Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Beweispflicht und Agnostiker [Re: übertreibt ihr es nicht ein wenig?] (wernerj)

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Diskussionsbeitrag:

Am 04.10.2009 13:07 schrieb wernerj:

Am 25.02.2009 19:01 schrieb mrw:
Am 25.02.2009 02:15 schrieb ich_bin_der_ich_bin:
Es ist bis heute wissenschaftlich nicht bewiesen, dass es Gott nicht gibt,

Es ist bis heute wissenschaftlich nicht bewiesen, dass es keinen Samichläus, der mit seinem Esel im Wald wohnt und dem die Vögel von den Kindern berichten gibt (oder wahlweise der mit dem Rentierschlitten durch die Luft fliegt, der durch den Kamin steigt, u.s.w.).
Es ist bis heute wissenschaftlich nicht bewiesen, dass es kein Fliegendes Spaghettimonster gibt.
Es ist bis heute wissenschaftlich nicht bewiesen, dass es kein unsichtbares rosafarbenes Einhorn gibt.
Es ist bis heute wissenschaftlich nicht bewiesen, dass es keine um die Sonne kreisende Teekanne gibt. (Vielen Dank an Koma für den Hinweis, die Teekanne kannte ich zuvor noch nicht.)
Es ist bis heute wissenschaftlich nicht bewiesen, dass es keine kleinen grünen Männchen in fliegenden Untertassen gibt.
Und nun?
Es ist heute wissenschaftlich bewiesen, dass die Welt aus Atomen aufgebaut ist.
Es ist heute wissenschaftlich bewiesen, dass es schwarze Löcher gibt.
Es ist heute wissenschaftlich bewiesen, dass der Bauplan der Lebewesen in ihrer DNA gespeichert ist und vererbt wird.

daher ist auch der Atheismus in seinem Prinzip ein Glaube.

Daher ist der Nichtglaube an UFOs auch ein Glaube. Daher ist der Nichtglaube an Gespenster auch ein Glaube. Daher ist der Nichtglaube an das fliegende Spaghettimonster auch ein Glaube. Daher ist der Nichtglaube an den Samichläus auch ein Glaube. …
Ich hoffe, das reicht aus, um Dir die Absurdität Deiner Argumentation vor Augen zu führen.
—-
Weil man prinzipiell die Nichtexistenz einer Sache nicht beweisen kann, wurde in der Wissenschaft die Beweilast umgekehrt: Derjenige, der eine Sache behauptet, muss den Beweis erbringen; Die Existenz muss bewiesen werden, nicht die Nichtexistenz.

Die Wissenschaft ist auch ein Dogma, genau so wie die Religion.

Wenn Du schon keine Ahnung von Wissenschaft hast, dann solltest Du das besser nicht so laut in die Welt hinaus posaunen.

Nichts ist "bewiesen". Wenn man ordentlich nachdenkt, so sieht man ein, dass nicht einmal die Existenz der Außenwelt sicher ist. Es könnte hinter den uns über die Sinne zugänglichen Phänomenen eine völlig andere Wirklichkeit stehen. Dies wie Putnam und andere als irrelevant abzutun, da eben die scheinbare Wirklichkeit das sei, was "wirkt", ist insoferne nicht gerechtfertigt, da es jeden Moment sein könnte, dass sich eine völlig neue Seite der "Welt" als Teil jener größeren Wirklichkeit offenbart. Atheisten sind wie alle Menschen Gläubige, die eine gewisse Vorstellung davon haben, was diese Welt letztlich ausmache. Im Gegensatz zu den Agnostikern sind sie sich dessen nicht bewußt, sondern vermeinen im Grunde, trotz oftmals gegenteiliger Beteuerungen, doch zu wissen. Damit stehen sie auf der gleichen Stufe wie sonstige Gläubige, die einer Religion anhängen. Natürlich müssen wir uns im täglichen Leben an den erfahrenen Phänomenen orientieren, aber wir sollten offen dafür bleiben, dass sich dahinter mehr findet, als wir momentan erkennen. Innerhalb der Erfahrung ist es zwar fast ausgeschlossen, dass eine extraterrestrische Teekanne um die Sonne kreist (mit der Erde kreisen viele), aber wenn man sich auf ein teekannen-ähnliches Objekt beschränkt, könnte es durchaus sein, dass man ob des Ausmaßes der Ähnlichkeit verblüfft wäre, dass dieses per definitionem (worin allerdings sicherlich ein Problem liegt) existente, einer Teekanne ähnlichste Objekt hat.

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Re: Beweispflicht und Agnostiker [ Re: übertreibt ihr es nicht ein wenig? ] (mrw)


Am 04.10.2009 16:17 schrieb mrw:

Am 04.10.2009 13:07 schrieb wernerj:
Nichts ist "bewiesen". Wenn man ordentlich nachdenkt, so sieht man ein, dass nicht einmal die Existenz der Aussenwelt sicher ist. Es könnte hinter den uns über die Sinne zugänglichen Phänomenen eine völlig andere Wirklichkeit stehen.

Diese Aussage ist vollkommen korrekt. Was wir tun können, ist die Aussenwelt zu beobachten, immer wieder zu beobachten, und zu vermessen. Daraus können wir Annahmen über die Beschaffenheit der Aussenwelt ableiten. Je mehr Messungen diese Annahmen bestätigen, also desto gesicherter können wir diese Annahmen werten. Trotzdem dürfen wir nie ausschliessen, dass wir uns in einem fundamentalen Punkt täuschen.

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