Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Bibel im historischen Kontext? (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 26.05.2010 12:15 schrieb mrw:

Am 23.05.2010 13:34 schrieb datura:
Hier geht es hauptsächlich um die ethische Bewertung der Bibel. Die ethische Beurteilung einer Handlung, oder eines Textes kann aber nur im Kontex erfolgen. Auch wahre Tatsachen müssen zur ethischen Beurteilung im Kontex gesehen werden.

Das ethische Verständnis hat sich aber seit der primitiven Wüstenkultur der Juden weiter entwickelt. Aber bereits damals gab es wesentlich humanere ethische Systeme, nicht weit vom Ursprung der Bibel entfernt. Auch das muss beim Kontext berücksichtigt werden.

Problematisch ist, wenn man von «ewigen Wahrheiten» ausgeht, wie die Religionen das oft tun, denn was ewig und unvergänglich ist, kennt keine Weiterentwicklung. Wenn Gott seine Gebote den Juden in der Wüste offenbart hat, lässt das keinen Spielraum für eine menschlichere Ethik, zumindest nicht, wenn man diese Offenbarung ernst nehmen will.

Darum ist Religion, egal, ob «wahr» oder «falsch», zumindest eines: Schlecht. Dies trifft wenigstens bei Offenbarungsreligionen zu, weil da die vermeintliche «Wahrheit» aus fragwürdiger, aber nicht zu hinterfragender Quelle fest vorgegeben wird.

Was ich damit meine ist folgendes: Die Aussage Adolf Eichmann war ein Verbrechensopfer, das 1962 hingerichtet wurde.

Das ist durchaus der Fall. Man sollte berücksichtigen, dass Eichmann, wie jeder andere Verbrecher auch, aufgrund seiner Herkunft und Entwicklung zum Verbrecher wurde, ja werden musste. Es haben Millionen von Menschen Hitler zugejubelt, das darf man nicht vergessen. Es haben auch genug Menschen gewusst, oder zumindest geahnt, welche abscheulichen Verbrechen die Nazis begingen, alle Deutschen haben miterlebt, wie sie in einen grausamen Krieg geführt wurden. Die Menschen sind Opfer ihrer Umstände. Wenn wir etwas verbessern wollen, sollten wir nicht primär die Menschen verurteilen, sondern vielmehr schauen, was man tun kann, um Umstände zu verhindern, auf denen solche Verbrechen gegen die Menschheit gedeihen können.

Siehe hierzu vor allem auch das Buch Michael Schmidt-Salomon, «Jenseits von Gut und Böse: Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind».

Ein guter Ansatz ist es, die Menschen auf die Werte von Humanismus und Vernunft zu verpflichten und Wahn, Fanatismus und Religion zu bekämpfen. Denken statt glauben, denken dann handeln, sind ganz gute Ansätze. :-)

Jedoch liesse sich aus [der] Aussage [Eichman sei ein Verbrechensopfer] keine zutreffende ethische Bewertung ableiten.

Im Prinzip schon, doch. Die Todesstrafe, die gegen Eichmann angewendet wurde, kann in jedem Kontext als ethisch verwerflich beurteilt werden. Selbstverständlich rechtfertigt die Bewertung von Eichmann als Opfer nicht seine Verbrechen als Täter.

Die Bibel soll ja nach der Glaubenslehre in der heutigen Zeit noch ihre Gültigkeit haben.

Das hat sie - und zwar per Definition.

Die Definition zweifle ich an (und Du wohl auch).

Die Bibel ist, und das ist ein Faktum, kein normales, sondern ein bedeutendes historische Buch.

Zweifellos, sonst würde wir nicht darüber streiten.

Aber die Bedeutung der Bibel ist keine positive. und die Bedeutung hat sich die Bibel nicht durch ihren wertvollen Inhalt verdient, sondern durch die historischen Umstände, die diesem Schund erst Bedeutung verliehen haben. Die Bibel ein Werk, das eben wegen der Bedeutung die ihm zugesprochen wurde (und wird), unendlich viel Leid und Verderben über die Menschheit gebracht hat.

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Bibel im historischen Kontext? (datura)


Am 26.05.2010 22:10 schrieb datura:

Am 26.05.2010 12:15 schrieb mrw:
Am 23.05.2010 13:34 schrieb datura:
Hier geht es hauptsächlich um die ethische Bewertung der Bibel. Die ethische Beurteilung einer Handlung, oder eines Textes kann aber nur im Kontex erfolgen. Auch wahre Tatsachen müssen zur ethischen Beurteilung im Kontex gesehen werden.

Das ethische Verständnis hat sich aber seit der primitiven Wüstenkultur der Juden weiter entwickelt. …. .

Gott sei Dank! :-) LOL ;-) Ich hoffe, dass war jetzt kein Fehler.

Problematisch ist, wenn man von «ewigen Wahrheiten» ausgeht, wie die Religionen das oft tun, denn was ewig und unvergänglich ist, kennt keine Weiterentwicklung. Wenn Gott seine Gebote den Juden in der Wüste offenbart hat, lässt das keinen Spielraum für eine menschlichere Ethik, zumindest nicht, wenn man diese Offenbarung ernst nehmen will.

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