Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Ockham [Re: Vakuumfluktuationen] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 20.09.2009 16:33 schrieb mrw:

Am 18.09.2009 17:04 schrieb knuddel:
Soweit so gut. Aber woher kommen Regen und Sonne? Wer hat die Tröpfchen so kreiert (jaja, provokatives Wort), dass sich das Licht in ihnen bricht? Wenn Gott all das erschaffen hat, dann ist er die Ursache des Regenbogens. Und zwar ohne Pinsel, sondern mit den Naturgesetzen die wir in der Wissenschaft zu erfassen suchen.
Sobald du Gott ins Spiel bringst, taugt Ockham nichts mehr, weil wir die Wahrscheinlichkeitsfaktoren von Gott nicht kennen. Dann bleibt dir nur noch eines.

Du hast Ockhams Rasiermesser nicht verstanden. Es braucht Gott nicht, um die Welt zu erklären. Damit ist schon alles gesagt.

Erst wenn du bewiesen hast, dass Gott nicht die Sonne und den Regen erschaffen hat, kannst du Ockham auf den Regenbogen anwenden.

Es ist nicht notwendig, das zu beweisen. Vielmehr drehst Du hier die Beweislast um. Niemand muss beweisen, «dass Gott nicht XXX erschaffen hat», sondern derjenige ist in der Beweispflicht, der behauptet, es gäbe einen Gott, der XXX erschaffen habe.

Nach Ockhams Rasiermesser genügt es eben vielmehr zu zeigen, dass ein Gott nicht notwendig ist, um dies zu erklären. Nur wenn wir bei einer Erklärung zwingend auf einen Gott angewiesen sind, dann ist es berechtigt, ihn einzuführen. Ein Gott kann (nach Ockham) erst dann ins Spiel kommen, wenn er Dinge erklärt, die ansonsten unerklärbar wären, wenn Gott also neue Erkenntnis bringt. Und da dies nicht der Fall ist, ist er obsolet.

Galub mir, jedes mal wenn du mit Ockham zeigen willst, dass es Gott nicht braucht, kann ich aufzeigen, dass die wahre Problematik und grosse Unbekannte in der Entstehung unserer Welt liegt. Davon hängt alles ab und alles andere ist belanglos, wenn es darum geht aufzuzeigen, ob es einen Gott braucht oder nicht.

Du hast vollkommen recht. Und sobald Du die grosse Unbekannte in der Entstehung Gottes erklärt hast, bist Du tatsächlich weiter als wir. Aber nicht vorher!

Erkläre mir, warum es unbedingt ein Gott sein muss, der einfach so sein kann, und nicht das materielle Universum. Erkläre mir schlüssig, woher Gott kommt, und warum er Ursachenlos sein kann, nicht aber das Universum. Erkläre mir, wieso am Anfang des Universums eine grosse schöpferische Intelligenz sein kann, wo wir doch beobachten, dass sich das Universum und später das Leben sehr langsam aus einfachen Zuständen entwickelt haben, und Intelligenz nach Milliarden von Jahren in uns Menschen als Lebewesen entstanden ist. Wir beobachten Intelligenz nur in uns Menschen und in anderen Lebewesen, welche ebenfalls durch lange Evolution entstanden sind. Bevor es Lebewesen gab, gab es keine Intelligenz auf Erden. Was also bring Dich zu der haltlosen Annahme, eine Intelligenz sei von Anfang an schon da gewesen?

Warum sollte ein vernünftig denkender Mensch speziell diesen Gott allen anderen (plausibleren) Erklärungen vorziehen?

Weil es keine andere Erklärungen gibt. Jedenfalls keine bewiesenen.

Bewiesen oder nicht, darauf lasse ich mich nicht ein. Fakt ist, im Gegensatz zu Deiner Erklärung ist die naturalistische Auffassung plausibel und durch unzählige Forschungsresultate gestützt.

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Re: Ockham [ Re: Vakuumfluktuationen ] (oban)


Am 20.09.2009 17:24 schrieb oban:

Am 20.09.2009 16:33 schrieb mrw:
Am 18.09.2009 17:04 schrieb knuddel:
Sobald du Gott ins Spiel bringst, taugt Ockham nichts mehr, weil wir die Wahrscheinlichkeitsfaktoren von Gott nicht kennen. Dann bleibt dir nur noch eines.

Du hast Ockhams Rasiermesser nicht verstanden. Es braucht Gott nicht, um die Welt zu erklären. Damit ist schon alles gesagt.

Aus Knuddels Sicht hat sie schon Recht, für Gläubige Menschen ist die Erklärung "Gott" immer die einfachste Annahme, somit stimmt es für sie auch im Prinzip von Ockhams Rasiermesser.

Für (vorsicht Ironie)"denkende" Menschen, wirft die Annahme das Gott die Ursache ist, nur noch mehr Fragen und somit auch mehr Annahmen auf, im Sinne von Ockham bedeutet dies das für "denkende" Menschen Gott nie als Erklärung dienen kann, weil Gott wirft soviele Fragen und weitere Annahmen auf, wird somit so Unwahrscheindlich, das Gott als mögliche Lösung im Sinne von Ockham nicht in Betracht gezogen werden kann.

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Re: Ockham [ Re: Vakuumfluktuationen ] (knuddel)


Am 20.09.2009 20:02 schrieb knuddel:

Du hast Ockhams Rasiermesser nicht verstanden.

dochdoch, das habe ich sehr wohl. Ihr habts mir ja erklärt.

Es braucht Gott nicht, um die Welt zu erklären. Damit ist schon alles gesagt.

Ob es Gott braucht oder nicht, um die Welt zu erklären, kannst du erst sagen, wenn du weisst, was es alles braucht um die Welt zu erklären. Und du weisst es eben noch nicht. Die Wissenschaft hat die Welt noch nicht gut genug erklärt um zu sagen, dass es Gott nicht braucht.

Du hast vollkommen recht. Und sobald Du die grosse Unbekannte in der Entstehung Gottes erklärt hast, bist Du tatsächlich weiter als wir. Aber nicht vorher!

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