Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Statistik über Glaube und Unglaube [Re: Frohe Lebensfreude den Atheisten, den Christen viel Spass beim rumhängen in der Kirche] (knuddel)

Nur angemeldete Nutzer dürfen mitdiskutieren.
Diskussionsbeitrag:

Am 15.04.2009 09:42 schrieb knuddel:

Das ist alles sehr widersprüchlich

wie die Statistik beweist: Telepolis: In ganz Europa geht es seit Jahrzehnten mit der Religiosität bergab.

Dort steht:

In aller Regel sind die jüngeren Menschen weniger religiös als der Durchschnitt, nur Polen und Griechenland weichen hiervon ab

Du sagst ausserdem:

Auch andere Statistiken weisen in die gleiche Richtung, z.B. Glaube in der Schweiz 1989 - 1999.

Dort steht:

1989: 62% sehr gläubig, 1999 54% sehr gläubig

Draus folgt, dass jetzt, neun Jahre Später nur noch ungefähr 46% sehr gläubig wären, wen sich der Tred linear fortgesetzt hat. Laut deinem ersten zitierten Artikel müsste die Glaubensquote bei Jugendlichen also noch kleiner als 46% sein.

Jetzt sagen die nuesten Studien aber:

62% aller Jugendlichen seien sehr gläubig.

Eine aktuelle Umfrage auf 20 Minuten ergab übrigens, dass 61% aller Altersgruppen sehr gläubig sind. Die Umfrage ist aber sicher nicht repräsentativ, weil dort hautpsächlich emprörte Nichtgläubige mitgemacht haben dürften, die die Wahrheit nicht wahrhaben wollen :-) Also könnte die wahre Glaubensquote noch höher liegen. Aber das ist nur Spekulationmeinerseits und soll dich ein wenig provozieren ;-)

Jedenfalls sollten wir uns nicht auf deine neun Jahre alten Statistiken verlassen. Offenbar hat eine Trendwende stattgefunden. Vieleicht ist das Wunschdenken meinerseits, aber alles andere köntne auch Wunschdenken deinerseits sein.

Wenn es um Kirchenaustritt geht, sind wir in der Schweiz die Nummer Eins.

Schön für dich. Ich habe das Fromular auch schon mal ausgefüllt. Wie viele Leute zur Landeskirche austreten ist mir nicht so wichtig. Das sagt nichts darüber aus, wie es um den Glauben an Gott steht.

Was wir aber trotz alledem beobachten können, ist dass nicht nur der Anteil von denen steigt (wenn auch langsam), die sich klar als nicht religiös bezeichnen, sondern dass die Menschen mehr und mehr den etablierten und organisierten Religionen davon laufen, auch dem Christentum, uns sich mehr und mehr ihren individuellen Glauben selbst zusammenbasteln, aus beliebigen Elementen von Esoterik und allen möglichen Religionen. Darum hat auch die «Ökumene» solchen Zulauf, obschon sie äusserst unchristlich ist.

habe keine Ahnung, was an den Ökumenen unchristlich sein soll. Und Esotherik gibt es schon so lange wie Aberglaube und Horroskope. Und das ist schon ziemlich lange.

Wenn Du mit Glaube in der Schweiz 1989 - 1999 vergleichst, dann sind 12% strikte Ungläubige eine massive Steigerung.

Die neuste Studie die ich gleesen habe hat nur Zahlen für "sehr gläubig" "schwach gläubig" und "ungläubig" angegeben. Weiss aber nicht mehr genau, wie der Wortlaut genau war. ich habe für meine Analyse nur die Zahlen von "sehr gälubig" verwendet, habe also zu deinen Gunsten gerundet. Somit haben beide Lager eine massive Steigerung erfahren. Für beide Seiten muss man natürlich auch noch beachten, dass für beide Umfragen andere Fragestelungen verwendet wurden. Ein allzu genauer Vergleich macht somit wenig Sinn. Bleiben wir am besten bei den Zahlen der neusten Studien. Denn die sind von heute. Wenn es vor 10 Jahren mit der Religiosität bergabging, dann heisst das nicht, dass es heute auch noch so ist.

Andere trauen sich nicht, sich öffentlich zu ihrem Unglauben zu bekennen, unter anderem auch aus begründeter Furcht von Nachteilen und Repressionen! Gerade in kleinen abgelegenen Gemeinden kann es von wirtschaftlichem Nachteil sich offen gegen die Kirche zu stellen.

Gegen die Kirche vieleicht. Aber gegen den Glauben kannst du dich schon eher aussprechen. Du machst immer noch den Fehler, dass du beides miteinander verbindest. Das verwundert mich aber icht, denn die Kirche ist die besere Zielscheibe. Der Trend zeigt aber, dass die Bevölkerung in die Städte zieht. Nicht in die kleien Gemeinden. Also kann das was du sagst nur eine Randerscheinung sein, oder deine Statistiken sind wirklich veraltet. Für Menschen die in Städten wie zum Beispiel Winterthur leben, sollte das weniger ein Problem sein.

Heute werden in Spitälern, Bahnhöfen, Flughäfen, sogar in Einkaufszentren Andachtsstätten gebaut, weil man wohl glaubt, dass das politisch opportun sei.

Heute werden in Spitälern, Bahnhöfen, Flughäfen, sogar in Einkaufszentren Andachtsstätten gebaut, weil ein Bedürfnis in der Bevölkerung besteht.

Von daher haben wir Atheisten eher einen schwereren Stand, als selbst die Extremisten unter den Gläubigen!

Die moderne Welt ist ein ziemlich antireligiöser Ort geworden. Die Nichtreligiösen Menschen die laut neusten Umfragen in der Minderzahl sind bestimmen weitgehend, was in ist und as out. Als Christ wird man schnell lächerlich gemacht, wenn man sich zu seinen Glauben bekennt. Wen du dich jetzt bedroht fühlst, weil es im Hauptbahnhof seit ein paar Jahren einen Andachtsraum gibt, glaube ich dir das nicht. Ich denke eher, dass es dich nervt, dass den Gläubigen wieder mehr Freiraum zugestaden wird.

Grüsse knuddel

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
Dies ist eine Reaktion auf den gewählten Beitrag. Gemäss Deiner Konfiguration wird er mit angezeigt.

Re: Statistik über Glaube und Unglaube [ Re: Frohe Lebensfreude den Atheisten, den Christen viel Spass beim rumhängen in der Kirche ] (kimkarryanne)


Am 16.04.2009 13:05 schrieb kimkarryanne:

Hallo

Rund zwei Drittel aller 13- bis 16-Jährigen sind von der Existenz Gottes überzeugt. Auch die Erwachsenen werden wieder gläubiger – Kircheneintritte nahmen 2008 deutlich zu.

Diese erstaunliche Aussage die ich in der Pendlerzeitung 20 Minuten gelesen habe, hat mich dazu vernlasst, einen Forumsaccount zu erstellen. Und ich sehe, dass das Thema hier schon aufgegriffen wurde.

Wie konnte das nur so weit kommen, dass die Religion wieder auf dem Vormarsch ist, nachdem sie jahrelng an Anhängern verloren hatte? Ist das eine Trendende oder ein kurzweiliges Phänomen? Wie konnte das so kommen, nachdem immer mehr Mysterien des Lebens erforcht und erklärt wurden?

weiterlesen …

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
Dies ist eine Reaktion auf den gewählten Beitrag. Gemäss Deiner Konfiguration wird er mit angezeigt.

Re: Statistik über Glaube und Unglaube [ Re: Frohe Lebensfreude den Atheisten, den Christen viel Spass beim rumhängen in der Kirche ] (mrw)


Am 18.04.2009 16:39 schrieb mrw:

Jetzt hat Ihr so viel Zeit und Energie mit dieser Statistik verschwendet, dass ich mich genötigt fühlte, auch mal genauer nachzuschauen, was denn nun wirklich dahinter steckt.

Je genauer man hinschaut, desto mehr sieht man, dass der bisherige Trend weiter geht, und dass Knuddel (und/oder die Medien, die er liest) sehr unsorgfältig mit den Statistikdaten umgegangen ist.

Am 15.04.2009 09:42 schrieb knuddel:
Das ist alles sehr widersprüchlich

Ist es nicht, siehe weiter unten. Alle Daten fügen sich passend zusammen.

Bedenke ausserdem auch, dass sich die Statistiken auf unterschiedliche Aspekte beziehen und die Fragen anders gestellt wurden, sowie das Publikum ein anderes ist.

weiterlesen …

Hier können allgemeine Diskussionen zum Thema Atheismus stattfinden, die sich nicht direkt auf einen Artikel beziehen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gelten die Teilnahmebedingungen.

Dies sind keine redaktionellen Beiträge! Hier melden sich die Gäste von atheismus.ch zu Wort.

Ein neues Thema starten: Neues Thema eröffnen.

Nur angemeldete Benutzer können antworten.
Seitenzugriffe seit 19.01.2009: hier: 971, atheimus.ch insgesamt: 1218635
Wiki-Verweis auf diese Seite: [[:10_diskussionsforum:29910924034615_jones:20090412094858_mrw:20090413221805_knuddel:20090414115121_mrw:20090415094220_knuddel:00_index]]
Nächste Seite