Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Moral (sara)

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Diskussionsbeitrag:

Am 05.03.2010 23:21 schrieb sara:

Ich kenne auch nicht jede Detailauslegung von "ehre ..xy" … die Grundaufforderung jedoch ist nicht schlecht - im Gegenteil - sie ist einfach und korrekt. Eltern haben es so verdient.

Wenn man sich gegen die 10 Gebote als adäquate Entscheidungsbasis für moderne Probleme ausspricht, ist dies nicht weil die "Grundidee schlecht ist", die allermeisten halten die Grundidee sehr wahrscheinlich für gut. Die Probleme der 10 Gebote sind vielmehr:

1) Grundideen reichen nicht aus, weil sie in seltenen, spezifischen, komplexen Fragen keine Antworten liefern. Die meisten Eltern geben sicher ihr bestes und verdienen Dankbarkeit für ihre Hingabe. Aber Ted Bundy, der amerikanische Massenmörder, hatte eine Tochter. Hat ER die Achtung seiner Tocher verdient? Wenn diese Tochter ihren Vater nicht ehrt, wäre das so unverständlich und schlecht und sollten wir sie deshalb verurteilen und in die Hölle schicken?

2) Wenn die Autorität hinter einer Grundregel fragwürdig ist, dann ist die Grundregel selber fragwürdig.. Mit allen heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Gott der Bibel wirklich existiert. Er erklärt NICHTS mehr, sondern bedarf viel mehr selber einer unvorstellbaren Menge an Erklärungen. Viel wahrscheinlicher ist, dass ihn die Menschen in der damaligen Zeit selber erfunden haben:

- um Dinge zu erklären, die sie sich selber sonst nicht erklären konnten

- um Trost zu finden, den wir uns alle innig wünschen

- um Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod zu haben, was doch eine so schöne Idee wäre

- um sich nicht so alleine und unwichtig im grossen Universum vorzukommen

- um eine moralische Rechtfertigung für ihre territorialen Ansprüche zu haben und sich nicht als Massenmörder und Landräuber im Spiegel ansehen zu müssen

- um einen Sinn des Lebens auf dem Silbertablett serviert zu bekommen und ihn nicht selber suchen zu müssen

- um Sicherheit in klaren Regeln zu finden anstatt sich von der Verantwortung, selber in moralischen Dilemmen entscheiden zu müssen, den Schlaf rauben lassen…

- um eine persönliche Wunscherfüllungs-Wunderlampe zu haben (und wenn der Wunsch nicht in Erfüllung ging, dann auch gut, weil er mich ja gern hat und nur das beste für mich will, auch wenn ich das im Moment nicht verstehen kann.. Was gibts denn Schöneres als Win-Win Situationen im Leben..)

Tatsache ist, für viele Menschen ist Gott keine sehr wahrscheinliche Erklärung für die Entstehung und Bedeutung der Welt und uns in ihrer Mitte mehr, die 10 Gebote sind keine Autorität..

3) … ich überlasse es andern, falls sie noch lust haben…

Gruss, Sara

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Moral (jack)


Am 08.03.2010 13:41 schrieb jack:

Am 05.03.2010 23:21 schrieb sara:
Viel wahrscheinlicher ist, dass ihn die Menschen in der damaligen Zeit selber erfunden haben:
- um Dinge zu erklären, die sie sich selber sonst nicht erklären konnten
- um Trost zu finden, den wir uns alle innig wünschen
- um Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod zu haben, was doch eine so schöne Idee wäre
- um sich nicht so alleine und unwichtig im grossen Universum vorzukommen

Auch heute noch entscheiden sich viele Menschen eher an einen Gott zu glauben. Wenn der Mensch allerdings ein gottloses biologisches Produkt ist, einer gottlosen Natur evolutionsbiologisch entsprungen, deren Ursprung in einem gottlosen Universum gründet, weshalb haben dann viele Menschen aller Kulturen und Epochen eine innere Sehnsucht und ein Verlangen an Gott oder an höhere Mächte zu glauben? Woher kommt das Verlangen an Götter zu glauben, dass es gemäss Euren Aussagen nicht geben kann? Eher wahrscheinlich ist, dass der Mensch aus mehr besteht, als nur aus einer Ansammlung von Molekülen und Atomen. "Aus nichts kommt nichts", sagt man so schön: Wäre der Mensch ein simples Naturprodukt eines gottlosen, materiellen Universums, hätte er kein inneres Verlangen an einen Schöpfergott zu glauben.

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