Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: ReRe: Wissenschaft, Geld und [Re: ReRe: Glaube] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 07.08.2010 21:27 schrieb mrw:

Am 04.08.2010 21:40 schrieb fredric:
A) Der Begriff Glaube ist mehrdeutig.

Ja, sicher.

B) Mit Recht: es gibt einen fließenden Übergang des Glaubens von 'Meinung/wahrscheinlich' über 'einer Person glauben' über 'an eine Person glauben' über 'an ein Ideal glauben' über 'Vernunft-Mensch mit religiösem Glaube'

Auch der Glaube an ein Ideal kann zu religiösem Glauben ausarten, spätestens wenn jemand bereit ist, für sein Ideal zu töten.

(der sich im Alltag nach der Vernunft richtet aber klar sagt an die Existens eines Gottes zu glauben)

Das erlebe ich hier immer wieder.

Religiöse Menschen sind oft sehr zwiespältig: Im Alltag handeln sie vernünftig. Bei der Wissenschaft sind sie überkritisch, zumindest gegenüber der Evolutionstheorie, wenn die Wissenschaft dem «Intelligent Design» widerspricht. Dieselben kritischen Masstäbe legen sie aber ab, wenn es um Fragen ihrer Religion geht. Da sind sie plötzlich nicht mehr kritisch und behaupten, dass dieselbe Vernunft, die sie sonst gerne benutzen, hier an ihre Grenzen stossen würde.

C) Jede Art von (scheinbar) unverünftige bzw. unbegründeten Glaubens funktioniert psychologisch wie der religiöse Glaube.

Möglich.

D) Religiöser Glaube beinhaltet oft Ignoranz.

Oh ja.

E) Auch der religiöse Glaube ist (indirekt) vernünftig.

Nicht einverstanden.

E)a) Begründung 1: sonst wäre er nicht so weit verbreitet / Evolutionstheorie

Das ist nur eine von zwei möglichen Erklärungen. Die andere besagt, dass der Glaube ein Nebenprodukt unserer ausserordentlichen kognitiven Fähigkeiten ist. Da unser Gehirn uns ausserordentlich viel bringt, ist dieses Abfallprodukt sozusagen hängengeblieben und hat sich nicht ausgemerzt.

Nach einer kleinen Suche im Netz: ORF/Science: «Religion als Nebenprodukt?» stellt die beiden Erklärungsansätze gegenüber.

E)b) Begründung 2: er verhindert, dass man sich durch zu viel Zweifel lähmt

Kein Zweifel lähmt noch mehr.

/ hält einem davon ab mit übermässigem Denken Energie zu verschwenden.

Religion und Glaube ist die grösste aller Energieverschwendungen.

Denk mal an die Prachtbauten, das Blut, das geflossen ist, die Selbstversagungen, …

Nein, «religiöser» Glaube ist nicht vorteilhaft. Unter A) schreibst Du, dass der Begriff sei mehrdeutig. Ich denke, dass Du genau das verwechselt hast. Andere, schwächere Formen von Glaube sind vorteilhafter: Der Glaube an sich selbst, an eigene Fähigkeiten oder an die Fähigkeiten oder Ehrbarkeit anderer. Das ist die Art von Glaube, der im Alltag nützlich sein kann (wenn man nicht übertreibt).

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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psychologischer Effekt religöser Glaube [ Re: ReRe: Glaube ] (fredric)


Am 08.08.2010 15:13 schrieb fredric:

C) Jede Art von (scheinbar) unverünftige bzw. unbegründeten Glaubens funktioniert psychologisch wie der religiöse Glaube.

Möglich.

Das war meine Kernaussage - ein Wort reicht mir da nicht.

Wie wär's zum Einstieg damit:

C)a) Hat jemand, der oft auf (aktuell) wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreift, der sich aber noch nie die Mühe gemacht hat die Begründungen zu überprüfen einen religiös funktionierenden Glauben an die Wissenschaft?

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