Atheismus in der Schweiz
Diskussion

ReRe: Glaube (fredric)

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Diskussionsbeitrag:

Am 29.07.2010 23:23 schrieb fredric:

Alles zum großen Teil richtig, aber an dem Punkt vorbei, der für mich interessant ist. Mir geht es nicht um Religion, Beten, Gott, Demut etc. Ich rede vom rein persönlichen Glauben - welche Wirkung er im innersten des Menschen hat.

Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten basierend auf der eigenen Erfahrung.

… trifft es am ehesten. Vertrauen ist ein zentraler Aspekt des persönlichen Glaubens. … der persönliche Glaube, der einem das Gefühl von Rückhalt gibt.

Wissenschaft

Das Wissen der Menschheit ist so groß, das ein Wissenschaftler froh sein kann, die wichtigsten Werke aus seinem Fachgebiet zu kennen. Dennoch ist er davon überzeugt, dass all dieses Wissen in der gesamten Breite da und so weit wie möglich richtig ist. Er glaubt an das System Wissenschaft (Logik, Nachprüfbarkeit etc.). Auch ist für viele Wissenschaftler der Glauben wichtig, dass eines Tages die Wissenschaft alles erklären kann - Stichwort Weltformel. Es sind noch lange nicht alle Naturgesetze gefunden aber es ist für die meisten Wissenschaftler eine Grundvoraussetzung, dass es sie gibt. Und zwar logische Gesetze: Was sagt Einstein über die Quantentheorie?: "Gott würfelt nicht." Ok, hier kommt Gott vor aber es geht auch klar hervor, dass Einstein an eine logische Welt glaubte. (Ob diese logischen Naturgesetzen für ihn oder sonst wen von Gott kommen, gehört in eine andere Diskussion). Als Popper sagte, dass Theorien nur falsifiziert werden können, tat sich die Wissenschaftsgesellschaft sehr schwer damit. Ähnlich mit Gödels Unvollständigkeitssatz. Warum das alles? (Logische Naturgesetze, Nachprüfbarkeit,etc.) : Sicherheit - es ist das gleiche Bedürfnis nach dem Gefühl Sicherheit, dass die einen an Naturgesetze und die anderen an Gott glaubenßt. Und wer behauptet, dass das nicht wichtig sei, gerade weil es um Gefühle gehe, die in der Wissenschaft nichts zu suchen haben: Gefühle sind die einzigen Motivatoren für den Menschen. Ohne das Gefühl, dass seine Arbeit von Bedeutung ist, würde es kein Wissenschaftler schaffen auch nur seinen Rechner einzuschalten. (Welche Gefühle ist Nebensache, sei nun durch Erkenntnisgewinn, Produktivität oder Anerkennung). Der volkstümliche Glaube an die Wissenschaft ist ganz leicht nachzuweisen: dazu muss man nur eine Waschmittelwerbung mit irgendwelchen tollen (aber unsinnigen) Diagrammen ansehen.

Geld
… Horten von Gold…

Man glaubt an das Geld, weil man an das Gold - das es stützt - glaubt. Ja und warum ist Gold so teuer und wertbeständig? Gold ist technisch bis vor 100 J. zu nichts nutze gewesen - es sieht einfach nur schön aus. Und wenn wirkliche Wichtiges gibt, ist auch Gold auf einmal kaum was wert (siehe Casablanca). Warum kam es den zum Crash der Immobilien-Aktien? Weil viele Leute glaubten, dass diese Immobilien nicht nur ihren (unrealistischen) Wert behalten, sondern sogar noch mehr Wert werden.

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Re: ReRe: Glaube (datura)


Am 30.07.2010 21:21 schrieb datura:

Am 29.07.2010 23:23 schrieb fredric:
Alles zum großen Teil richtig, aber an dem Punkt vorbei, der für mich interessant ist.
Mir geht es nicht um Religion, Beten, Gott, Demut etc. Ich rede vom rein persönlichen Glauben - welche Wirkung er im innersten des Menschen hat.

Welchen rein persönlichen Glauben meinst Du? Meinst Du den rein persönlichen Glauben an ein höheres Wesen? An irgentwelche Geister oder Elfen? Ist damit dein persönlicher Glauben an das Wissen gemeint? Es gibt so viele persönliche Glaubensmöglichkeiten.

Und zwar logische Gesetze: Was sagt Einstein über die Quantentheorie?: "Gott würfelt nicht." Ok, hier kommt Gott vor aber es geht auch klar hervor, dass Einstein an eine logische Welt glaubte. (Ob diese logischen Naturgesetzen für ihn oder sonst wen von Gott kommen, gehört in eine andere Diskussion).

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Wissenschaft, Geld und [ Re: ReRe: Glaube ] (mrw)


Am 31.07.2010 21:12 schrieb mrw:

Am 29.07.2010 23:23 schrieb fredric:
Alles zum großen Teil richtig, aber an dem Punkt vorbei, der für mich interessant ist.

Und Deine Antwort geht an meinem Hauptpunkt vorbei: Es gibt verschiedene Arten von «Glaube», die zum Teils sehr stark vom religiösen Glaube abweichen, die zum Teil ebenso stark von «glauben» im Sinne von «vermuten» abweichen, so dass ich diese Arten von «Glaube» eben nicht als «Glaube» bezeichnen mag.

Aber unabhängig von der Definition des Wortes «Glaube»: Was die Wissenschaft betreibt und was die Religion betreibt ist grundverschieden und kann nicht auf etwas gemeinsames zurückgeführt werden.

Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten basierend auf der eigenen Erfahrung.

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Re: ReRe: Glaube (sara)


Am 10.08.2010 19:33 schrieb sara:

Warum das alles? (Logische Naturgesetze, Nachprüfbarkeit,etc.) : Sicherheit - es ist das gleiche Bedürfnis nach dem Gefühl Sicherheit, dass die einen an Naturgesetze und die anderen an Gott glaubenßt.

Da würde ich dir TEILWEISE zustimmen. Ich würde für Wissenschaftler aber eher "Kontrolle" als "Sicherheit" einsetzten. Wir müssen alle, ob religiös oder wissenschaftlich orientiert, das Gefühl haben, zu einem bestimmten Grad in Kontrolle unseres Lebens zu sein, zu verstehen, was um uns herum passiert und warum, Dinge vorhersagen zu können; wir wollen alle einschätzen können, was uns in der Zukunft erwartet, damit wir darauf vorbereitet sind und idealerweise Dinge verhindern oder aber rechtzeitig reagieren können. Unser Hirn ist evolutionär dazu verdingt, die Welt anhand von "Ursache und Konsequenz" zu interpretieren, Instabilität und Chaos können uns in den Wahnsinn treiben.

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