Atheismus in der Schweiz
Diskussion

psychologischer Effekt des Glaubens (fredric)

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Diskussionsbeitrag:

Am 24.08.2010 09:26 schrieb fredric:

Ich verstehe folgende Thesen als Erweiterung der Aussagen aus http://de.wikipedia.org/wiki/Freier_Wille#Hirnforschung auf moralische Entscheidung bzw. episodisches Gedächtnis etc.

Thesen:

1) Der Mensch wird hauptsächlich durch unterbewußte Überzeugungen gelenkt. 1)a) Die Wirkung des freien Willen bei aktuellen Entscheidungen ist grundsätzlich gering. 1)b) … und geht gegen Null je spontaner eine Entscheidung ist. 1)c) Von einer Entscheidung durch freien Willen kann nur dann die Rede sein, wenn der Entscheidung ein aufwendiges, anstrengendes Abwägen der Argumente voran ging. 1)c)1) Eine gefühlsbegründete Entscheidung ist eine Entscheidung nach freiem Willen, wenn man sich über die Gefühle bewußt ist und diesen bewußt Priorität zuordnet.

2) Diese Überzeugungen können sich auf Grund von Erfahrungen ändern. 2)a) Hauptsächlich durch negativ-Erfahrungen/Rückmeldungen ('das war ein Fehler'). 3) Eine wichtige Aufgabe des freien Willens ist die Bewertung von Erfahrungen und die Erstellung bzw. Korrektur von Überzeugungen gemäß den Ergebnissen dieser Bewertungen. 3)a) Der freie Wille wird aber (Zeitanteilsmässig) hauptsächlich für die täglichen Entscheidungen genutzt, denn… 4) Der erwachsene Mensch ändert selten seine Überzeugungen.

5) Schränkt man sich auf die Betrachtung des psychologischer Effekt ein, gibt es keinen Unterschied zwischen Wissen, Meinung, Glauben, Glaube, tiefreligöser Glaube, etc.: diese bewußten Überzeugungen sind die Immanenz der unterbewußten Überzeugungen. 5)a) Allg. betrachtet unterscheiden sich Wissen, Glaube etc. im Wesentlichen durch ihre Begründbarkeit. 5)b) Diese Unterscheidung bzw. der freie Wille ist bei der Betrachtung dieses psy. Effekts nicht relevant - die Überzeugung existiert bereits, die Äusserung des Wissens, Meinung etc. ist zum Zeitpunkt der Äusserung ist nichts weiter als genau das: eine bloße Äusserung. Anders ausgedrückt: jedes persönliche Wissen ist zunächst einmal ein Glaube; ein Glaube mit einer Begründung - oft genug ist diese Begründung nachträglich hinzugekommen.

Weitere Aspekte, die den religiösen Glauben vom Alltagsglauben abgrenzen: 5)c) Starke emotionale Beteiligung des Gläubigen, die zu Motivation führt. 5)d) Unwille zum Zweifel bis zum dogmatische Ausschluß von Kritik. 5)e) transzendentales / mystisches Empfinden, oft zusammen mit starker, unvernünftiger Euphorie oder Angst. 5)f) Glaube an eine allmächtige und/oder gütige Persönlichkeit / Entität, die meist auch die absolute Moral darstellt und die einzige Begründung des rel. Gl. ist.

5)g) keiner dieser Aspekte ist absolut - jedwede vorstellbare Kombination von Abstufungen der Dimensionen Begründbarkeit, Kritikverweigerung, religiösem Empfinden, Motivation wird auch in irgendeiner Form von Überzeugung/Glaube/Wissen existieren.

Wenn ich von Glaube(n) rede, meine ich im Wesentlichen: mangelnde Beweise & Unwille diese beizubringen oder an vorhandenen zu zweifeln; emotionale Beteiligung des Glaubenden.

6) Jeder Mensch hat Überzeugungen, die er nicht gerne Zweifel aussetzt / deren Angriff eine emotionale Reaktion auslöst.

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Re: psychologischer Effekt des Glaubens (emporda)


Am 18.07.2011 13:55 schrieb emporda:

Vielen Punkten kann ich zustimmen

Wissenschaft ist eine Methodologie des Zweifels, sie arbeitet mit Hypothesen, Theorien, Fossilien, Tests wieder und wieder auf der Suche nach gesicherten Antworten für eine allen Forschern zugängliche und immer wiederholbare Realität. Forschendes Denken im Zweifel als zentrales Element neuer Erkenntnis reduziert die religiöse absolute Wahrheit als puren Unsinn.

Etwa 4350 Religionen erschöpfen sich als parasitärer geistiger Diebstahl in anderen Kulturen. Zweifel an der geklauten Wahrheit sind verboten und werden durch Drohung mit Existenzvernichtung bis zum Mord bestraft. Christliche Wahrheiten sind Phantasien nach 250 v.C. in Palästina aus sumerischen Mythen als AT kopiert. Gegenteilige wissenschaftliche Erkenntnis wird willentlich ignoriert, Religion als wahnhafter Kult, zementiert in ewig wahren Dogmen, kann weder Wissen integrieren noch neues schaffen. Als Wahn oder Psychose gilt eine gestörte Realitätserfassung ohne Einsicht und wird zur psychotischen Schizophrenie, wenn der Wähnende leidet oder sein Verhalten für seine Mitwelt unzumutbar wird.

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