wird außerdem der Gott Seth, der ugaritische Rehsef und der sumerische Baal. In einem Papyrus an den Pharao Tao II in Theben spottet der Hyksos-König Apepi I über die schnarchenden Nilpferde. Die Ruinen in Auaris haben keine typisch ägyptischen Grundrisse, man findet dagegen die ältesten Pferdeskelette Ägyptens und Reste eines Menschenopfers. Der Turin-Royal-Canon Papyri bestätigt die Angaben des Historikers Manetho, der Papyrus Ipuwer ist dagegen reiner Katastrophismus als Vorlage für spätere biblische Endzeit-Visionen der Phanstasten.

Im Jahr 1532 v.C. besiegt Pharao Ahmose I (1550-1525 v.C.) die Hyksos. Flavius Josephus erwähnt Manethos (305-282 v.C.) Aegyptiaca und berichtet wie Ahmose I die Stadt Auaris (Avaris) mit 180.000 Mann belagert und den Abzug von 240.000 Hyksos über Sharuhen mit Hab und Gut erzwingt, was nach der Größe der Ausgrabung von Auaris wie üblich um das 1000-fache übertrieben ist. Die Hyksos gründen irgendwo in Judäa im Land wo Milch und Honig fließt eine neue Stadt. Unter ihrem Priester Osarsiph versuchen sie Auaris erneut zu erobern und werden vom Pharao endgültig aus seinem Reich verjagt.

Transportlogistik war überwiegend unbekannt, feindliche Heerhaufen haben das Land kahl gefressen. Durch eine Halbwüste ohne Quellen kann kein Heer marschieren, bei 35 kg Traglast und >5 Liter/Tag an Wasser sind mit befestigten Stützpunkten 150 km/Woche die maximale Reichweite. Pferde brauchen <60 Liter Wasser/Tag und sind ungeeignet, nur die Heerführer dürften diesen Luxus genutzt haben. Die Ägypter haben für die Marschkolonne vorab alle 70 km Wasserdepots in Tonkrügen angelegt. Pharaonen wie Thutmosis III hatten im Palast am Nil Stallungen für <400 Pferde, der Fellache hat allenfalls einen Esel.

Nach Kadesch etwa 400 km entfernt marschiert ein ägyptisches Heer von <2.000 Mann. Die Truppen von Thutmosis III starten von der Grenzfestung Sile (Tjaru), erreichen nach 10 Tagen Gaza, nach 11 weiteren Tagen Jehem (Chirbel Jimma). Auf dem Weg werden zur Versorgung keine befestigten Städte erobert. Dem Jäger-Beute Verhältnis in der Natur entspricht gleichfalls ein Verhältnis Eroberer-Bevölkerung im Krieg, da Versorgungslogistik nicht existiert. Napoleon ist in Russland mit >90% Verlusten gescheitert, weil seine 600.000 Soldaten im fast leeren Land verhungern und erfrieren.

Um 1400 v.C. sind Ägypten, Mitanni, Babylon, Assyrien und die Hethiter die Großmächte, die sich oft die Beute teilen wie König Tusratta (EA17-24) aus Mitanni und Pharao Amenophis III bzw. dessen Nachfolger Amenophis IV (EA29-35). Judäa und Samaria waren nie vereint sondern als viele kleine Stadtstaaten nur Beute mächtiger Nachbarn. Pharao Thutmosis III führt um 1430 v.C. Kriege gegen Megiddo und die phönizischen Häfen. Auf Stelen in Memphis und Karnak prahlt Amenhotep II 1420 v.C. von 89.000 Gefangenen im Krieg gegen Kanaan, darunter 3.600 Apiru (Hapiru) übertrieben um den Faktor 1000. Um 1550 v.C. werden die Hapiru auf Stelen im syrischen Alalakh erwähnt.

Hapiru ist keine Ethnie, es bedeutet „Räuberhaufen“ welcher nach 1000 v.C. die Schrift, Sprache und Götzen der Phönizier kopiert und eine Identität schafft. Die nachweisliche Existenz vieler Könige in den Orten Palästinas als Teil von Ägypten widerlegt ein hebräisches Reich als Phantasie. Große Reiche hinterlassen in den Texten ihrer Nachbarn Spuren wie in den etwa 100.000 Tontafeln. Die Ägypter haben Handelsverträge mit Tyros, Ugarit und Hattusa, haben Heiraten mit Prinzessinen aus Ugarit, teilen die Kriegsbeute mit Assyrien, Ugarit stellt vertraglich Soldaten an Hattusa usw. In keinem der enorm vielen Texten und Keilschrifttafeln der Nachbarstaaten gibt es nur eine Spur des hebräischen Reiches von Jerusalem. Israeliten=Hapiru bedeutet die biblischen Patriarchen sind reine Machtphantasien der Religiotie wie die Supermann-Hefte heute.

emporda 2011/07/18 13:28

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