Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Allwissenheit ist unmöglich: In die Gedanken der Menschen blicken hintertreibt den freien Willen auch [Re: Allwissenheit, Almacht und Freier Wille] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 27.05.2009 09:52 schrieb mrw:

Am 26.05.2009 23:01 schrieb kimkarryanne:
Wenn ein Mensch einen Plan gefasst hat und Gott seine Taten schon im voraus kennt, dann ist dsa kein in-die-Zukunft-blicken. Es ist lediglich ein in-die-bereits-gefassten-Gedanken-blicken.

Guter Punkt. Das dürften viele nicht beachten, wenn sie lesen, dass Gott die Zukunft der Menschen kennt. Weshlab es in diesem Forum auch nicht kommentiert worden ist ;-)

Moment mal, ich hab's hier kommentiert, und ich wiederhole es gern für Dich nochmals:

Knuddel schrieb:
Wenn ein Mensch einen Plan gefasst hat und Gott seine Taten schon im voraus kennt, dann ist dsa kein in-die-Zukunft-blicken. Es ist lediglich ein in-die-bereits-gefassten-Gedanken-blicken.

MRW schrieb:
Aber es verhindert, dass der Mensch seine Gedanken vor der Ausführung nochmals korrigiert. Nicht jeder Gedanke, den ein Mensch mal gefasst hat, kommt auch zur Ausführung.

Weiterer Kritikpunkt: Selbst wenn Gott nur in die Gedanken der Menschen blickt, um die Zukunft vorherzusagen, und wenn wir dabei ignorieren, dass der Mensch dadurch an einer Korrektur seines Verhaltens vor der Ausführung gehindert wird (ausser man setzt voraus, dass sich Gott auch irren kann, wenn er profezeit), dann bleibt noch ein gewichtiges Problem:

Durch das blicken in bereits vorgefasste Gedanken kann Gott nur minimal in die Zukunft sehen. Wahrscheinlich sogar nur um Bruchteile einer Sekunde. Denn Zwischen dem gedanklichen Fassen einer konkreten Handlung und der somatischen Ausführung liegen nur kürzeste Zeitspannen.

Bei länger gefassten Taten wird es, je länger es bis zur Ausführung der Handlung dauert, immer unwahrscheinlicher, dass der Mensch den Plan genau so durchführt, wie er ihn sch mal ausgedacht hat. Im Gegenteil: Gerade bei bösen Taten ist es (zum Glück) meistens so, dass sich diese nur in der Fantasie, in der Planung abspielen, aber nie zur Ausführung gelangen.

Der freie Wille bedingt, dass Gott keinesfalls mehr weiss, als der Mensch. Aber dann ist eine zuverlässige Vorhersage der Zukunft unmöglich. Noch viel unmöglicher wird es daher, dass es nicht nur einen Menschen gibt, der zu berücksichtigen ist: Menschen interagieren mit anderen Menschen, deren Verhalten wiederum höchst unvorhersehbar ist. Das ganze System Menchheit verhält sich höchst chaotisch. Selbst wenn ein Gott die Gedanken jedes einzelnen Menschen zum jetzigen Zeitpunkt kennen würde, könnte er unmöglich sagen, was einer dieser Menschen in zwei Tagen tun wird. (In der Annahme, dass jeder dieser Menschen einen freien Willen hat).

Und der deutsche Filosof Bernulf Kanitscheider wendet zudem noch ein, dass niemand, auch kein Gott, das vollständige Wissen über die Materie haben kann, weil dies durch die Heisenbergsche Unschärferelation vollkommen verunmöglicht wird. Die Allwissenheit Gottes stösst auch hier an ihre natürliche Grenze.

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