Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Weiterführung von Argumenten zum Thema: Kann ein allmächtiges Wesen seine Allmacht freiwillig beschränken? (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 25.02.2010 09:07 schrieb mrw:

Am 24.02.2010 22:48 schrieb wild-rose:
Kann ein allmächtiges Wesen seine Allmacht freiwillig beschränken?

In dem Moment, wo ein allmächtiges Wesen seine Allmacht beschränkt, ist es nicht mehr allmächtig. Doch weil die Allmacht auch die Macht über die Zeit bedeutet, ist das keine endgültige, sondern nur eine temporale Beschränkung: Das allmächtige Wesen kann seinen eigenen Entscheid in der Vergangenheit aufheben und ist wieder allmächtig. Es könnte folglich Gebiete in der Raumzeit erschaffen, in denen es selbst gewisse Aspekte seiner eigenen Allmacht verliert.

Ich vergleiche dies mit der Situation, wo ich mit einem Kind verstecken spiele. Ich kann alles sehen, was Licht reflektiert, eine gewisse Grösse hat und in meiner Sichtweite ist (Vergleichsfähigkeit für die Allmacht). Meine Augen befähigen mich dazu. Aber während sich das Kind versteckt, halte ich mir die Augen zu. Ich beschränke meine Sicht. Nachdem ich auf zehn gezählt habe, öffne ich meine Augen wieder.
War ich deswegen blind? Nein. Hatte ich nicht mehr die Fähigkeit, alles zu sehen, was Licht reflektiert, eine gewisse Grösse hat und in meiner Sichtweite ist? Nein. Fehlte mir die Macht die Hände von meinen Augen wegzunehmen? Nein. Ich sehe keinen Macht- oder Fähigkeitsverlust. Obwohl ich in dem Moment nicht alles sehen konnte… ich hätte gekonnt, wenn ich gewollt hätte.

Du gehst überhaupt nicht auf das Argument mit der Zeit ein. Das ist aber sehr wichtig. Darum ist Dein Beispiel völlig nichtssagend.

Ich bringe Dir ein besseres Beispiel:

«Eine Mutter ist allmächtig. Sie hat ein geliebtes Kind. Sie sagt dem Kind: Ich schaue nicht hin und lasse Dir die Freiheit. Das Kind rennt weg, kommt unter ein Auto und stirbt. Die allmächtige Mutter sieht ein, dass es zu früh war, dem Kind soviel Freiheit zu lassen (als ob ein allmächtiges Wesen sich irren könnte; aber der biblische Gott irrt sich bekanntlich auch und bereut, was er tat). Die Schuld am Verkehrsunfall liegt bei der Mutter, nicht beim Kind, denn die Mutter ist für ihr unreifes Kind verantwortlich. Sie bereut ihre Entscheidung. Dank ihrer Allmacht dreht sie die Zeit wieder zurück, gibt dem Kind vorerst noch keine Freiheit, sondern lehrt es erst die Verkehrsregeln und das Verhalten im Strassenverkehr, erst dann gibt es ihm die Freiheit,wenn das Kind reif dazu ist.»

Ich hoffe, Du bemerkst die Parallelen zur Schöpfungsgeschichte der Bibel: Gott hat dem Menschen die Willensfreiheit gegeben und ihn vor den Baum der Erkenntnis gestellt, bevor der Mensch reif war damit richtig umzugehen. Die Schuld am «Sündenfall» liegt nicht beim Menschen, weil liegt bei Gott, dem Schöpfer, der den Menschen nicht richtig auf die Freiheit vorbereitet hat.

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Re: Weiterführung von Argumenten zum Thema: Kann ein allmächtiges Wesen seine Allmacht freiwillig beschränken? (wild-rose)


Am 25.02.2010 11:51 schrieb wild-rose:

Du gehst überhaupt nicht auf das Argument mit der Zeit ein. Das ist aber sehr wichtig. Darum ist Dein Beispiel völlig nichtssagend.

Das mit der Zeit ist ein Erklärungsversuch, der nicht zum Ziel führt. Das hast du selber so geschrieben. Aber blos weil man eine Sackgasse gefunden hast, heisst das nicht dass es keine Lösung gibt.

Willst du mit deinem Beispiel sagen, dass Gott nicht allmächtig sein kann, weil er den Sündenfall nicht rückgängig gemacht hat?

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