Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Weiterführung von Argumenten zum Thema: Kann ein allmächtiges Wesen seine Allmacht freiwillig beschränken? (wild-rose)

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Diskussionsbeitrag:

Am 24.02.2010 22:48 schrieb wild-rose:

Unter http://atheismus.ch/07_artikel/widerspr%C3%BCche_im_christlichen_gotteskonzept werden Texte aufgeführt, die Widersprüche im christlichen Gotteskonzept zeigen sollen. Dabei werden ziemlich tollkühne Konstrukte und Zusammenhänge aufgebaut. Ich will nicht sagen, dass diese nicht gelten sollen. Aber sie wurden keinesfalls zu Ende gedacht. Viel mehr wird nur diejenige Ansicht dargelegt, welche dem Atheismus dient.

Kann ein allmächtiges Wesen seine Allmacht freiwillig beschränken?

In dem Moment, wo ein allmächtiges Wesen seine Allmacht beschränkt, ist es nicht mehr allmächtig. Doch weil die Allmacht auch die Macht über die Zeit bedeutet, ist das keine endgültige, sondern nur eine temporale Beschränkung: Das allmächtige Wesen kann seinen eigenen Entscheid in der Vergangenheit aufheben und ist wieder allmächtig. Es könnte folglich Gebiete in der Raumzeit erschaffen, in denen es selbst gewisse Aspekte seiner eigenen Allmacht verliert.

Ich vergleiche dies mit der Situation, wo ich mit einem Kind verstecken spiele. Ich kann alles sehen, was Licht reflektiert, eine gewisse Grösse hat und in meiner Sichtweite ist (Vergleichsfähigkeit für die Allmacht). Meine Augen befähigen mich dazu. Aber während sich das Kind versteckt, halte ich mir die Augen zu. Ich beschränke meine Sicht. Nachdem ich auf zehn gezählt habe, öffne ich meine Augen wieder.

War ich deswegen blind? Nein. Hatte ich nicht mehr die Fähigkeit, alles zu sehen, was Licht reflektiert, eine gewisse Grösse hat und in meiner Sichtweite ist? Nein. Fehlte mir die Macht die Hände von meinen Augen wegzunehmen? Nein. Ich sehe keinen Macht- oder Fähigkeitsverlust. Obwohl ich in dem Moment nicht alles sehen konnte… ich hätte gekonnt, wenn ich gewollt hätte.

Dies würde aber wiederum die Allmacht insgesamt beschränken. Wenn wir die Perspektive eines zeitlosen Wesens einnehmen, das die gesamte Raumzeit überblicken kann, so sehen wir darin Löcher, in denen die Allmacht nicht vorhanden ist. Löcher in der Allmacht zerstören aber die Allmacht, die Allmacht hat nicht die Macht über alles.

Verlieren würde ich die Macht über mein Sehen, wenn ich mir selber die Augen nicht zuhalten könnte und somit immer sehen müsste. Die Fähigkeit meine Augen zu schliessen macht mich viel mächtiger als wenn ich meine Augen nicht schliessen könnte.

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Re: Weiterführung von Argumenten zum Thema: Kann ein allmächtiges Wesen seine Allmacht freiwillig beschränken? (wild-rose)


Am 24.02.2010 23:18 schrieb wild-rose:

Das alles ässt sich zusammenfassen mit:

Gott kann nicht Allmächtig sein, weil er dann nicht gleichzeitig nicht-allmächtig sein kann.

Weiterleiten könnte man das nach: Almacht kann etwas tun und es gleichzeitig nicht tun.

Woraus sich zum Beispiel ergibt: Gott kann enen Baum erschaffen und ihn gleichzeitig nicht erschaffen.

Entschuldigung, aber solche Formulierungen sind absollut sinnlos. Sie sind sozusagen Unsinn. Wer das Beispiel mit dem Baum bringt, dem gelingt es nicht, überhauptirgendetwas über Gott auszusagen. Und genau so verhält es sich mit der Argumentation unter http://atheismus.ch/07_artikel/widerspr%C3%BCche_im_christlichen_gotteskonzept. Sie sagt überhaupt nichts über Gott aus. Wenn man die Argumente so weit zerlegt wie ich in diesem Beitrag erkennt man das.

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Re: Weiterführung von Argumenten zum Thema: Kann ein allmächtiges Wesen seine Allmacht freiwillig beschränken? (mrw)


Am 25.02.2010 09:07 schrieb mrw:

Am 24.02.2010 22:48 schrieb wild-rose:
Kann ein allmächtiges Wesen seine Allmacht freiwillig beschränken?

In dem Moment, wo ein allmächtiges Wesen seine Allmacht beschränkt, ist es nicht mehr allmächtig. Doch weil die Allmacht auch die Macht über die Zeit bedeutet, ist das keine endgültige, sondern nur eine temporale Beschränkung: Das allmächtige Wesen kann seinen eigenen Entscheid in der Vergangenheit aufheben und ist wieder allmächtig. Es könnte folglich Gebiete in der Raumzeit erschaffen, in denen es selbst gewisse Aspekte seiner eigenen Allmacht verliert.

Ich vergleiche dies mit der Situation, wo ich mit einem Kind verstecken spiele. Ich kann alles sehen, was Licht reflektiert, eine gewisse Grösse hat und in meiner Sichtweite ist (Vergleichsfähigkeit für die Allmacht). Meine Augen befähigen mich dazu. Aber während sich das Kind versteckt, halte ich mir die Augen zu. Ich beschränke meine Sicht. Nachdem ich auf zehn gezählt habe, öffne ich meine Augen wieder.

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