Atheismus in der Schweiz
Diskussion

BERGPREDIGT & Co. (smigel)

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Diskussionsbeitrag:

Am 12.02.2010 11:15 schrieb smigel:

Moin Du namenslose Atheistennase,

erstmal: Schöne Seite hast Du hier geschaffen! Ich dachte, ihr Schweizer könntet nur Käse machen. ;o) BTW: Habt ihr in der Schweiz kein "Ph" sondern schreibt nur noch das "F"? Mir ist das hier nur mal aufgefallen (Filosof statt Philosoph, usw...)?!

Zur Sache:

Dein Bergpredigt-Text hat eine Schwäche: Du ereiferst Dich zu sehr. Zügel Dich ein wenig, mit Unbeherrschtheit spielst Du doch nur den Christen in die Hand bzw. bestätigst sie in ihrer Auffassung. Bleib ruhig(er) und (noch) freundlich(er). Als ehemaliger Christ weiß ich, wie tief dieser Glaube sitzen kann und wie sehr er die Sicht auf die Dinge vernebelt.

Und da wären wir auch schon bei meinem Anliegen: Du schreibst z. B. darüber, dass Jesus vor den "falschen Propheten / Profeten) warnt. An ganz anderer Stelle (Adam und Eva) kommt der Baum bzw. die Frucht der Erkenntnis zu Sprache. Ich weiß nicht, ob Du den folgenden Punkt irgendwo bearbeitet hast, aber kennst Du die Stelle, wo Jesus Tage in der Wüste war und Satan ihn verführen will? Er bietet ihm dort für seine Anbetung "die ganze Welt" an. Dann noch die Stelle aus der Bergpredigt - die mit den "geistig Armen". Diese Stelle interpretierst Du FALSCH. Es sind vermutlich NICHT die Dummen gemeint - sondern die, die geistig nicht reich sind - nicht reich an christlichem Geist. Aber dazu gleich noch was.

Kleiner Schwenk hierzu: Als Strafe wird ja nu "ab und zu" die Hölle genannt. Die Hölle wird auch an diversen Stellen als "Ferne von Gott" beschrieben. Man könnte jetzt noch einige andere Stellen hinzuziehen - aber lassen wir das.

Wenn wir nun für "Gott" die Unwissenheit und für "Satan" die Wissenschaft einsetzen - was erhalten wir DANN?????

"Satan" bzw. die Wissenschaft bietet uns, wenn wir ihr "nachfolgen" was? Richtig - die Erkenntnis, "die ganze Welt", welche wir verstehen können. Der Baum der Erkenntnis (von Satan angepriesen!) führt zur Erkenntnis bzw. zu dem Streben nach ihr. Dies zieht eine Distanzierung zu Gott nach sich - kurzum: Die Hölle. Die Hölle wurde - ebenso wie Satan und alles andere, was Gott entgegensteht - durch die Kirche als böse und die Hölle wurde als das furchtbarste Denkbare dargestellt.

Die Lösung ist doch ganz einfach: Lest die Bibel mal so, als würde Jesus mit seinem Hinweis, "das gute Bäume gute Früchte und schlechte Bäume schlechte Früchte tragen werden" sowie seine damit verbundene Warnung vor falschen Propheten genau DAS meinen, was die Christen heute anbeten. Jesus warnt - aus heutiger Sicht - VOR SICH SELBST bzw. vor dem, was das Christentum daraus macht!

Betrachtet man Satan rigoros als gutmütig, als die Lehre der Wissenschaft - oder noch weiter: Als "Engel des Lichts" / oder als "Lichtbringer" (immer noch im Sinne als wissenschaftlicher "Erleuchtung" / Erkenntnis), dazu Jesu Warnung vor falschen Prooheten / falscher Lehre - dann ist der Schritt zur Wahrheit doch zum Greifen nahe! Die Bibel führt sich selbst ad absurdum, sie warnt vor sich selbst - uns wird es aber als DIE Wahrheit verkauft.

Und noch was ganz anderes: Ereifere Dich Dich nicht so sehr. Geh es locker an und entwickel eher sowas wie Mitleid mit den armen Verblendeten. :o)

Soviel von mir zum Einstand hier im Forum.

Gruß

Dennis

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Re: BERGPREDIGT & Co. (mrw)


Am 15.02.2010 22:51 schrieb mrw:

Es wäre noch gut, wenn Du für die Verweise auf die Bibel gleich Buch und Vers nennen könntest. Sonst muss man das selbst heraussuchen.

Ganz Unrecht hast Du ja nicht:

Und noch was ganz anderes: Ereifere Dich Dich nicht so sehr.

Die ganze Christentumskritik geht nicht ohne etwas Zynismus.

Zu den Bibelstellen: Das Problem an der Bibel ist grundsätzlich, dass man praktisch alles daraus herauslesen kann. Genau das macht die Bibel so wertlos. Die Frage ist, ob es eine «richtige» Interpretation gibt.

Der Teufel als Bringer der Wissenschaft? Im Film «Des Teufels Advokat» outet er sich als einziger Humanist, womit er wohl gar nicht so unrecht hat. Wie einst Prometheus in der griechischen Götterwelt hat sich der Teufel bei Gott unbeliebt gemacht, indem er den Menschen half, sich von Gott (den Göttern) zu emanzipieren. Wer sagt denn, dass der Teufel böse sein muss? Doch nur die Bibel, und die ist in dieser Frage eindeutig befangen, sie ist parteiisch. «Gott» sagt, der Teufel sei böse, doch die Bibel lehrt uns, dass Gott selbst einer der grössten Massenmörder der Geschichte sein soll. Wer ist den nun Böse, Gott, der brutale Tyrann, der Völkermörder, der Kindermörder, oder der Teufel, der sich diesem widersetzt? :-)

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Re: BERGPREDIGT & Co. (smigel)


Am 16.02.2010 10:33 schrieb smigel:

Das mit dem Bibelstellen werde ich künftig - sofern möglich - gerne beachten. Allerdings hatte ich weder eine zur Hand und ging aufgrund Deiner auch recht guten Kenntnisse davon aus, dass Du vielleicht weißt, welche Stellen ich meinte.

Zum Zynismus: Glaube mir, ich verstehe Dich SEHR gut. Deshalb war meine "Kritik" eigentlich nur als gutgemeinter Tip gemeint, weil man selbst manchmal nicht merkt, wann und wie man sich in etwas verrennt. Da ist ein Hinweis von außen schonmal ganz hilfreich.

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