Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Vakuumfluktuationen (knuddel)

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Diskussionsbeitrag:

Am 18.09.2009 17:04 schrieb knuddel:

"Ockham's Razor" besagt lediglich, dass, wenn mehrere Theorien das gleiche erklären, eine einfache/sparsame eher der Wirklichkeit entspricht als eine kompliziertere, die selber vieler weiterer Annahmen und Erklärungen bedarf. Mit anderen Worten, ein Regenbogen ist eher durch das Brechen von Sonnenstrahlen an der runden Oberfläche von Wassertropfen zu erklären (da dieses Phänomen direkt an einem Prisma beobachtet werden kann und eines einzigen physikalischen Gesetzes bedarf) als dass irgendeine nie gesehene blumige Göttlichkeit mit nie direkt beobachteten Fähigkeiten einen nicht verifizierbaren Pinsel in einen unsichtbaren angenommenen Farbtopf steckt

Soweit so gut. Aber woher kommen Regen und Sonne? Wer hat die Tröpfchen so kreiert (jaja, provokatives Wort), dass sich das Licht in ihnen bricht? Wenn Gott all das erschaffen hat, dann ist er die Ursache des Regenbogens. Und zwar ohne Pinsel, sondern mit den Naturgesetzen die wir in der Wissenschaft zu erfassen suchen.

Sobald du Gott ins Spiel bringst, taugt Ockham nichts mehr, weil wir die Wahrscheinlichkeitsfaktoren von Gott nicht kennen. Dann bleibt dir nur noch eines. Du kannst als erstes mal zu erklären versuchen, ob bei der entsteheung des Universums ein Gott im Spiel war oder nicht. Erst wenn du bewiesen hast, dass Gott nicht die Sonne und den Regen erschaffen hat, kannst du Ockham auf den Regenbogen anwenden. Galub mir, jedes mal wenn du mit Ockham zeigen willst, dass es Gott nicht braucht, kann ich aufzeigen, dass die wahre Problematik und grosse Unbekannte in der Entstehung unserer Welt liegt. Davon hängt alles ab und alles andere ist belanglos, wenn es darum geht aufzuzeigen, ob es einen Gott braucht oder nicht.

Daraus folgt, dass "Ockhams Rasiermesser" Gott nicht direkt "widerlegen will", sondern einfach nur zeigt, warum Gott zur Erklärung der allermeisten Sachverhalte gar nicht nötig ist. Warum sollte ein vernünftig denkender Mensch speziell diesen Gott allen anderen (plausibleren) Erklärungen vorziehen?

Weil es keine andere Erklärungen gibt. Jedenfalls keine bewiesenen. Oder habe ich irgendetwas nicht mitbekommen? Hat man gestern etwa bewiesen ;-), dass bei der Entstehung von Raum, Zeit, Materie, Leben und Liebe kein Gott im Spiel war? Habe in der Zeitung jedenfalls nichts davon gelesen.

freundlich grüsst, Sara

und genauso freundlich grüsst knuddel

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Ockham [ Re: Vakuumfluktuationen ] (mrw)


Am 20.09.2009 16:33 schrieb mrw:

Am 18.09.2009 17:04 schrieb knuddel:
Soweit so gut. Aber woher kommen Regen und Sonne? Wer hat die Tröpfchen so kreiert (jaja, provokatives Wort), dass sich das Licht in ihnen bricht? Wenn Gott all das erschaffen hat, dann ist er die Ursache des Regenbogens. Und zwar ohne Pinsel, sondern mit den Naturgesetzen die wir in der Wissenschaft zu erfassen suchen.
Sobald du Gott ins Spiel bringst, taugt Ockham nichts mehr, weil wir die Wahrscheinlichkeitsfaktoren von Gott nicht kennen. Dann bleibt dir nur noch eines.

Du hast Ockhams Rasiermesser nicht verstanden. Es braucht Gott nicht, um die Welt zu erklären. Damit ist schon alles gesagt.

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