Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Paralleluniversen [Re: Stephen Hawkings Meisterwerk] (lykas)

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Diskussionsbeitrag:

Am 28.11.2010 02:47 schrieb lykas:

Hallo,

ich habe leider den Anfang dieser Diskussion "Paralleluniversen [Re: Stephen Hawkings Meisterwerk]" bisher nicht gefunden, aber ich habe alle Beiträge die ich finden konnte durch gelesen; eine wirklich spannende Diskussion.

Eure Meinungen zu zwei Punkten, die ich bisher in der Diskussion noch nicht gefunden habe, würden mich sehr interessieren.

1. Wer ausser mir erachtet die Multiverse Theorie als eine billige Ausrede? Meiner Ansicht nach wird dieser Ansatz in der Kosmologie nur deshalb verfolgt, weil die many-worlds-interpretation in der Quantenmechanik eine deterministischen Erklärung erlaubt. Den Nutzen in der Kosmologie ist mir aber bisher schleierhaft. Zwar versehe ich, dass die probabilistiche Kopenhagener-Interpretation der Quantenmechanik sehr unbefriedigend ist. Ich habe die Kopenhagener-Interpretation eigentlich immer als einen praktischen Witz betrachtet, der in der Wissenschaftsgemeinde Amok gelaufen ist. Es gab ja auch viele prominente Stimmen die sie abgelehnt haben. Z.B. Einstein ("god does not play dice"); oder Schrödinger, der sie mit seinem Gedankenexperiment mit der Katze in der Kiste mit dem Zianitgas ad absurdum führen wollte (ironischerweise gilt Schrödingers Katze heute als das Paradebeispil für die Kopenhagener-Interpretation). Die many-worls-interpretation macht die sache aber nicht weniger absurd. Wie können sich so viele rationale Menschen mit so einer hanebüchenden Interpretation der Physik des ganz kleinen abfinden. Wer hat nicht auch Mühe so etwas zu akzebtieren? Es erinnert mich an eine religiöse Erklärung eines unverstandenen Phänomens wie z. B. der Verlauf der Sonne über das Himmelszelt als der Gott Ra der die Sonne in seinem Streitwagen jeden Tag durch den Himmel zieht. Sind auch Wissenschafter nicht frei von religiösen Denkansätzen? Wieso haben beispeilsweise andere deterministische Formulierungen der Quantenmechanik, wie z.B. Böhmschemechanik, nicht mehr Akzeptanz. Hat sich die Wissenschaft kampflos dem Dogma unterworfen, dass der menschliche Verstand die Realität sowieso nicht verstehen kann und somit eine realistische Erklärung gar nicht gesucht werden braucht? Versteht mich bitte nicht falsch. Ich akzeptiere die Quantenmechanik als eine der best getesteten Theorien überhaubt. Ich verstehe nur nicht, dass man so eine absurde Interpretation wie die Kopenhagener-Interpretation oder die many-worlds-Interpretation ernst nehmen kann. Müsste ein seriöser Wissenschafer nicht, solange nichts besseres bekannt ist, nur die Feynman-Interpretation (= "shut up and compute") akzebtieren? Eure Gedanken dazu würden mich wirklich interessieren. 2. Ich sehe zwar den Namen "Stephen Hawkings" im Titel der Diskussion, mir ist aber nicht ganz klar in welchem Zusammenhang der hier hinein geraten ist. (Wie schon erwähnt, ich habe den Anfang der Diskussion noch nicht gefunden.) Aber im Zusammenhang mit dem Anfang des Universums, wollte ich mal fragen, ob jemand von euch schon von seinen neuen Ansätzen gehört hat, in dem der Big Bang keine Singularität ist, sondern aus unserer Sicht einfach ein Punkt im Unentlichen (wie ein Fluchtpunkt in einer prjektiven Geometrie). Der Punkt im unentlichen ist aber ein, von der Nähe aus gesehen, nicht anders als andere Punkte. Das Universum könnte so betrachtet sowohl endlich als auch ohne Anfang sein! Ich stelle mir das so vor, wie eine Kugel, die durch stereografisch Projektion auf eine Ebene abgebildet wird. Es ist unmöglich alle Punkt abzugebilden; ein Punkt bleibt immer übrig (dieser Punkt verhält sich wie eine Singularität). Dieser Punkt unterscheidet sich aber in Wirklichkeit nicht von den anderen. Der Urknall (der Anfang des Universums) wäre dann also nichts weiteres als die Grenze des Wahrnehmbaren/Beobachtbaren. Kennt sich jemand mit diesen Theorien aus und kann mir sagen ob meine Betrachtung Sinn macht? oder mir erklären wie man sich das vorstellen muss? Und natürlich die wichtige Frage für diese Forum: Was bedeutet es für die Existenz eines "Schöpfers", wenn dass Universum zwar Endlich ist, aber keinen Anfang hat?

Ich hoffe das ist nicht zu viel bla bla. Ich habe nur versucht einige Gedanken und Fragen die ich habe in Worte zu fassen. Ich würde mich sehr über Komentare, sowohl aus religiösem als auch aus nicht-religiösem Hintergrund freuen.

Lykas

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