Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Nationalhymne in der Armee - Pflicht? (datura)

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Diskussionsbeitrag:

Am 05.03.2011 13:36 schrieb datura:

Glauben Atheisten nichts. Atheisten fehlt jeglicher Glaube. Somit ist es schon mal ausgeschlossen, dass dein Glaube durch das singen der nationalhymmne eingeschränkt wird. Wo kein Glaube ist, kann kein Glaube entzogen werden. Somit ist letzterer Punkt den ich unter Glaubensfreiheit genannt habe nicht tangiert.

Du hast möglicherweise übersehen, dass das Dienstregelment nicht nur Glaubensfreiheit gewährleistet. Es soll, die Glaubens- und Gewissensfreiheit gewährleisten. Diese allerdings entbindet nicht von dienstlichen Pflichten.

Es erscheint aber fragwürdig, ob es sich beim singen der Nationalhymne um eine 'dienstliche Pflicht' im Sinne der Dienstvorschrift handelt. Die Aufgabe eines Heeres besteht in der Landesverteidigung. Darunter fällt meines erachtens auch der Katastrophenschutz.

Das singen der Nationalhymne, auch wenn das Wort "GOTT" drinnen vorkommt ist meineserachtens keine religiöse Handlung, da sie nicht im religiösen Kontex geschieht.

Offen ist nun die Frage in wie weit davon die Gewissensfreiheit betroffen ist. Im Text " Betet, freie Schweizer, betet! Eure fromme Seele ahnt Gott im hehren Vaterland, Gott, den Herrn, im hehren Vaterland." scheint es eine Aufforderung zu einer religiösen Handlung zu geben.

Gemeinsam mit einer grundsätzlichem Einstellung die jede Religion ablehnt wird kann daher die Gewissensfreiheit und nicht die Religonsfreiheit tangieren. Dies muss näher untersucht werden.

Meines erachtens muss auch die Frage ob es die GEWISSENSFREIHEIT tangiert wird negativ beantwortet werden.

Im nichtreligiösen Kontex eine religiöse Handlung zu fordern ist meines Erachtens keine religiöse Handlung. Im Zusammenhang mit dem nicht religiösen Kontex wird daher keine religiöse Handlung gefordert.


Um zu verdeutlichen, was ich damit meine, darf ich folgenes Beispiel erwähnen:

Ich beobachtete, wie sich zwei Personen zu einem Mordkomplott verabredeten. Bin ich verpflichtet das der Polizei zu melden?

Nein! Ich sitze im Theater bei Macbath. Ein Mordkomplott ist nicht wirklich ein Mordkomplot, weil man dem Kontex nicht außer Acht lassen darf.

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Nationalhymne in der Armee - Pflicht? (gwendolan)


Am 11.03.2011 17:02 schrieb gwendolan:

Datura, die Religionsfreiheit ist Bestandteil des Grundrechts "Glaubens- und Gewissensfreiheit". Tangiert und eingeschränkt wird durch einen staatlichen Zwang, den Schweizerpsalm (sic!) zu singen, die negative Religionsfreiheit ("Niemand darf gezwungen werden, eine religiöse Handlung vorzunehmen"). Dies daher, weil dieser Psalm eben ein Gebet in Gesangsform, also ganz klar eine religiöse Handlung ist. Deinen Verweis auf den Kontext kann ich nicht nachvollziehen, dein Beispiel hinkt an allen Ecken und Enden:

1. Es besteht überhaupt keine allgemeine Pflicht, irgendetwas der Polizei zu melden.

2. Die Soldaten spielen ja nicht Theater, sondern singen das Lied um des Singens willen. Das ist genau das, wofür ein religiöses Lied da ist: Um von Gläubigen gesungen zu werden, zur Anrufung Gottes. Nicht-Christen wollen da nicht mitmachen, das ist ja wohl klar.

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