Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Statistik über Glaube und Unglaube [Re: Frohe Lebensfreude den Atheisten, den Christen viel Spass beim rumhängen in der Kirche] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 14.04.2009 11:51 schrieb mrw:

Am 13.04.2009 22:18 schrieb knuddel:
Zum Glück stinkt das Christentum tatsächlich in der Gunst der Menschen mehr und mehr ab. Es gibt zwar Zulauf bei extremistischen Freikirchen, aber der grossen Bevölkerungsmehrheit ist die Religion mehr und mehr egal.

Du irrst dich. Das religiöse empfinden der Menschen ist konstant.

Ich irre mich nicht, wie die Statistik beweist: Telepolis: In ganz Europa geht es seit Jahrzehnten mit der Religiosität bergab.

Auch andere Statistiken weisen in die gleiche Richtung, z.B. Glaube in der Schweiz 1989 - 1999.

Die Landeskirchen verlieren Mitglieder.

Und zwar sehr viele. Die Seite Anleitung zum Kirchenaustritt verzeichnet seit der letzten Zählerrücksetzung im Februar bereits 9224 Zugriffe. Es werden täglich bis zu 200 Kirchenaustrittsbriefe hier generiert.

Wenn es um Kirchenaustritt geht, sind wir in der Schweiz die Nummer Eins. :-D

Daraus schliessen diejenigen die es so haben wollen, dass die Menschen nicht mehr religiös sind.

Das habe ich auch nicht behauptet. Einige treten danach Freikirchen bei, andere bleiben unorganisiert religiös. Aber auch der Anteil der ganz Religionsfreien steigt kontinuierlich an.

Wie Du in unserer Umfrage Glaube und Kirchenmitgliedschaft siehst, sehen wir das durchaus differenziert.

Im Spektrum der Wissenschaft 04/09 Seite 74 steht unter dem Titel «Müssen wir glauben?», dass unser Gehirn aus der Evolution an Glaube angepasst ist, und daher Atheismus immer einen schwereren Stand haben wird.

Was wir aber trotz alledem beobachten können, ist dass nicht nur der Anteil von denen steigt (wenn auch langsam), die sich klar als nicht religiös bezeichnen, sondern dass die Menschen mehr und mehr den etablierten und organisierten Religionen davon laufen, auch dem Christentum, uns sich mehr und mehr ihren individuellen Glauben selbst zusammenbasteln, aus beliebigen Elementen von Esoterik und allen möglichen Religionen. Darum hat auch die «Ökumene» solchen Zulauf, obschon sie äusserst unchristlich ist.

Dass Freikirchen (die sind noch lange nicht alle so extremistisch, wie du denkst) einen Zulauf verzeichnen ist nur logisch. Wenn sich die Leute nicht mehr mit der Landeskirche identifizieren, aber trotzdem glauben, dann gibt es einen Zuwachs in Freikirchen.

Und dorthin gehen genau die Menschen, denen Religion wirklich wichtig ist. Daher neigen eben diese Kirchen zum Extremismus.

Eine Studie die kürzlich in der Zeitung veröffentlicht wurde (weiss nicht mehr genau ob es der Tagesanzeiger oder der Zürich Oberländer war) sagt aus, dass 86% aller schweizer jugendlicher gläubig sind. 68% bezeichnen sich sogar als sehr gläubig. Nur 12% bezeichnet sich als strickte ungläubig.

Wenn Du mit Glaube in der Schweiz 1989 - 1999 vergleichst, dann sind 12% strikte Ungläubige eine massive Steigerung.

Als jugendlicher habe ich mich auch geschämt, meinen Glauben öffentlich zu bekennen.

Andere trauen sich nicht, sich öffentlich zu ihrem Unglauben zu bekennen, unter anderem auch aus begründeter Furcht von Nachteilen und Repressionen! Gerade in kleinen abgelegenen Gemeinden kann es von wirtschaftlichem Nachteil sich offen gegen die Kirche zu stellen.

Von daher besteht hier kein wesentlicher Unterschied. Im Gegenteil: Heute werden in Spitälern, Bahnhöfen, Flughäfen, sogar in Einkaufszentren Andachtsstätten gebaut, weil man wohl glaubt, dass das politisch opportun sei. Von daher haben wir Atheisten eher einen schwereren Stand, als selbst die Extremisten unter den Gläubigen!

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Re: Statistik über Glaube und Unglaube [ Re: Frohe Lebensfreude den Atheisten, den Christen viel Spass beim rumhängen in der Kirche ] (knuddel)


Am 15.04.2009 09:42 schrieb knuddel:

Das ist alles sehr widersprüchlich

wie die Statistik beweist: Telepolis: In ganz Europa geht es seit Jahrzehnten mit der Religiosität bergab.

Dort steht:

In aller Regel sind die jüngeren Menschen weniger religiös als der Durchschnitt, nur Polen und Griechenland weichen hiervon ab

Du sagst ausserdem:

Auch andere Statistiken weisen in die gleiche Richtung, z.B. Glaube in der Schweiz 1989 - 1999.

Dort steht:

1989: 62% sehr gläubig, 1999 54% sehr gläubig

Draus folgt, dass jetzt, neun Jahre Später nur noch ungefähr 46% sehr gläubig wären, wen sich der Tred linear fortgesetzt hat. Laut deinem ersten zitierten Artikel müsste die Glaubensquote bei Jugendlichen also noch kleiner als 46% sein.

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