Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Schwache Argumente. Ein Beispiel: Oberflächlichkeit und Unkentnis bei der atheistischen Abhandlung der Zehn Gebote (sophieamrain)

Nur angemeldete Nutzer dürfen mitdiskutieren.
Diskussionsbeitrag:

Am 11.06.2010 22:13 schrieb sophieamrain:

Hallo Wild-Rose,

wenn man sich über schwache Argumente ereifert, sollten natürlich die eigenen nicht auch auf tönernen Füßen stehen:-)

Die vier ersten Gebote sozusagen als Nachweis der Autorität Gottes misszuverstehen, kann einem auch nur dann überzeugend vorkommen, wenn man einen guten Grund für sie finden muss. Jemand, der diese Gebote von aussen betrachtet, sieht ganz deutlich einen eifersüchtigen und rachsüchtigen Gott, der die Verehrung seiner Untertanen einfordert. Und ja, beide Eigenschaften gelten bei Menschen als moralisch nicht gerade hochstehend. Warum sollte das bei Göttern anders sein?

Exodus 20: 3 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. 4 Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde. 5 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation; 6 bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld. 7 Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht. 8 Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!

Explizit steht da: Diene keinen anderen Göttern. Implizit steht da: Diene mir. Das ist erstens gar nicht tolerant und zweitens kleinlich. Warum sollte es den Erschaffer und Lenker der Welten interessieren, was irgendwelche Winzlinge über Ihn denken? Wenn ich zB einen Ameisenhaufen in meinem Garten beschütze, wäre ich nicht lächerlich, wenn ich von den Ameisen Anbetung verlangen würde?

Die historische Erklärung ist natürlich, dass der Gott des Alten Testamentes NICHT der Weltenlenker ist, sondern einer von vielen Stammesgöttern. Er bezieht ja auch seine Autorität daraus, dass er sein Volk aus Ägypten herausgeführt hat (Exodus 20:1).

Aus Vers 5 ergibt sich implizit, dass es diese anderen Götter geben muss. Sonst hätte es doch zum mindesten geheissen: du sollst dich nicht vor den falschen Göttern niederwerfen. Es gibt auch etliche andere biblische Stellen, aus denen das hervorgeht (Exodus 12:12, 15:11, 18:11, 22:28; 5.Buch Mose 3:24, 6:14-15,Richter 11:24 etc etc)

Aus Vers 5 ergibt sich explizit, dass Gott Sippenhaft in großem Umfang betreibt. Das ist moralisch gesehen völlig daneben, wenn das Menschen machen. Warum sollte das bei Göttern anders sein?

Am 23.02.2010 23:29 schrieb wild-rose:Viele plausible Möglichkeiten, die erklären könnten, warum dieser tausende von Jahren alter Text durchaus Sinn machen kann, werden völlig ausser acht gelassen.

Warum muss denn eigentlich jeder tausende von Jahren alter Text Sinn machen? Und falls es unbedingt ein alter Text sein muss, warum nicht die Lehren Buddhas oder manche griechischen Philosophen? Beides wesentlich friedlicher als die abrahamitischen Religionen.

Hier können allgemeine Diskussionen zum Thema Atheismus stattfinden, die sich nicht direkt auf einen Artikel beziehen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gelten die Teilnahmebedingungen.

Dies sind keine redaktionellen Beiträge! Hier melden sich die Gäste von atheismus.ch zu Wort.

Ein neues Thema starten: Neues Thema eröffnen.

Nur angemeldete Benutzer können antworten.
Seitenzugriffe seit 19.01.2009: hier: 1216, atheimus.ch insgesamt: 1218635
Wiki-Verweis auf diese Seite: [[:10_diskussionsforum:29901109023228_wild_rose:20100611221322_sophieamrain:00_index]]
Nächste Seite