Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Gewaltsame «Nächstenliebe» (mrw)

Nur angemeldete Nutzer dürfen mitdiskutieren.
Diskussionsbeitrag:

Am 10.07.2009 14:06 schrieb mrw:

atheismus.ch schrieb: Am 09.07.2009 21:57 schrieb tataraska:
Wie wenig Nächstenliebe im Christentum tatsächlich bedeutet, zeigen unter anderem auch die unzähligen Fälle von Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Prügelstrafen und Erniederigung rund um kirchliche Einrichtungen. […] Wie wenig Nächstenliebe auf der Erde tatsächlich bedeutet, zeigen unter anderem auch die unzähligen Fälle von Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Prügelstrafen und Erniederigung rund um den Globus. […]

Wenn ich Dich recht verstehe, siehst Du grosszügig darüber hinweg, dass die Missstände in christlichen und kirchlichen Institutionen besonders schlimm sind, wie aus den zitierten Berichten hervor geht. Ebenso ist es für Dich offenbar unerheblich, dass sich die Kirchen selbst als moralische Institutionen sehen, und Du bist wohl auch der Meinung, dass sie zwar moralische Ansprüche erheben dürfen, aber keinerlei Eigenleistung vorzuweisen brauchen. Insbesondere lehnst Du es ab, an die Kirchen, diese selbsternannten Moralisten, höhere Ansprüche zu stellen, um diesen Moralanspruch zu rechtfertigen.

Was ich aber nicht verstehen kann, ist, dass Du nicht einmal die gleichen Massstäbe ansetzt. Zumindest müsste doch die Forderung lauten, die Kirchen sollen sich nicht weniger anständig und weniger moralisch verhalten dürfen, als alle anderen Einrichtungen.

Ein Vergleich der europäischen (und US-amerikanischen) Kirchen mit den Zuständen irgendwo auf der Welt ist unzulässig. Dabei fällt ausserdem auch auf, dass an vielen Orten Gewalt und Grausamkeit eben gerade auch wieder direkt mit Religion und religiöser Intoleranz gekoppelt ist. Man denke nur an die Länder, welche nach der islamischen Scharia richten. Doch die Kirchen hier müssen sich an den hiesigen Standards messen lassen, und das sind die Werte von Demokratie, Humanismus und Aufklärung. Die Staaten halten sich weitgehend daran, die Gesellschaft auch. Die Kirchen tun sich aber nach wie vor schwer damit. Man bedenke nur, dass der Vatikan nebst (der Diktatur) Weissrussland das einzige europäische Land ist, welches die Europäische Menschenrechtskonvention noch nicht unterzeichnet und ratifiziert hat!

Immerhin gibst Du damit zu, dass das Christentum und die Christen keinen Deut besser sind, als der Rest der Welt. Dies ist ein Eingeständnis, dass sich Christen sonst kaum je abringen lassen (und das Du, wie ich vermute auch nicht absichtlich von Dir gegeben hast). Das Christentum hat der Welt eben nichts zu bieten, im Gegenteil ist es gerade die Überwindung der Religion, die uns in vielerlei Hinsicht Verbesserungen gebracht hat. Und nur dem jahrhundertelangen Kampf gegen die Vormacht des Christentums haben wir es zu verdanken, dass wir nicht nur diese elenden Zustände in kirchlichen Institutionen moralisch verurteilen und uns darüber aufregen, sondern vor allem auch, dass wir sie auch verurteilen dürfen. Hätten die Christen noch immer die Macht, würden sie noch heute jegliche Kritik als Ketzerei verfolgen. Auch zeigen die genannten Berichte, wie heute noch immer wieder versucht wurde, solche Verbrechen zu vertuschen. Dank dem umsichgreifenden Unglauben und weil das Leben und der gesellschaftliche Status der Menschen nicht mehr von den Kirchen abhängig ist, lässt sich die Kritik zum Glück heute nicht mehr verhindern, und selbst die Kirchen müssen lernen, sich an minimale Standards zu halten.

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
Dies ist eine Reaktion auf den gewählten Beitrag. Gemäss Deiner Konfiguration wird er mit angezeigt.

Re: Gewaltsame «Nächstenliebe» (tataraska)


Am 12.07.2009 18:32 schrieb tataraska:

Wenn ich Dich recht verstehe, siehst Du grosszügig darüber hinweg, dass die Missstände in christlichen und kirchlichen Institutionen besonders schlimm sind, wie aus den zitierten Berichten hervor geht.

Gibt es denn Statistiken oder Studien zu dem Thema? Kann man sagen, dass Angestellte von Kirchen mehr sexuelle verbrechen begehen als der Rest der Menschen? Wenn es solche Statistiken gibt, warum sieht man sie dann nie? Wenn es sie nicht gibt, wie begründest du eine Vorwürfe?

Ebenso ist es für Dich offenbar unerheblich, dass sich die Kirchen selbst als moralische Institutionen sehen,

Du veralgemeinerst bereits. Es war von katholischen Priestern die Rede, und jetzt sprichst du schon von "die Kirchen". wirfst also alles in den selben Topf und schliesst von einigen die Fehler begehen auf alle anderen. Genau das slebe tust du auch, wenn du sagst, dass diese Fälle zeigen, "wie wenig Nächstenliebe mit dem Christentum zu tn hat". Tu uns allen einen gefallen und hör auf mit solchen veralgemeinerungen. Damit kommst du allenfalls bei Lesern an, die auch den "BLICK" lesen. Deine Seite erinnert mich sehr an Boulvard.

weiterlesen …

Hier können allgemeine Diskussionen zum Thema Atheismus stattfinden, die sich nicht direkt auf einen Artikel beziehen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gelten die Teilnahmebedingungen.

Dies sind keine redaktionellen Beiträge! Hier melden sich die Gäste von atheismus.ch zu Wort.

Ein neues Thema starten: Neues Thema eröffnen.

Nur angemeldete Benutzer können antworten.
Seitenzugriffe seit 19.01.2009: hier: 1114, atheimus.ch insgesamt: 1218635
Wiki-Verweis auf diese Seite: [[:10_diskussionsforum:29910627080442_oban:20090709215706_tataraska:20090710140607_mrw:00_index]]
Nächste Seite