Re: Vergleich Organisation Religöse vs. Atheisten (fredric)
Am 29.07.2010 12:14 schrieb fredric:
Dieses Ziel erreichen gute Bildung und die Universitäten am besten.
Wenn diese Bildung Ethik einschließt - ok.
Ok - aber ich meinte politische Macht. Die ich persönlich gar nicht haben will - die aber nötig ist um sich gegen andere politische Mächte wehren zu können.
Sucht man frei die Wahrheit, gibt es eben keine «falschen» Gedanken, keine Denkverbote und keine willkürlich aufgestellten «Grenzen der Vernunft».
Gedanken sind frei - Handlungen nicht.
Stimmt, war mir so noch nicht aufgefallen.
Und genau hier ist die Zivilgesellschaft gefragt: Alle vernünftigen Kräfte müssen solche Ansprüche erkennen, um sie heftig zurückzuweisen.
Sicher - aber wie machen wir das in der Praxis?
Wozu auch? Ein jeder soll nach seiner Façon glücklich werden solange er andere nicht damit beheligt. Und genau da ziehen wir auch die Grenze der Religionsfreiheit: Keine Religion darf die Freiheit haben, andere Menschen zu etwas zu zwingen, was diese nicht wollen; nicht zum Gebet, nicht zu Kopftüchern, nicht Kruzifixen in öffentlichen Räumen, etc.
Stimmt. Mir war selbst noch nicht klar worauf ich hinaus wollte: Ich habe kein Problem mit Religion, sondern mit Dummheit. Aber leider suchen sich die Dummen all zu gerne eine Religion um ihre Dummheit zu rechtfertigen und umzusetzen.
Atheisten haben keine Moral, sie haben aber sehr wohl eine Ethik. (Zum Unterschied siehe das Buch: Michael Schmidt-Salomon, «Jenseits von Gut und Böse: Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind»
)
In unsere Ethik können wir sehr gut den aktuellen Filosofen der Universitäten folgen. Erstzunehmende Filosofen sind ohehin fast alle Materialisten. Ich empfehle nebst Michael Schmidt-Salomon auch gern Bernulf Kanitscheider.
Werde ich mir mal ansehen. Ich denke so über Moral: Moral ist zu 50% in Regeln gefasste Ethik. Die anderen 50% sind Regeln, die einfach nur funktionieren, also die Gesellschaft funktionieren lassen.
Ausserdem richte ich meine Haltung an der maximal möglichen Freiheit des Einzelnen aus, die nur begrenzt werden soll, wenn sie andere massiv beeinträchtigt und wiederum deren Freiheit beschränkt. Sprich mein Ziel ist eine liberale Gesellschaft mit einer minimalen Anzahl Regeln und Einschränkungen.
Darauf wollte ich mit
Viele Atheisten sehen das wohl ähnlich?- es gibt lediglich ein inhärentes Ideal der (Denk-)Freiheit,Ich fordere nebst Denk- auch Handlungsfreiheit, sonst ja.
aus dem sich dann meist eine logische Moral ergibt: 'tue keinem das an, was du dir nicht antun lassen willst'.Diese (biblische) Vorstellung ist heikel. Nicht jeder will dasselbe für sich, wie ich für mich will. Man darf nicht von sich selbst auf andere schliessen.
hinaus, bzw. Humanismusregel 3.II . Mir war nicht bewußt, dass ich meine Formulierung in der Bibel vorkommt.
Auch eine Formulierung, die ich mir merken werde.
Erst bei Fanatikern möchte ich aktiv werden - aber gerade da weiß ich, dass man lediglich abschotten aber nicht überzeugen kann.Die braucht man nicht zu überzeugen, man muss sie blossstellen und bekämpfen.
Womit wir wieder bei politischer Macht sind.
Die Gesellschaft ändert sich schon: Sie entwickelt sich, wird reifer und säkularer.
Ja, ich meinte, dass ich (oder sonst wer) die Gesellschaft nicht ändern kann. Wenige große Persönlichkeiten konnten sie beeinflussen - aber die Änderung war meist nicht die beabsichtigte.
… ansonsten siehe auch Threads 'Gesellschaft', 'Glaube'.
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Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Vergleich Organisation Religöse vs. Atheisten (mrw) Am 29.07.2010 15:25 schrieb mrw:
Ehik wird an der filosofischen Fakultät behandelt. — und was von den Universitäten als Ethik herauskommt, ist tausendmal klüger und vernünftiger, als was Religionen je geschafft haben.
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