Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Verlogene Christen: Bibelzitate nach Belieben [Re: Nächstenliebe?] (mrw)

Nur angemeldete Nutzer dürfen mitdiskutieren.
Diskussionsbeitrag:

Am 24.05.2009 11:42 schrieb mrw:

Mir fällt da gerade etwas auf:

Am 23.05.2009 22:21 schrieb oban:
Am 22.05.2009 13:08 schrieb knuddel:
2. Es dürfte wohl kaum Gottes Wille gewesen sein, dass das passiert. Zumal solche Dinge laut Bibel nicht erlaubt sind.

Wo steht das? willst du damit andeuten das die Bibel der Grund unserer Moral sei?

5. Gerade diese Menschen dürfte Gottes Gericht besonders hart treffen, wie du zum Beispiel in Jakobus 3.1 nachlesen kannst.

Überall wo gläubige Menschen argumentieren wird aus der Bibel zitiert, weshalb? Weshalb aus einen Buch zitieren, an das ein beträchtlicher Teil der Menschheit nicht glaubt?

Oben bemerkt Oban, dass Knuddel einfach eine Behauptung aufstellt, ohne eine entsprechende Bibelreferenz vorwesen zu können. Unter wiederum verweist Knuddel tatsächlich auf die Bibel.

Ein Gott der Beliebigkeit

Ich habe den Eindruck, dass Christen oft dann aus der Bibel zitieren, wenn sie zufällig einen passenden Spruch kennen (egal ob der Zusammenhang passt oder nicht). Wenn sie aber andererseits keinen passenden Spruch zur Hand haben, dann stellen sie trotzdem irgend eine Behauptung auf (hier: «Es dürfte wohl kaum Gottes Wille gewesen sein»), ohne jeglichen Beleg.

Für mich zeigt das einfach eines: Gott ist eine Projektion der eigenen Gedanken und Vorstellungen derjenigen, die daran glauben. Gott hat immer genau die Eigenschaften, die der einzelne Gläubige von ihm erwartet. Darum ist Gott ja auch «so toll» und so begeisterungsfähig: Jeder kann aus ihm machen, was immer gerade in seine persönliche Ideologie passt.

Hinschauen und Wegschauen, so wie es passt

Auf der anderen Seite aber, wenn man ehrlich wäre wie ein Atheist, müsste man zugeben, dass der Gott der Bibel nie vor extremster Gewalt zurückgescheut ist. Die Bibel ist voll von Beispielen, in denen Gott höchst persönlich Gewalt anwendet.Doch solche Stellen werden je nach Weltbild einfach ausgeblendet, oder man erfindet irgendwelche faulen Ausreden, um sich nicht weiter damit befassen zu müssen (typisch: «Gottes Wege sind unergründlich»).

Verschiedene Masstäbe

Auch messen die Gläubigen oft mit zwei verschiedenen Massstäben: Alles, was der Glaube bedeutet, wird vehemet verteidigt, mit allen Tricks und Kniffen. Alles, was die Wissenschaft veröffentlicht (und dem Glauben widerspricht), wird äusserst kritisch untersucht und mit fadenscheinigen Argumenten zu widerlegen versucht. Auch wenn ein irdischer Diktator sich so grausam verhalten würde, wie der biblische Gott, würden alle Christen vor Entsetzen aufschreien. Wenn aber ihr Gott unschuldige Kinder ermordet oder Moses Völkermorde begeht, dann verteidigen sie das, oder stehlen sich damit aus der Verantwortung, dass sie behaupten, über Gott nicht urteilen zu können.

Ein- und Ausblenden nach Belieben

Je nach Weltbild des Christen werden die Verbrechen Gottes, seine Grausamkeit und Intolerant entweder ausgeblendet, oder auch ganz speziell beachtet. So verwundert es nicht, dass es immer wieder gerade strengreligiöse Christen sind, die sich durch besondere Grausamkeit und besondere Intoleranz hervor tun. Letztmals in Zürich beobachtet: Jetzt gerade beim Aufstand christlicher Fundamentalisten gegen die «Europride», eine Veranstaltung, bei der Homosexuelle gerade diese Toleranz verlangen, die ihnen christliche Kreise versagen. Dasselbe Schauspiel zeigt sich bei anderen Fragen sexueller Freiheit, aber auch bei Abtreibung, Erziehung und Religionsfreiheit. Intolerante Christen meinen, ihren Glauben in öffentliche Schulen und in die Verfassung bringen zu müssen.

Es gibt also zwei Seiten des Christentums: Auf der einen Seite eine einigermassen tolerante, weltoffene, welche die biblischen Grausamkeiten ausblendet, auf der anderen Seite aber eine intolerante grausame Fratze, welche die biblische Grausamkeit und Intoleranz explizit übernimmt.

Das macht diese Religion so gefährlich und hinterlistig, denn die «braven» Christen bereiten den Weg für die Intoleranz. Darum muss das Christentum bekämpft werden.

Echte Konsequenz

Wir Atheisten sind mehrheitlich Humanisten und Hedonisten, die sich auf ihre Vernunft verlassen um das Glück zu maximieren. Für uns Atheisten bedeutet das: Selbst wenn wir falsch liegen würden und es diesen Gott gäbe, würden wir ihn nicht verehren. Vielmehr würden wir lieber in der Hölle schmoren, als uns mit einem solchen Tyrannen zu verbünden. Eine Hölle, welche die Opposition eines egomanischen Tyrannengottes ist, kann gar kein schlechter Ort sein. Im Gegenteil, sie ist der «Gottesnähe» in jedem Fall vorzuziehen und im Gegensatz dazu ein Ort der Freiheit, wo ein rebellischer Freigeist wie Luzifer der Tyrannei Gottes entkommen kann. Aber selbstverständlich sind wir durch den Gebrauch der Vernunft überzeugt davon, dass diese Entscheidung ohnehin nicht zu fällen ist, weil Teufel, Hölle, Gott, Himmel nur Projektionen menschlicher Fantasien sind.

Hier können allgemeine Diskussionen zum Thema Atheismus stattfinden, die sich nicht direkt auf einen Artikel beziehen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gelten die Teilnahmebedingungen.

Dies sind keine redaktionellen Beiträge! Hier melden sich die Gäste von atheismus.ch zu Wort.

Ein neues Thema starten: Neues Thema eröffnen.

Nur angemeldete Benutzer können antworten.
Seitenzugriffe seit 19.01.2009: hier: 3349, atheimus.ch insgesamt: 1218635
Wiki-Verweis auf diese Seite: [[:10_diskussionsforum:29910812074344_proleto:20090522130837_knuddel:20090523222140_oban:20090524114245_mrw:00_index]]
Nächste Seite