Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Bibel im historischen Kontext? [Re: Schwache Argumente. Ein Beispiel: Oberflächlichkeit und Unkentnis bei der atheistischen Abhandlung der Zehn Gebote] (wild-rose)

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Diskussionsbeitrag:

Am 30.05.2010 01:39 schrieb wild-rose:

Der historische Kontext wird nicht vernachlässigt, er wird bewusst nicht berücksichtigt. Es wäre angebracht, den historischen Kontext zu berücksichtigen, wenn die Bibel nur als historisches Buch in einem historischen Kontext gelten würde. Es ist aber nicht möglich und nicht ehrlich, sich auf den historischen Kontext zu berufen, wenn die Bibel als göttliches Buch mit Relevanz bis in die heutige Zeit aufgefasst wird. Darum wäre es eben falsch, in der Glaubens- und Religionskritik, die hier ja betrieben wird, die Bibel im historischen Kontext zu betrachten.

Falsch. Du kannst den historischen Kontext betrachten, daraus lernen, was Gott uns damit sagen will und dir dann überlegen, wie du seinem Willen in unserer heutigen Zeit nachkommen kannst. Wenn zum Beispiel Paulus im neunen Testament den Christen empfiehlt nicht zu heiraten. Dann klingt das äusserst unsinnig. Allerdings erhalten seine Worte plötzlich einen Sinn, wenn man die Möglichkeit in Betracht zieht, dass er seine Worte an Christen richtete, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden (Christenverfolgungen). Es macht durchaus Sinn in Zeiten der Verfolgung "mobil" zu bleiben und sich nicht durch eine Familie an Orte und Verpflichtungen zu binden.

Jetzt frag mich bitte nicht, ob dazumals in Korinth wirklich die Christen verfolgt wurden. Ich hab das nicht überprüft. Ich habe diese Erklärung gehört und ich ich finde sie eben einleuchtend. Es ist nur eines vin vielen Beispielen, wie der historische Kontext eine Rolle spielen kann.

Die Bibel soll ja nach der Glaubenslehre in der heutigen Zeit noch ihre Gültigkeit haben. Die Gläubigen berufen sich insbesondere gerade auch auf die kritisierten zehn Gebote. Darum muss man die Bibel und hier im Speziellen die zehn Gebote nicht nur im historischen, sondern eben auch im heutigen Kontext betrachten.

Bitteschön mit betonung auf "auch". Und damit sind wir schon ziemlich genau einer Meinung.

Wild-rose beruft sich auf den historischen Kontext, weil er denkt, er könne so bequem der Kritik ausweichen. Doch diese Strategie ist falsch, denn sie würde, wenn sie berechtigt wäre, das Christentum widerlegen. Die Bibel wäre dann nur noch ein ganz normales historisches Buch. Damit verlören die aus der Bibel abgeleiteten Religionen ihre Grundlage.

Du berufst dich darauf, dass aus der Bibel alles eins zu eins auf das heutige Leben umgesetzt werden können müsste. Keine Ahnung woher du diese Ansicht hast. Ich als Christ bin jedenfalls nicht dieser Ansicht. Und viele andere Christen auch nicht. Somit schiesst deine Kritik ein wenig ins leere.

Es gibt durchaus Christen auf die deine Kritik zutrifft. Dass du aber von diesen Christen, welche eine speziell leicht zu kritisierende Glaubenansicht haben, auf alle anderen Chrsiten und den ganzen christlichen Glauben zielst, zeigt nur, wie verallgemeinernd du bist. Du kritisierst eine Art, die bibel auszulegen und schliesst dabei auf alle Christen. Obwohl die meisten die Bibel anders auslegen.

Das ist auch die implizite Aussage meiner Kritik: Wenn man die Bibel ausserhalb des historischen Kontextes zeigt sich, wie unsinnig dies ist, damit aber widerlegt sich der göttliche Anspruch von selbst.

Jaja, "es widerlegt sich von selbst" ist ne nette rethorische Floskel.

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Re: Bibel im historischen Kontext? [ Re: Schwache Argumente. Ein Beispiel: Oberflächlichkeit und Unkentnis bei der atheistischen Abhandlung der Zehn Gebote ] (mrw)


Am 30.05.2010 20:12 schrieb mrw:

Am 30.05.2010 01:39 schrieb wild-rose:
Du kannst den historischen Kontext betrachten, daraus lernen, was Gott uns damit sagen will

«Gott» will uns gar nichts sagen, «Gott» existiert nicht. «Gott» ist eine literarische Figur,

und dir dann überlegen, wie du seinem Willen in unserer heutigen Zeit nachkommen kannst.

Das heisst im Klartext: Jeder kann aus der Bibel machen, was er will! Jeder kann hineininterpretieren, was im passt.

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Re: Bibel im historischen Kontext? [ Re: Schwache Argumente. Ein Beispiel: Oberflächlichkeit und Unkentnis bei der atheistischen Abhandlung der Zehn Gebote ] (datura)


Am 02.06.2010 11:47 schrieb datura:

Falsch. Du kannst den historischen Kontext betrachten, daraus lernen, was Gott uns damit sagen will und dir dann überlegen, wie du seinem Willen in unserer heutigen Zeit nachkommen kannst. Wenn zum Beispiel Paulus im neunen Testament den Christen empfiehlt nicht zu heiraten. Dann klingt das äusserst unsinnig. Allerdings erhalten seine Worte plötzlich einen Sinn, wenn man die Möglichkeit in Betracht zieht, dass er seine Worte an Christen richtete, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden (Christenverfolgungen). Es macht durchaus Sinn in Zeiten der Verfolgung "mobil" zu bleiben und sich nicht durch eine Familie an Orte und Verpflichtungen zu binden.

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