Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Gewalt, Bibel, Christentum [Re: Atheismus] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 24.02.2009 11:15 schrieb mrw:

Am 23.02.2009 12:32 schrieb uto:
Gott ist nicht perfekt und stolz darauf.

Du schliesst von der Schöpfung auf den Schöpfer.

Selbstverständlich. Das ist gängige wissenschaftliche Methode, vom Beobachtbaren auf das Unbekannte zu schliessen und die Schlüsse wiederum zu prüfen.

Denn alles was du siehst ist die Schöpfung. Diese ist wegen der Sünde wohl tatsächlich unperfekt.

Nicht nur.

Erstens, wenn ein allmächtiger Schöpfer dahinter stehen würde, wären die Fehler der Schöpfung selbstverständlich die Fehler des Schöpfers.

Zweitens, Gott selbst bringt Gewalt und Unheil in die Welt, so steht es in der Bibel geschrieben. Gewalt ist aber immer eine Ausdruck des Versagens. Gott aber ist oft noch stolz auf seine Vernichtungsaktionen und Gewalttaten. Nirgendwo in der Bibel wird Gott für seine Gewalt kritisiert. Nirgendwo bedauert er die Gewalt, nirgendwo begründet er, warum er trotz seiner angeblichen Allmacht den Weg der Gewalt beschreitet. Er tut es einfach, und Juden, Christen und Moslems akzeptieren die Gewalt, ohne sie zu hinterfragen.

Ein gewalttätiges Vorbild führt zu gewalttätigen Nachahmern. Darum ist Gewalt ein Gebrauch und kein Missbrauch von Religion.

Übrigens bist du als unperfektes Wesen vieleicht gar nicht im Stande, perfekt von unperfekt zu unterscheiden.

Da Du es erst gar nicht versuchst, wirst Du das auch nie erfahren.

Die Gesellschaft hat Gesetze, welche Gewalt verbietet. Die Gesellschaft hat eine international anerkannte Deklaration der Menschenrechte erarbeitet. Die Gesellschaft verfolgt Verstösse gegen die Gesetze und schützt die Menschen so gut sie nur kann. Die Gesellschaft hat für die Schwächsten soziale Einrichtungen erschaffem, ohne Missionierungshintergedanken. Die Kirchen hingegen haben keine tolerante und gewaltfreie Grundlage. Sie basieren auf der äusserst intoleranten und blutrünstigen Bibel.

Eine bessere Angriffsfläche hast du nicht zu bieten?

Das ist auch eine Art, grosszügig über Argumente hinweg zu sehen. Aber keine überzeugende.

Kannst du mir sagen, wie sich das neue vom alten Testament unterscheidet und in welchem Bezug diese beiden zueinander stehen?

Nun, da Du offensichtlich eine von mir abweichende Meinung zu dem Thema hast, wäre es effizienter, Du würdest diese zur Diskussion stellen, statt es in eine unschuldig anmutende Frage zu verpacken.

Nun gut, meine Antwort ich passe meine Antwort Deiner Frage an. Sie lautet: Ja.

Und was das für die Gewaltanwendung und "Blutrünstigkeit" bedeutet?

Ich weiss, was Du unterstellen willst, aber Du hast damit Unrecht.

Du solltest Dich besser mit Geschichte befassen. Gewalt und Intoleranz gehen nahtlos vom alten Testament ins neue Testament über, und von da gehen sie nicht nur im Koran weiter, sondern auch im finsteren christlichen europäischen Mittelalter.

Die Geschichte des Christentums ist eine nahtlose Geschichte von Gewalt, Intoleranz und Unterdrückung, von Adam und Eva über die Kreuzigung bis zur Judenverfolgung1) im dritten Reich.

Nach der Verkündung der Bibel ist es nicht nur «normal», sondern eine «frohe Botschaft», wenn ein Gott seinen eigenen Sohn ans Kreuz nageln lässt.

Deine Formulierung zeigt, dass du nicht besonders viel Anhung von Gott und der Dreifaltigkeit hast. Wenn du darüber nichts weisst ist es auch ganz klar, dass du Probleme damit hast, zu verstehen, wer von wem für was geopfert wurde.

Meine Kritik war, dass es als «selbstverständlich» angesehen wird, dass Blut fliessen muss. Dies ist für jeden, der nicht von klein auf mit der widersprüchlichen und unsinnigen christlichen Ideologie infiltriert wurde, völlig unverständlich.

Dieser Gott baut seine Beziehung zu den Menschen auf Strafe, Gewalt, Blut, Opfer und Vergebung auf. Dann wird noch unterstellt, das ganze sei «Liebe», was eine Pervertierung sondergleichen ist.

Dieser Gott hat keine Ahnung, was Liebe ist. Allein aufgewachsen, ohne gleichwertigen Partner, konnte er das nie lernen.

Wer wurde von wem für was geopfert?

Von wem: Laut Bibel hat Gott das Opfer verlangt. Und genau das ist der Punkt: Ein allmächtiger Gott hat die Macht den Menschen zu vergeben, ohne dafür Blut fliessen zu lassen.

Für was: Am besten Du beantwortest diese Frage, denn meine Antwort lautet: Für nichts! Zeige mir, dass Du eine andere Antwort zu bieten hast, die Kritik standhalten kann.

Beantworte mir hierzu bitte die folgende Frage:

Was hat das blutige Kreuzopfer für einen messbaren Effekt gehabt?

Hoffentlich hat Franz Buggle mehr Ahnung davon.

Es liegt an Dir, das herauszufinden, und wenn Du ehrlich interessiert bist, wirst Du Dich das Buch auch unvoreingenommen lesen: Franz Buggle, «Denn sie wissen nicht, was sie glauben: Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann. Eine Streitschrift». Allerdings zweifle ich daran, dass es Dir gelingt Deine Vorurteile beim Lesen hintan zu stellen, aber ein Versuch sollte es wert sein.

Mit ihrem Kampf gegen Sex und andere Freuden des Lebens lassen die Christen den Menschen nur noch die Gewalt als letztes «Vergnügen» übrig.

Wiebitte? Ich fange an, an deinem Verstand zu zweifeln. Ich hoffe, das war satirisch gemeint.

Leider nein.

Christen verteufeln Freude, Spass am Leben, Hedonismus, Sex, Ehrgeiz. Sie loben Opfer, Martyrium, Duldsamkeit, Demut. Die Geschichte zeigt, was das gebracht hat.

Die Christen haben die Menschen in Klöster gesperrt, sie mit Dogmen und Denksperren belegt. Sie haben gefoltert, exkommuniziert, exekutiert.

Auf den Filippinen lassen sich gläubige Männer zu Karfreitag kreuzigen. Manche mit echten Nägeln, viele mit echtem Blut (Passionsspiel: «Besonders in Kritik geraten sind die Passionsspiele auf den Filippinen, da sich dort manche Teilnehmer für kurze Zeit tatsächlich kreuzigen lassen, was immer wieder zu Verletzungen, Wundinfektionen und Krankenhausbehandlung führt.») Auch an die Flagellanten sei hier erinnert.

Freude ist verpönt, Leid wird verherrlicht. Dies hat eine nachhaltige Wirkung auf die Gehirne der Gläubigen. Da die sexuellen Bedürfnisse nicht natürlich ausgelebt werden können, entladen sie sich in Gewalt und Handlungen mit Kinder.

Die Geschichte des lehrt uns, dass dies leider so ist, und dass sich dies nicht nur auf das Christentum bezieht.

So wie es das Christentum zur Zeit seiner Blüte in Europa trieb, so treiben es die Fanatiker in den islamischen Gottesstaaten, wie Nigeria, Saudi-Arabien, Afghanistan, noch heute. Da werden Frauen verätzt, die ihre Burka nicht tragen wollen, da werden Hände und Köpfe abgeschlagen, Augen ausgestochen, ganz wie zu Zeiten des finsteren christlichen Mittelalters bei uns auch.

Lange Zeit haben die Christen bei uns die Körperstrafe propagiert und exerziert, mit der Begründung, dass der sein Kind schlägt, der es liebt. Auch das stammt direkt aus der Bibel!

In den VS-Amerikanischen Bundesstaaten des sogenannten «Bibelgürtels», als dort, wo die meisten christlichen Fundamentalisten leben, dort sitzt der grösste Prozentsatz der Bevölkerung im Gefängnis, prozentual mehr noch, als z.B. in der Volksrepublik China, die ja ansonsten nicht unbedingt als leuchtendes Vorbild in Sachen Menschenrechte genommen wird. Hieraus kann man zwei Folgerungen ableiten: Das Christentum ist intolerant, oder das Christentum ist schlecht für die Moral.

Und Menschen tun sehr oft Grausames in tiefster religiöser Überzeugung.

Was kann die Religion dafür, wenn man sie missbraucht?

Wenn Du aufnahmefähig wärst, hättest Du vielleicht verstanden, dass die Gewalt aus der Religion kommt.

Ich erinnere daran, dass in allen katholischen Kirchen, und bedauerlicherweise teilweise sogar auf öffentlichem Grund, gefolterte und gekreuzigte Leichen eines angeblichen «Gottessohnes» herumhängen.

Ich erinere daran, dass auf öffentlichem Grund Horrorfilme gedreht werden, die noch viel schlimmeres darstellen.

Ich habe noch nie gesehen, dass ein Horrorfilm öffentlich und vor Kindern gezeigt wurde.

Wohl aber Kreuze an denen gefolterte Leichen hängen. Manche wollen den Scheiss gar in Schulzimmer hängen, und so die Religionsfreiheit der Nichtchristen mit Füssen treten. Sogar «Passionsspiele», wo das Ganze durchgespielt wird werden öffentlich aufgeführt, wie bereits oben erwähnt, manchmal mit echtem Blut (→ Filippinen).

Niemand wird gezwungen, Horrorfilme zu betrachten, und das ist auch gut so. Mit den christlichen Symbolen sollten wir es ebenso halten.

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1) die Juden gelten den Christen als Mörder von Jesus
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