Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Gott, Christen, Nazis und Verbrechen [Re: Lange nicht mehr hier gewesen!] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 21.04.2009 14:06 schrieb mrw:

Kimkarryanne wirft im nebenstehenden Beitrag die richtige Frage auf: Re: Gott, Christen, Nazis und Verbrechen [Re: Lange nicht mehr hier gewesen!] (kimkarryanne)

Ich gehe hier auf zwei Beiträge ein: Den vorhergehenden von Knuddel und den davor von Kimkarryanne.

@knuddel: Du antwortest schon noch auf die zahlreichen anderen Themen, und lässt nicht alles versanden, oder?

kimkarryanne schrieb:
Und wenn Gott Dinge zulässt, die nicht seinem Willen entsprechen? Wenn er existiert, dann tut er das ganz offensichtlich. Selbstverständlich hast du an diese Möglichkeit gedacht, oder? Aber du hast sie nicht erwähnt, weil du es nicht so haben willst. Stimmts oder habe ich recht?

Natürlich habe ich an die Möglichkeit gedacht, sie aber nicht erwähnt, weil sie offensichtlich nicht zutrifft. Ich dachete, es sei genügend erwähnt, als ich schrieb: «Nun behauptest Du, es gäbe einen allmächtigen und eifersüchtigen Gott, der gemäss biblischer Überlieferung eifrig darüber wacht, dass alles nach seinen Anweisungen geschieht, der sich nicht scheut, ganze Völker auszurotten, wenn ihm etwas an ihnen nicht passt.»

Die Bibel lehrt uns eben gerade, dass dieser Gott nicht mit sich spassen lässt, wenn man nicht nach seinem Willen handelt, und dass er es schon gar nicht durchgehen lässt, wenn man seinen Namen missbraucht.

Daher passt es nicht ins Bild, wenn dieser Gott nun plötzlich überhaupt nicht darauf reagiert, dass die Menschen in seinem Namen Verbrechen begehen, die gemäss Knuddels Ansicht nicht seinem Willen entsprechen.

Ich fasse nochmals zusammen, ganz einfach, damit es diesmal hoffentlich verstanden wird:

  • Behauptungen (steht in der Bibel)
    1. Es gibt einen Gott
    2. Dieser Gott wacht eifersüchtig darüber, dass sein Name nicht missbraucht oder in den Schmutz gezogen wird.
  • Beobachtung
    1. Es werden im Namen Gottes Schandtaten begangen (Hexenverbrennungen, Judenverfolgungen, Kriege im Namen Gottes).
    2. Es ist kein göttliches Eingreifen erkennbar, weder zur Verhinderung der Schandtaten, noch zur Verhinderung des vermeintlichen Missbrauchs vom Namen Gottes.
  • Zwingende Folgerung
    • Entweder sind die Behauptung nicht wahr (d.h. der Gott der Bibel existiert nicht).
    • Oder die Behauptungen sind wahr (der Gott der Bibel existiert) und Gott befürwortet die Schandtaten, die in seinem Namen geschehen.

Ich tippe aufgrund aller Anhaltspunkte auf die erste der Schlussfolgerungen.

Am 20.04.2009 22:58 schrieb knuddel:
Das "Problem" ist, dass Gott den Menschen den freien Willen gegeben hat. Dann gibt er ihnen auch die Entscheidungsfreiheit, sich von ihm abzuwenden. Er zwingt sie nicht, das zu tun, was er will und er zwingt sie nicht, ihm nachzufolgen. Wie sonst könnte er die Liebe zwischen Gott und den Menschen ermöglichen? Liebe kann nur auf freiem Willen basieren.

Der freie Wille kann nicht als Entschuldigung gelten, weil hier der Mensch den Namen Gottes missbraucht, falls Gott tatsächlich mit den Taten nicht einverstanden sein sollte. Wenn jemand Dir ein Verbrechen unterstellt, das Du nicht begangen hast, müsstest Du auch einschreiten, und das Gesetz würde Dich dabei unterstützen. Warum also sollte sich ein Gott das gefallen lassen, mit der schwammigen und oft bemühten Allerweltsausrede, das sei halt «freier Wille und nun mal nicht zu ändern»? Daher müsste Gott eigentlich einschreiten. Zudem lehrt uns die Bibel, dass Gott früher immer sofort und grausam eingegriffen hat, wenn jemand seinen Namen missbrauchte, ihm fluchte oder sonstwie sein Ego ankratzte.

Kannst Du mir mal plausibel erklären, warum in der Bibel immer wieder geschrieben steht, dass Gott eingegriffen haben soll, was wir aber nicht prüfen können, Gott aber nun, seit die Bibel abgeschlossen wurde, offensichtlich niemals mehr wieder je eingegriffen hat?

Er greift zwar manchmal in die Geschichte ein. Aber im grossen und ganzen lässt er der Menschheit freie Hand.

Wann hat er seit der Bibel je eingegriffen?

Wieso sind seine Eingriffe ausschliesslich in der Bibel dokumentiert? Oder gibt es ausserhalb der Bibel Nachweise von göttlichem Eingreifen?

Wir haben also ein primitives, ungebildetes Wüstenvolk mit Wissensstand von vor zweitausend Jahren, kulturell allenfalls im Mittelfeld, das von sich behauptet, einen Gott zu besitzen, der dieses Volk als sein eigenes erwählt habe und der ihnen immer wieder geholfen habe. Diese Behauptungen sammeln sie in einem Buch bekannt als Bibel zusammen.

Ausserhalb dieser Bibel gibt es keinerlei Nachweise für diesen Gott und sein Wirken.

Und Du glaubst das trotzdem?

So kannst du Inquisition, und alle anderen Gräueltaten der Kirchen und der Atheisten erklären.

Es besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen den Gräueltaten von Atheisten und Christen: Ein Atheist begeht Gräuel nicht weil er Atheist ist.

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Gott, Christen, Nazis und Verbrechen [ Re: Lange nicht mehr hier gewesen! ] (knuddel)


Am 21.04.2009 18:45 schrieb knuddel:

@knuddel: Du antwortest schon noch auf die zahlreichen anderen Themen, und lässt nicht alles versanden, oder?

Wir haben doch gerade die Diskussion um das Sündenverständnis und Heuchelei. Da habe ich dir sehr ausführlich geschrieben.

Haben wir sonst noch Themen? Ich kann mir gerade gar nicht daran erinnern, dass sonst noch etwas grösseren im Gang ist…

Die Bibel lehrt uns eben gerade, dass dieser Gott nicht mit sich spassen lässt, wenn man nicht nach seinem Willen handelt, und dass er es schon gar nicht durchgehen lässt, wenn man seinen Namen missbraucht.

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