Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Faule Ausreden, um am Samstang nicht arbeiten zu müssen [Re: Frohe Lebensfreude den Atheisten, den Christen viel Spass beim rumhängen in der Kirche] (knuddel)

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Diskussionsbeitrag:

Am 14.04.2009 14:51 schrieb knuddel:

Da Jesus bereits dafür bezahlt hat, dass ich es nicht fertigbringe, mich immer an Gottes Gesetz zu halten, stellt sich für mich nicht die Frage, wie peinlich genau ich mich an das Gesetz halte. Es stellt sich nur die Frage, ob ich die Erlösung von meiner Schuld die Jesus mir anbietet, annehme oder nicht. Das Gesetz bleibt gültig, wie Jesus selber gesagt hat. Aber seit er da war, können wir bei Übertretungen begnadigt werden.
Also: Welche Gebote genau muss man nun unbedingt einhalten und bei welchen darf man abweichen?

In der Bibel ist von keinem Gebot die Rede, dessen Übertretung nicht vergeben werden kann. Ausser die Sünde gegen den Heiligen Geist.

Darfst Du töten, und danach Dir von Jesus vergeben lassen?

Ich darf ganz sicher nicht töten. Aber wenn ich es getan habe, kann mit das vergeben werden.

Darfst Du wissentlich und willentlich Gebote brechen, und Dir dann vergeben lassen? Wenn Du aber weisst, dass Du sechs Tage die Woche arbeiten musst, Du arbeitest aber nur fünf Tage, ruhst Dich zwei statt einen Tag aus, dann hast Du Gottes Gebot wider besseres Wissen in voller Absicht gebrochen. Das ist genauso schändlich, wie wenn Du absichtlich einen Menschen aus Gier ermordest, und dann um Vergebung bittest. Und das wiederum ist genauso schändlich, wie wenn Du atheismus.ch nicht tausend Franken pro Monat spendest, obschon Du das tun müsstest.
Also frage ich nochmals:
Darf man wirklich Gottes Gebote brechen, im vollen Wissen, dass man sie bricht, und sich hinterher das Vergehen einfach vergeben lassen?

Der Mensch ist nicht stark genug um alle Gebote einzuhalten. Er übertritt das Gesetz laufend. Wissentlich, unwissentlich, absichtlich, versehentich. Mit welcher Einstellung das Gesetz übertreten wird und welches Gebot übertreten wird ist so weit ich weiss unwichtig. Jedenfalls habe ich noch von keinem Bibelkundigen etwas anderes gehört. Wenn es dir leid tut und du ehrlich bereust, dann kann dir vergeben werden.

Beispiel: Ich gehe in die Ferien und arbeite deshalb 6 Tage nicht. Wenn man das Gesetz sehr streng auslegt, ist das eine Sünde. Also dürfte ich es nicht tun. Was aber, wenn ich der Versuchung icht widerstehen kann? Wenn ein Mensch weiss, dass etwas falsch ist, heisst das noch lange nicht, dass er der Versuchung widerstehen kann, es trotzdem zu tun. Jeder der Diät macht und ein Schoggiosterei sieht, weiss genau was ich meine. Nicht umsonst wird der Gegenspieler von Gott auch "der Versucher" genannt.

Wer entscheidet, dass man das darf? Wer entscheidet, welche Gebote man brechen darf und welche nicht?

Wie du im Jakobusbreif nachlesen kannst, ist eine Übertretung eines einzigen Gebotes ein Verstoss gegen das ganze Gesetz. Welche Sünde du begehst ist somit unwichtig. Wichtig ist nur, ob du vor Gott sündig bist oder nicht. Wenn du akzeptierst, dass Jesus für deine Sünden bezahlt hast, bist du nicht mehr sündig.

Welchen Wert haben Gottes Gebote noch, wenn es schnurzpiepegal ist, wenn man sie bricht?

Wenn du stark genug bist (←sehr wichtig), um einzelne Gebote einzuhlaten, es aber trotzdem aus voller Absicht nicht tust, dan bist du der Ansicht, dass eine Übertretung egal ist. Das bedeutet, dass dir das Sündenverständnis fehlt und, dass du meinst, keine Vergebung zu brauchen. Dann bist du vor Gott sündig.

Du kommst mir vor wie Peer Steinbrück: Um von deinem eigenen Versagen abzulenken, zeigst du mit dem Finger auf die anderen.

Jetzt wirst Du aber wirklich sehr ausfällig und beleidigend!

Ich habe den Eindruck, dass ich nicht der erste war, der beleidigte. Aber lassen wir das. Jedenfalls sind wir uns darüber einig, dass "Steibrück" schon fast ein Schimpfwort geworden ist ;-) *dirversöhnenddiehandreich*

Du hingegen, verstösst gegen deine atheistische Prinzipien, wenn du am Sonntag nicht arbeiten gehst.

Erstens hat Gwendolan hier begründet, warum das nicht wirklich ein Problem ist: Re: Frohe Lebensfreude den Atheisten, den Christen viel Spass beim rumhängen in der Kirche [Re: Frohe Ostern den Christen, dem Rest frohes Arbeiten!] (gwendolan).

ich habe ihm darauf bereits geantwortet.

Zweitens beuge mich hier dem gesellschaftlichen Druck und den Vorschriften meines Arbeitgebers. Das heisst aber nicht, dass ich die gesellschaftlichen Regeln deswegen gut heisse.

Der gesellschaftliche Druck kan auch eine Versuchung sein, sich nicht an Gottes Gesetz zu halten. Genau so kann es versuchend sein, wenn alle um einem herum etwas machen, was ich nicht dürfte. Dann will ich das auch machen. Zum Beispiel, in die Ferien gehen.

Wenn Du nie in die Kirche gehst, weil Dir das stinkt, nicht betest, weil Dir die Zeit dafür zu schade ist, keinen Zehnten abgibst, weil Dich das Geld reut, überhaupt Dir das Christentum egal ist, Du lebst wie ein Atheist, vergibt Dir Gott das auch einfach so? Wenn das mit dem Vergeben so einfach ist, dann kann man ja tun und lassen, was man will, — offensichtlich tust Du das ja auch, — Gottes Gebote und Verbote sind völlig egal, es gibt ja sowieso die Vergebung. Das dreht die Pascalsche Wette völlig um: Es wäre dumm, für einen Gott irgendetwas zu tun. Wenn es ihn nicht gibt, dann ist das eine Verschwendung von Mühe, Zeit und Geld. Wenn es ihn gibt (und es ist zufälligerweise der christliche Gott, den es gibt), dann vegibt er uns alles und wir kommen so oder so in den Himmel.

Siehe oben

&

Nachtrag: Gott dürfte zeimlich geau wissen, ob jemand ein Heuchler ist oder nicht.

Oder gemäss dem Gleichniss mit dem Weinbauern (weiss nicht mehr, wo das ist und bin zu faul zum suchen): Wir können kurz vor dem Tod alles bereuen und erhalten trotzdem die volle Belohnung, das ganze Himmelreich.

Das Gleichnis kenne ich nicht… Aber ja, wenn du auf deinem Sterbebett bereust, dann wird dir vergeben. Wenn das Gleichnis das aussagt, warum fragst du mich dann, ob es wirklich so ist?

Klare und wahre Worte gefallen Dir nicht?

Mir gefällt das Diskussionsniveau nicht. Töne wie sie hier erklingen lese ich sonst nur in der Zeitung, wenn Politiker aufeinander einhacken. Und damit meine ich jetzt nicht explizit einen gewissen Deutschen. Den zwar schon auch, aber die anderen ebenfalls. Man sollte meinen, der Durchschnittsmensch sollte sich besser ausdrücken können als die Politiker. In der Politik wird sowieso das eine gesagt und das Gegenteil getan. Du pochst auf Argumente, benutzt aber Rethorik. Das eine schliesst das andere allzuoft aus. Ein Beispiel ist der letzte Teil deines letzten Abschnitts, den ich nichtzitiert habe.

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Relativität göttlicher Gebote angesichts von Sündenvergebung [ Re: Faule Ausreden, um am Samstang nicht arbeiten zu müssen [ Re: Frohe Lebensfreude den Atheisten, den Christen viel Spass beim rumhängen in der Kirche ] ] (mrw)


Am 18.04.2009 19:13 schrieb mrw:

Was ich besonders belustigend, oder eher unredlich, an Deiner Argumentationsweise finde, ist die Tatsache, dass Du mit genau dieser Argumentationsweise noch vor wenigen Jahrzehnten als Ketzer dagestanden hättest, und Du vor den Katholiken wohl heute noch ein Ketzer bist.

Kurz gesagt behauptest Du, dass der Mensch sowieso all die göttlichen Gebote nicht einhalten könne, das aber keine Rolle spielen würde, weil wegen Jesus die Vergehen vergeben würden.

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