Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Wissenschaft, Geld und [Re: ReRe: Glaube] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 02.08.2010 00:28 schrieb mrw:

Am 01.08.2010 22:38 schrieb fredric:
Wenn man von Vertrauen redet handelt es sich aber normalerweise nur um 80% Sicherheit - ein Risiko ist immer da.

Ja, Du hast es gut auf den Punkt gebracht: Vertrauen im Glauben ist ein Vertrauen ohne ausreichende Grundlage.

Noch mal zum Immobilien-Crash (auf den du nicht eingegangen bist):

Sollte ich darauf eingehen? Das hat nicht viel mit Glaube zu tun, aber sehr viel mit 1. Gier und 2. Verantwortungslosigkeit: Es wurden Strukturen aufgebaut, mit denen jeder abzocken konnte, ohne Verantwortung zu tragen.

da fällt es mir schwer von Vertrauen der Fachleute in das Finanzsystem (oder was auch immer) zu reden - das ist für mich Glaube.

Für mich ist das vor allem Psychologie …

Religion: zum 2. und letzten mal: das worum es mir geht hat NICHTS mit Religion, Kirche oder Dogmen zu tun! Das Du offensichtlich eine Wut auf Religion und Kirche hast kann ich gut verstehen, aber wenn ich noch eines dieser Wörter in einem Beitrag finde der sich als Antwort auf meinen Beitrag Glaube versteht kannst Du gleich meinen Account löschen.

«Religion», «Kirche» — und tschüss :-PKirche» sagte ich doch vorhin gar nicht?!?)

Ne, mal im Ernst, so intolerant? Ich habe keine Wut auf Religion und Kirchen, ich wehre mich nur gegen ihre Ansprüche und Privilegien.

Und was den Glauben betrifft, so unterschied ich nur den religiösen Glauben vom Rest. Das war eigentlich schon alles.

Wissenschaft:
Leute vom Fach wissen, dass Wissenschaft wohl keine absolute Wahrheit liefern wird. dennoch ist da ein starkes Streben der absoluten Wahrheit möglichst nahe zu kommen

Logisch, darum geht es ja: Sich der Wahrheit so weit als möglich anzunähern.

was für mein Argument zum Bedürfnis nach Sicherheit völlig ausreicht.

Der Punkt ist: Mehr ist gar nicht möglich! Wenn Du anderer Meinung bist, dann kläre mich auf: Wie?

Wird diese Sicherheit in Zweifel gezogen, reagieren die Wissenschaftsgläubigen sehr menschlich

«Wissenschaftsgläubig» würde ich nicht sagen. Aber klar, jeder reagiert menschlich. Die Frage ist mehr: Sind es begründete Zweifel, in die diese «Sicherheit» gezogen wird? («Sicherheit» in Anführungszeichen, weil es ja keine absolute Sicherheit geben kann, sondern nur eine relative.) Hier im Forum erlebe ich von christlicher Seite sehr viel unbegründete Zweifel an der Wissenschaft, basierend auf Halbwissen, daher diese Rückfrage …

Davon abgesehen dürfte es sehr viele Nicht/Halb-Wissenschaftler geben, die in der Wissenschaft tatsächlich den Weg zur absoluten Wahrheit sehen.

Das wäre dann falsch, kann aber vorkommen, wenn man sich nicht überlegt, was die Wissenschaft eigentlich tut.

Gibt es «Halb-Wissenschaftler»?!?

Es ist der bestmögliche bekannte Weg zur Annäherung an die Wahrheit.

Aber ja, Du hast wahrscheinlich recht: Wer gern gläubig ist, der kann seinen Glauben auf die Wissenschaft «umlenken»; und dann entsprechend enttäuscht sein, wenn mal eine wissenschaftliche Erkenntnis revidiert werden muss. Diese Haltung ist zwar falsch, könnte aber durchaus vorkommen.

Ein jeder geht davon aus, dass jeder andere seine Einschätzung teilt.

Eben - seit wann ist ein Kreisschluß ein vernünftiges Argument?

Seit wann ist die Wirtschaft vernünftig? ;-)

Na ja, sie ist es wenigstens teilweise, aber Wirtschaft ist weder mathematisch noch logisch, sondern heuristisch und psychologisch.

Das hat nichts mit dem Glauben an Gold zu tun, sondern mit der Psychologie der Menschen.

Selbstverständlich betrachte ich als Wissenschaftsorientierter den Glauben mittels der Psychologie. Und die Psychologie sagt auch ganz klar, dass der Mensch sehr oft nicht logisch und oft nicht mal vernünftig handelt.

Logisch tut er das. Viele Menschen lieben zwar die Klarheit der Logik, aber das Verhalten ist ein ganz anderes. Entscheide werden innert Sekunden aus dem Bauch heraus getroffen; und hinterher versucht man dann noch seine Entscheidung logisch zu begründen, zu rechtfertigen.

Wenn ich mich recht erinnere, u.a. auch nachzulesen in Michael Schmidt-Salomon, «Jenseits von Gut und Böse: Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind».

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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ReRe: Wissenschaft, Geld und [ Re: ReRe: Glaube ] (fredric)


Am 04.08.2010 21:40 schrieb fredric:

Wir nähern uns. Gemäß http://de.wikipedia.org/wiki/Glaube ist meine Verwendung von 'persönlicher Glaube' unpassend. Ich versuchs noch mal: Es geht mir um: Den psychologischen Effekt des religiösen Glaubens - abgelöst vom (jeweiligen) Glauben, bzw. der Religion. Meine Thesen: A) Der Begriff Glaube ist mehrdeutig. B) Mit Recht: es gibt einen fließenden Übergang des Glaubens von 'Meinung/wahrscheinlich' über 'einer Person glauben' über 'an eine Person glauben' über 'an ein Ideal glauben' über 'Vernunft-Mensch mit religiösem Glaube' (der sich im Alltag nach der Vernunft richtet aber klar sagt an die Existens eines Gottes zu glauben) bis hin zum 'absolut religiösen Mensch' (der sich z.B. strikt an die Bibel hält).

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