Atheismus in der Schweiz
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Taugt der Mensch zur Utopie? Ursache von religiöser Gewalt [Re: Kriegstreibende Kirche] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 01.06.2009 09:53 schrieb mrw:

Am 01.06.2009 03:14 schrieb deusmesum:
Wenn die Menschheit es schaffen würde, kleine Streitereien (allgemein) durch Intelligente Diskusionen zu ersetzten, hätten wir ein Stück Weltfrieden (Utopie).

Es fragt sich, ob der Mensch als Lebewesen, das sich durch Evolution und den Kampf ums Überleben entwickelt hat, überhaupt zu einer solchen Utopie fähig ist. Wie man in der Realität sieht, bricht immer wieder das Tier im Menschen durch. Kulturell hat sich der Mensch zwar entwickelt und ideologisch weitgehend von Gewalt abgewandt (zumindest offiziell). Aber so wie es aussieht, entspricht das nicht dem menschlichen Naturell. Seien es nun Hooligans oder Schläger, die sinnlos prügeln, seien es millionen von Menschen, die wie Schafe den Nazis oder anderen Diktatoren nachfolgen, seien es amerikanische Soldaten, denen beim Foltern alle Dämme brechen, — immer wieder zeigt sich, dass der Mensch nicht in eine solche Utopie passt. Jeder Versuch, eine solche Utopie zu schaffen (Stichwort: Komunismus), ist bisher kläglich gescheitert.

Mein Fazit: Man muss die Realität anerkennen und versuchen, trotzdem das Beste daraus zu machen, aber bedenken, dass man nur instabile lokale Optima finden kann. Zum Glück sind die meisten Menschen zähmbar, und es ist wie bei wilden Tieren, wie bei den Löwen: Ein satter Löwe reisst keine Zebras; — Ein zufriedener Mensch übt keine sinnlose Gewalt aus. Hooligans und Gewalttäter sind heute meist Kinder aus bildungsfernen, vernachlässigenden, problembehafteten Eternhäuser, welche die Schule geschmissen, und kaum Aussichten auf beruflichen Erfolg haben. Entsprechend sollte man hier ansetzen und soweit möglich das Übel bei der Wurzel packen.

Religiöse Freudlosigkait als Ursache von Gewalt

Ich gebe Euch recht, dass Religion Unfrieden, Hass und Ausgrenzung schürt. Gewisse Religionen tun dies in besonderem Ausmass, warum? Das Christentum (auch das Judentum und der Islam) sind darauf ausgelegt, dem Menschen das Leben zu vermiesen. Es wird der Mensch als klein und ohnmächtig gegenüber einem übermächtigen, selbstsüchtigen, intoleranten, strafenden, herzlosen Gott dargestellt. Der Mensch wird als unfähig dargestellt und als vollständig abhängig von «göttlicher Gnade». Der Mensch soll ein Sünder sein, als Sünder geboren und unfähig sich selbst zu befreien. Der Mensch könne nichts aus eigener Kraft schaffen, es sei denn, mit Hilfe Gottes. Das irdische Leben soll ein Jammertal sein, jegliches Vergnügen nur schon von daher eine Blasfemie. Der Mensch soll nach dem Tod, dem Jenseits streben und sein irdisches Leben vernachlässigen, er soll nicht das Leben geniessen, er soll nicht ohne Gott glücklich werden. Ein solch negatives Menschenbild muss zu Unzufriedenheit und in der Folge zu Gewaltreaktionen führen. Zur Verstärkung des Unglücks haben sich die Priester und Profeten ganz bösartige Methoden ausgedacht: Klöster, Zölibat, Verteufelung der Fleischeslust, Askese, Selbstkasteiung, u.s.w.. Menschen, die in einer solch freudlosen Umgebung aufwachsen, könen nicht glücklich werden (es sei denn, sie reissen sich aus diesem einschränkenden Umfeld los). Entsprechend suchen sie sich ein Ventil. Da wundert es nicht, dass sich solche Menschen von öffentlichen Hinrichtungen, Hexenjagden, Folter und anderen perversen Vergnügungen begeistern lassen, ist doch die Verfolgung von Ketzern und Ungläubigen das einzige Vergnügen, dem sie frönen dürfen, ohne ewige Höllenqualen fürchten zu müssen. Da verwundert es auch nicht, dass Christen lange Zeit ihre Kinder geschlagen haben (und dies mit der Bibel begründeten), es wundert nicht, dass gerade christliche Kinderwerke besonders grausam mit ihren Zöglingen umgesprungen sind. In der heutigen Zeit reagieren sich katholische Priester, die nach wie vor in dem engen Korsett leben müssen, an Ministranten ab.

Mein Rat als Atheist:

  • Bekennt Euch zum Hedonismus,
    zur (massvollen und vorausschauenden) Freude am Leben!
  • Geniesst das Leben, Ihr habt nur eines davon und das ist sehr wertvoll!
  • Tragt dem Leben Sorge und schätzt Euer Leben, ebenso wie auch fremdes!
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Re: Taugt der Mensch zur Utopie? Ursache von religiöser Gewalt [ Re: Kriegstreibende Kirche ] (oban)


Am 01.06.2009 10:04 schrieb oban:

Am 01.06.2009 09:53 schrieb mrw:
Ein zufriedener Mensch übt keine sinnlose Gewalt aus. Hooligans und Gewalttäter sind heute meist Kinder aus bildungsfernen, vernachlässigenden, problembehafteten Eternhäuser, welche die Schule geschmissen, und kaum Aussichten auf beruflichen Erfolg haben. Entsprechend sollte man hier ansetzen und soweit möglich das Übel bei der Wurzel packen.

Hooligans und Gewalttäter kommen vielfach auch aus vermeindlich guten Elternhäusern, dies hindert sie aber nicht daran zu Tätern zu werden. Aber das würde bedeuten das auch diese Menschen eher unzufrieden sind, dies ist dann eher ein Problem der Erziehung oder eben der aus Zeitmangel der Eltern nicht vorhandenen Erziehung ist.

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Re: Taugt der Mensch zur Utopie? Ursache von religiöser Gewalt [ Re: Kriegstreibende Kirche ] (anonyma)


Am 19.06.2009 23:59 schrieb anonyma:

Ich muss hier feststellen dass, obwohl wir nichts von religion halten, der mensch immernoch als höheres Wesen dargestellt wird. Wir glauben an die Evolutiion, der Mensch ist entstanden wie jedes andere Tier auch. Er hat durch Terrorismus die Welt erobert und zerstört. Ist das nicht genau, was wir Gott vorwerfen würden, wenn es ihn gäbe? Ich frage mich wie lange es noch dauern wird, bis der Mensch auf den Boden der tatsachen zurück kehrt und erkennt, dass er ein Tier ist wie jedes andere auch, nicht mehr wert und auch nicht intelligenter. Wir sollten endlich versuchen so zu leben, wie es die natur will. Einerseits klingt eine Welt ohne Krieg verführerisch, andererseits gibt es bereits viel zu viele Menschen auf dieser Erde und es herrscht Platzmangel. Also wenn der Mensch sich nicht umbringt, wer tut es dann? Die Krankheiten können uns nicht im Zaum halten. Da wir nicht einfach Leute fürs Gleichgewicht sterben lassen können, sollten wir das beste aus der jetzigen Situation machen und die Wesen retten, die unsere Hilfe am meisten brauchen- nicht die Menschen sondern die anderen Tiere, welche aufs grausamste unterdrückt werden.

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