Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Warum man sich über «Gott» lustig machen sollte (datura)

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Diskussionsbeitrag:

Am 08.06.2011 22:13 schrieb datura:

Am 06.06.2011 02:15 schrieb pirat_des_fsm:
Es ist nun einmal ein wissenschaftlich anerkanntes Faktum, dass angewandte Religion von Nutzen ist.

Kannst du deine Aussage anhand von Beispielen verifizieren oder zumindest Gründe nennen, weshalb du diese Meinung vertrittst?

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass ich ethisch betrachtet die Geschichte des Christentums für abschäulich halte. Religionen sind nutzlos wenn wir rational nachvollziehbaren Glauben (dieser wird landläufig als "Wissen" bezeichnet)suchen.

Es ist meines Erachtens rational anzunehmen, dass ein Prinzip was in der Biologie funkioniert auch in anderen Bereichen funktionieren kann. Die Mutation eines Genes verbreitet sich dann, wenn sie den Träger in der Umwelt Vorteile verschafft. Das ist auch der Grund warum die meisten Menschen in Nordeuropa Milchzucker vertragen während es in Italien nur 50% sind. Vor ca. 10.000 Jahren gab es keinen erwachsenen Menschen der Milchzucker vertrugt. Vor ca. 7.000 Jahren soll dann die Mutation eines Genes den erwachsenen Menschen ermöglicht haben Milchzucker zu verwerten. Dies hatte in Nordeuropa für die Träger des mutierten Genes große Vorteile. Sie konnten plötzlich die Milch ihrer Nutztiere trinken. In der Informatik gibt es auch genetische Algorithmen.

Ich glaube, dass das selbe Prinzip sich auch auf die Gesellschaft als ganzes anwenden lässt. Dies gilt z.B. auch für die Religion.

Stelle Dir zwei konkurierende Gesellschaftssysteme vor. Das eine Gesellschaftssystem ist atheistisch, und das andere Gesellschaftssystem ist religiös und baut Tempel, und leistet sich Prister, die nichts wirklich produktives tun.

Es ist logisch anzunehmen, dass es auch atheistische Strömungen in der Antike gegeben hat. FAKTUM ist, das sich das religiöse System durchgesetzt. Da haben wir meiner Meinung nach ein kleines Problem.

  1. (Annahme) Religion ist nutzlos.
  2. (Erfahrung) Religion kostet der Gesellschaft Resourcen.

Wenn wir Annahme und Erfahrung logisch verknüpfen müssen wir zu dem Schluss kommen.

  1. (Schluss) Religion kostet nutzlos Resourcen.

Der Sachverhalt lässt sich nicht mit dem Prinzip der Evulutionstheorie in einklang bringen.WARUM? Es muss doch jene Gesellschaft Vorteile haben, die das was sie hat nicht nutzlos vergeudet. Das Fleisch was man Göttern opfert könnte man selber essen, und so mehr Gesellschaftsmitglieder ernähren.

Jetzt gibt es genau drei Möglichkeiten:

(1) Die Annahme ist falsch. (2) Die Erfahrung ist falsch. (3) Der logische Schluss ist falsch.

(3) können wir ausschließen. Mir ist mit großer Wahrscheinlichkeit kein Fehler unterlaufen.

Wir können auch (2) als Fehler ausschließen, es sei denn Gott baut sich seine Kirchen selbst. LOL

Es bleibt der Logik folgend, nur die Möglichkeit über, dass die zu überprüfende Anahme falsch ist.

DA die zu überprüfende Annahme, 'Religion ist nutzlos.' falsch ist, muss die gegenteilige Aussage 'Religion ist nützlich.' richtig sein.


Historische Belege des Nutzen der Religion

Den Nutzen zu erklären wird mir hier schön langsam fad. Viele Reichtümer verdanken wir den Christentum. Als Kolumbus 1492 Amerika 'entdeckte' begann die Zeit der spanischen, portugisischen und englischen Besiedelungen des Kontinentes. Diese waren für die Wirtschaft der soeben genannten Staaten von großen Vorteil. Dank des 'Wissens über Christus' hatte man das Bedürfnis dieses Wissen auch mit anderen Menschen zu teilen. Wer dieses 'Wissen' nicht Annahm wurde so 'sonderbehandelt' dass er es dannach nicht mehr brauchte.

Das Ergebnis war sehr erfolgreich. Spanien, Portugal, und England hatten viel mehr Resorcen als vorher. Das ist doch ein großer Nutzen für diese Staaten.

Das ist keine ethische Bewertung, sondern nur eine des Nutzens. Es ist von Nutzen den Indianern "ein's auf den Schädel" zu geben und seine Resorcen anzueignen. Ethisch ist es natürlich nicht so positiv. :-(

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Warum man sich nicht über Gott lustig machen sollte (kratzi)


Am 09.06.2011 09:04 schrieb kratzi:

Es ist logisch anzunehmen, dass es auch atheistische Strömungen in der Antike gegeben hat. FAKTUM ist, das sich das religiöse System durchgesetzt. Da haben wir meiner Meinung nach ein kleines Problem.

Wenn ihr den Nutzen von Religion schon mit Darwinismus erklärt, dann hier noch ein weiterer Punkt:

Dass die Menschen ein Bedürfnis nach einem Gott haben ist ein starkes Argument, dass es Gott gibt.

Denn damit ein Bedürfnis nach etwas entsteht, muss dieses Etwas erst mal existieren. Nehmen wir an, es hätte auf unsere Planeten nie Wasser gegeben. Dann hätte auch nie ein Lebewesen entstehen können, das ein Bedürfnis nach Wasser hat. Jede Form von aufkeimendem Leben wäre auch gleich im Keim erstickt worden.

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