Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Bibel im historischen Kontext? (datura)

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Diskussionsbeitrag:

Am 26.05.2010 22:10 schrieb datura:

Am 26.05.2010 12:15 schrieb mrw:
Am 23.05.2010 13:34 schrieb datura:
Hier geht es hauptsächlich um die ethische Bewertung der Bibel. Die ethische Beurteilung einer Handlung, oder eines Textes kann aber nur im Kontex erfolgen. Auch wahre Tatsachen müssen zur ethischen Beurteilung im Kontex gesehen werden.

Das ethische Verständnis hat sich aber seit der primitiven Wüstenkultur der Juden weiter entwickelt. …. .

Gott sei Dank! :-) LOL ;-) Ich hoffe, dass war jetzt kein Fehler.

Problematisch ist, wenn man von «ewigen Wahrheiten» ausgeht, wie die Religionen das oft tun, denn was ewig und unvergänglich ist, kennt keine Weiterentwicklung. Wenn Gott seine Gebote den Juden in der Wüste offenbart hat, lässt das keinen Spielraum für eine menschlichere Ethik, zumindest nicht, wenn man diese Offenbarung ernst nehmen will.

Die gelebte Religion verändert sich aber, und passt sich den Zeiten an. So gibt es eine offizielle Erklärung der protestantischen Kirche in den Niederlanden die besagt:

Dass ein Pfarrer sagt, „Gott existiere nicht, ist ein Teil der theologischen Debatten. Eine solche Meinung tastet die Fundamente der Kirche nicht an.“…

Hier muss ich allerdings die Fohrumsregeln brechen, und einen Link darauf plazieren. Ich hoffe, Du kannst mir verzeihen. http://www.tagesspiegel.de/politik/wenn-ein-pfarrer-nicht-an-gott-glaubt/1844668.html

Darum ist Religion, egal, ob «wahr» oder «falsch», zumindest eines: Schlecht. Dies trifft wenigstens bei Offenbarungsreligionen zu, weil da die vermeintliche «Wahrheit» aus fragwürdiger, aber nicht zu hinterfragender Quelle fest vorgegeben wird…

Du übersiehst dabei die offizielle Erklärung der protestantischen Kirche in NL. Die Meinung, dass Gott nicht existiert rüttelt nicht am Fundament des christlichen Glaubens. Anders ausgedrückt: Es ist egal, ob Gott existiert, oder nicht. Es rüttelt nicht am Fundament des christlichen Glaubens. Bitte lasse Dir das genussvoll auf der Zunge zergehen! Bitte erkläre mir eines: Wie verträgt sich diese offizielle Erklärung mit Deiner Aussage, dass sich offenbarungsreligionen nicht verändern? Bitte vergiss nicht: Dass ein Pfarrer sagt, „Gott existiere nicht.“ rüttelt nicht am Fundament des christlichen Glaubens.

Was ich damit meine ist folgendes: Die Aussage Adolf Eichmann war ein Verbrechensopfer, das 1962 hingerichtet wurde.

Das ist durchaus der Fall. Man sollte berücksichtigen, dass Eichmann, wie jeder andere Verbrecher auch, aufgrund seiner Herkunft und Entwicklung zum Verbrecher wurde, ja werden musste. Es haben Millionen von Menschen Hitler zugejubelt, das darf man nicht vergessen. Es haben auch genug Menschen gewusst, oder zumindest geahnt, welche abscheulichen Verbrechen die Nazis begingen, alle Deutschen haben miterlebt, wie sie in einen grausamen Krieg geführt wurden. Die Menschen sind Opfer ihrer Umstände. Wenn wir etwas verbessern wollen, sollten wir nicht primär die Menschen verurteilen, sondern vielmehr schauen, was man tun kann, um Umstände zu verhindern, auf denen solche Verbrechen gegen die Menschheit gedeihen können.

Mit "Verbrechen" meinte ich auch die Umstände seiner Verhaftung. Diese selbst war auch ein Verbrechen. Die Tatsache, dass er Entführt wurde und nicht offiziell Ausgeliefert ist auch ein Verbrechen. Wenn es kein Verbrechen ist, so ist es doch minderstens ein Vergehen.

Siehe hierzu vor allem auch das Buch Michael Schmidt-Salomon, «Jenseits von Gut und Böse: Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind».
Ein guter Ansatz ist es, die Menschen auf die Werte von Humanismus und Vernunft zu verpflichten und Wahn, Fanatismus und Religion zu bekämpfen. Denken statt glauben, denken dann handeln, sind ganz gute Ansätze. :-)

Irgentwo habe ich gelesen, dass erst mit Aufkommen des Humanismus die Hexenverfolgung aufkamen. Ob da ein Zusammenhang besteht kommte ich bisher nicht erruieren. Wenn Du ein in der Wirkung wirklich abschäuliches Buch lesen willst, dann lese "Malleus Maleficarum".

Jedoch liesse sich aus [der] Aussage [Eichman sei ein Verbrechensopfer] keine zutreffende ethische Bewertung ableiten.

Im Prinzip schon, doch. Die Todesstrafe, die gegen Eichmann angewendet wurde, kann in jedem Kontext als ethisch verwerflich beurteilt werden. Selbstverständlich rechtfertigt die Bewertung von Eichmann als Opfer nicht seine Verbrechen als Täter.

Die Todesstrafe ist nur dann gerechtfertigt, wenn durch die Exekution sicher mehr Menschen gerettet werden können als wenn man diese unterließe, UND diese nicht gegen die demokratischen Prinzipien verstoßen. Das war hier definitiv nicht der Fall. Bisher ist mir genau ein Fall bekannt, der diese Bedingung erfüllt.

Die Bibel soll ja nach der Glaubenslehre in der heutigen Zeit noch ihre Gültigkeit haben.

Das hat sie - und zwar per Definition.

Die Definition zweifle ich an (und Du wohl auch).

An Definitionen gibt es nichts zu zweifeln. Man kann diese nur annehmen, oder nicht annehmen. DEFINITIONEN SIND UND BLEIBEN BELIEBIG. SIE DEFINIEREN NUR EIN AXIOMSSYSTEM. Dabei ist es auch egal, ob das Axiomsystem widersprüchlich ist oder nicht.

NEIN, ich zweifle die Definition nicht an. Ich nehme die Definition nicht an. Zwischen den beiden Aussagen ist ein unterschied. An Definitionen zu zweifeln ist ein Widerspruch in sich selbst.

Bitte vergiss nicht: Der christliche Glaube definiert die Bibel als "Wort Gottes". Bitte vergiss auch nicht: Laut offizieller Kirchenmeinung, rüttelt die Nichtexistenz Gottes nicht an den Fundament des christlichen Glaubens. Das Fundament des christlichen Glaubens, dürfte daher nicht die existenz eines Gottes sein, wie wir irrtümlicherweise annehmen, sondern irgentetwas etwas anderes.

Die Bibel ist, und das ist ein Faktum, kein normales, sondern ein bedeutendes historische Buch.

Zweifellos, sonst würde wir nicht darüber streiten.
Aber die Bedeutung der Bibel ist keine positive…..

Wie beinahe alles hat auch die Bibel zwei Seiten. Auch die NAZI Herrschaft hat eine positive Seite. Das Fridensdiktat von Versai wurde beseitigt. Es ist ein ungemein interessantes Kapitel der Geschichte.

Die Kloster haben z.B. Geschichtsschreibung, und das Wissen aufbewahrt.

und die Bedeutung hat sich die Bibel nicht durch ihren wertvollen Inhalt verdient, sondern durch die historischen Umstände, die diesem Schund erst Bedeutung verliehen haben.

Zu nächst einmal: Der Inhalt der Bibel ist historisch wertvoll. Wir erfahren wie die Menschen damals lebten, und welche Gesetze geherrscht haben. Das ist kein Schund. Wir erfahren, dass es auch zu biblischen Zeiten an genau einen Gott glauben. Es währe nur interessant zu erfahren, ob das Judentum ein Ergebnis von Echnatons Religonsreform ist.

Die Bibel ein Werk, … dass unendlich viel Leid und Verderben über die Menschheit gebracht hat.

Aber auch viele schöne und interessante Diskussionen. Leider konnte ich mit HJP nicht eine sehr angeregte Diskussion über Gott führen. Wenn zwei im Prinzip die selbe Meinung haben, dann kann es schon mal vorkommen, dass man auch über Definitionen diskutiert.

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Bibel im historischen Kontext? (bonito)


Am 27.05.2010 17:52 schrieb bonito:

Zu nächst einmal: Der Inhalt der Bibel ist historisch wertvoll.

Was soll an dem Text den historisch sein? (historisch wie "hat stattgefunden")

Wir erfahren wie die Menschen damals lebten

Nein - wir erfahren wie eine relativ kleine Gruppe von Menschen damals gelebt hat oder haben will Über "DIE" Menschen sagt die Bibel fast nichts aus, das AT richtet sich auch _nur_ an Juden. Über Hochkulturen zu der Zeit oder davor erfährt man in der Bibel meist nur Diffamierungen und Lügen.

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