Atheismus in der Schweiz
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Re: Angebliche Widerlegung des allmächtigen Gottes (wild-rose)

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Diskussionsbeitrag:

Am 28.02.2010 20:27 schrieb wild-rose:

Nur mal angenommen, Gott könnte die Zeit nicht zurückdrehen (oder er könnte sonst irgendetwas nicht), dafür alles andere. Für die menschlichen Machtdimensionen wäre Gott dann immer noch ziemlich allmächtig. Genug allmächtig, dass man ihn umgangssprachlich wirklich als allmächtig bezeichnen könnte.

Diese Aussage suggeriert m.E., dass man sich alles was in der Bibel steht oder über Gott gesagt wird so zurechtinterpretieren kann wie man es gerne möchte. Außerden kann sich nach dieser Definition jeder Allmächtig nennen.

Du hast recht. Aber du denkst nicht umfassend genug. Die Aussage bedeutet auch, dass man sich so ziemlich alles was irgendwo steht oder irgendwo gesagt wird so zurechtinterpretieren kann, wie man es gerne möchte. Und das machen wir Menschen doch die Ganze Zeit. Immer und überall in allen Lebensbereichen. Somit ist die Bibel ja wie geschaffen für uns Menschen. Sind wir doch gar nicht fähig, etwas anderes zu tun, als uns alles zurechtzuinterpretieren, was man nicht in eine Formel fassen kann.

Aber wenn man den Begriff umgangssprachlich benutzt, kann Gott nicht alles, also ist er nicht Allmächtig und Allmacht ist dann kein passendes Wort mehr um Gott zu beschreiben. Außerdem kann er/sie/es nicht gleichzeitig Gütig seien, falls es die möglichkeit hat Leid zu verhindern. Sobald man Gott spezifische Eigenschaften gibt, kann man diese in den meisten Fällen leicht wiederlegen, außer wenn diese so ungenau formuliert sind, wie dein Begriff von Allmacht, der dann allerdings nicht mehr Allmacht im eigentlichen Sinne ist.

Fein, aber so wie man hier behauptet, sei Gott nicht möglich, weil Allmacht nicht möglich sei. So hat man noch nicht belegt, dass ein Gott der nicht allmächtig ist unmöglich sei.

Und wenn man sagt, dass Gott nicht im Stande ist, ein Leid zuzulassen und es trotzdem zu verhindern (der ehrliche Dieb) , dann habe ich Mühe, das als echten Machtverlust zu interpretieren, weil der ehrliche Dieb eine Entität ist, die gar nicht definiert ist.

Ausserdem könnte ein allmächtiger Gott die Gesetze der Logik problemlos umkrempeln, so dass ein blaues rot oder ein ehrlicher Dieb plötzlich definierbar ist. Er könnte sogar unsere Begriffe von Logik so umkrempeln, dass Allmacht plötzlich möglich ist.

Wie wollt ihr hier, den Gott der die Logik erschaffen hat mit Logik widerlegen? Ihr steht mindestens eine Instanz zu tief um das zu bewerkstelligen. Ich hingegen habe die vorteilhafte Position, dass ich gar nicht beweisen will, dass Gott existiert. Ich sage nur, dass eure "Beweise" für die Nichtexistenz des allmächtigen Gottes nicht funktionieren.

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Re: Angebliche Widerlegung des allmächtigen Gottes (sara)


Am 04.03.2010 17:40 schrieb sara:

Wie wollt ihr hier, den Gott der die Logik erschaffen hat mit Logik widerlegen? Ihr steht mindestens eine Instanz zu tief um das zu bewerkstelligen. Ich hingegen habe die vorteilhafte Position, dass ich gar nicht beweisen will, dass Gott existiert. Ich sage nur, dass eure "Beweise" für die Nichtexistenz des allmächtigen Gottes nicht funktionieren.

Das ist das (ur-)alte Problem, das die anglo-saxonen "burden of proof" oder zu Deutsch "Beweislast" nennen. (http://en.wikipedia.org/wiki/Philosophic_burden_of_proof). Die Beweislast liegt auf den Schultern dessen, der eine Behauptung aufstellt, und nicht auf dessen, der diese Behauptung anzweifelt. Zum Beispiel: Wenn Du behauptest, im Schwarzwald lebe ein durchsichtiges Pony, das magische Kräfte besitzt, bei Vollmond den Hampelmann macht, und wenn es ihm grad passt irgendwelche Gebete beantwortet, dann musst Du dafür auch überzeugende Beweise liefern und nicht uns vorwerfen, dass wir dieser Behauptung gegenüber skeptisch sind. Folgende "Argumente" werden dir bei einer kohärenten Beweisführung leider nicht weit helfen:

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