Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Kritik per Email (abgewiesen, daher in Forum) (dr.rausch)

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Diskussionsbeitrag:

Am 14.11.2008 19:51 schrieb dr.rausch:

1. Mail:


Hallo,

Sie schrieben unter dem Titel "Warum man Atheist sein sollte":

"Allen Religionen gemeinsam ist: Sie sind intolerant, auch wenn einige das zu relativieren und vertuschen versuchen."

Leider muss ich Ihnen dort widersprechen, der Buddhismus behauptet als einzige Weltreligion nicht, dass nur er allein richtig und erhaben ist.

Bitte sorgen Sie zum Zwecke einer seriösen Internetpräsenz dafür, dass dieser Fehler korrigiert wird.


2. Mail:


Hallo,

beim weiteren Durchforsten Ihrer Website habe ich folgende Kritikpunkte zu äußern:

Sie schrieben:

"Warum der Zufall keine Rolle spielt:
Angenommen, eine Mutation geschieht mit der Wahrscheinlichkeit von 1:1.000.000.000 (eine Mutation auf eine Milliarde Geburten), dann wäre es höchst unwahrscheinlich, dass genau diese Mutation vorkommt, oder?
Falsch gedacht!
Angenommen die Population beträgt 10.000.000 Tiere und wird durch Räuber konstant gehalten (nur wegen der einfacheren Berechnung). Angenommen jedes Tier gebärt im Durchschnitt alle zehn Jahre ein Junges, dann gibt es nach 10.000 Jahren genau (10.000 Jahre : 10 Jahre pro Junges x 10.000.000 Tiere =) 10.000.000.000 Geburten, also zehn Milliarden Versuche, bei denen die Mutation auftreten könnte. Nun kommt die Mutation einmal pro Milliarde Geburten vor. Das heisst, rein statistisch gesehen, sollten die gewünschte Mutation in diesem Zeitraum insgesamt 10 Mal vorkommen. Das heisst, es ist kein Zufall, wenn sie vorkommt, aber es wäre ein riesiger Zufall, wenn sie niemals vorkommen würde."

Es existieren 8 Nukleinbasen, wovon allein 7 in der Desoxyribonukleinsäure (DNA) eines Menschen enthalten sind.

Laut Wikipedia:

"Das menschliche Genom, also die Gesamtlänge der DNA, umfasst etwa 3,2 Gbp (=Gigabasenpaare oder Milliarden Basenpaare) mit bisher gefundenen 23700 Genen.
Menschen haben zwei Kopien des Genoms (2n), eine von der Mutter und eine vom Vater, die in jedem Zellkern vorliegen. Aus dem Molekularmodell der DNA ergibt sich für 10 Basenpaare in der Doppelhelix eine Länge von 3,4 Nanometern (Milliardstel Metern). Daraus lässt sich hochrechnen, dass die Gesamtlänge der DNA in jeder menschlichen Zelle über 2 Meter beträgt. Diese sind beim Menschen auf 2n = 46 Chromosomen verteilt, so dass ein Chromosom durchschnittlich etwa 140 Mbp (=Megabasenpaare, Millionen Basenpaare) und damit einen DNA-Faden von knapp 5 cm Länge mit etwas über 1000 Genen enthält."

Fazit: natürlich ist es Zufall, dass sich gewisse Basenpaare koppeln. Wie man schon aus dem Biologieunterricht weiß, gibt es dominante und rezessive Gene aber was ist zB wenn sich 2 gleicherweise dominante Gene (von Mutter und Vater) gegenüberstehen? Zufall und/oder Mischung! So ist es doch mehr oder weniger (notwendigerweise) eine Art Zufall, die unser aller Aufbau bestimmt.

Der SPIEGEL schreibt:

"Der Mensch hat deutlich weniger Gene als bisher angenommen. Statt 40.000 verschiedener sind es höchstens 25.000, berichten Wissenschaftler des Humangenom-Projekts. Selbst der gemeine Ackerschmalwand, ein heimisches Unkraut, bringt es auf 27.000 Gene."

Selbst bei nur 27000 Genen ist die zufällige Vielfalt enorm. Es ist also statistisch gesehen eine umgebungsbeeinflusste zufällige Notwendigkeit, die unser aller Aufbau bestimmt.

Sie schrieben weiterhin im Thema "Irrtum: Die medizinische Behandlung wurde nicht eingestellt":

"Auch wenn gebetet wurde, die medizinische Behandlung in der Regel fortgesetzt."

Dies ist ein Satz ohne Verb, also ein Satz, der noch nicht die deutsche (oder deutschraumsprachige) Orthographie berücksichtigt. Falls Sie das Ziel haben, religiöse Menschen auf den einzig vernünftigen Weg (nämlich den des Atheismus) zu bringen, dann berücksichtigen Sie auch dies.

Ferner schrieben Sie:

"Diese Argumentation ist der Tod jeder Theologie
Wenn wir «Gott» nicht mit unserem Verstand erfassen können, dann ist jegliche Theologie müssig. Dann sollten wir sofort alle theologischen Fakultäten schliessen, denn es ist ja nicht möglich, dass der Mensch über «Gott» irgendeine Aussage machen kann. Damit ist jede Theologie zum Scheitern verurteilt und nichts als eine reine Zeit- und Geldverschwendung."

Es geht bei der Theologie weder um Verstand, noch um Wissenschaft. Ein Theologiestudium ist ein Pädagogikstudium. Es geht hierbei darum, nichtwissenschaftliche "Kenntnisse" zu vermitteln. Dabei spielt vorallem das Rhetorische eine komplexe Rolle.

Desweiteren in "Gottes Wege sind unergründlich - weitere Betrachtungen":

"Daher ist es sinnvoll anzunehmen, dass wir uns auf unseren Verstand und die daraus gewonnenen Erkenntnisse uneingeschränkt verlassen können. Wer dem widerspricht, muss gute und stichhaltige Gründe dafür vorweisen können."

Sie widersprechen sich. An anderer Stelle heißt es, dass sich selbst die Wissenschaft dem aktuellen Kenntnisstand anpasst. Und da unser Verstand (laut Ihren Argumentationen) auf wissenschaftlichen Erkenntnissen (die sich erneuern) aufbaut, müssen Sie zugeben, dass sich selbst unserer Verstand der Zeit anpasst und man sich darauf nicht uneingeschränkt verlassen kann.

Weiterhin ("Ich habe den einzig richtigen Glauben"):

"Und doch glauben viele, vor allem diverse christliche Sekten, sie hätten als einzige den richtigen Glauben. Nehmen wir zum Beispiel die Katholiken."

Wikipedia schreibt:

"Sekte (lat. secta "Richtung", von sequi, "folgen", in der Bedeutung beeinflusst von secare, "schneiden, abtrennen") ist eine ursprünglich wertneutrale Bezeichnung für eine philosophische, religiöse oder politische Gruppierung, die durch ihre Lehre oder ihren Ritus im Konflikt mit herrschenden Überzeugungen steht. Insbesondere steht der Begriff für eine von einer Mutterreligion abgespaltenen religiösen Gemeinschaft."

Wie Sie schon richtig bemerkten, ist der christliche Glaubensursprung in dersüdosteuropäischen/nordafrikanischen Region zu suchen, jedoch sind Katholiken keine Sekte, da sie bildlich gesprochen immer mit dem Strom geschwommen sind.

MfG, Dr. Hendrik Rausch


Da ich keine befriedigende Stellungnahme erhielt, lade ich hiermit alle interessierten zur Diskussion ein. Bitte berücksichtigen Sie, dass ich nicht die Zeit fand, alle Foreneinträge nach Überschneidungen zu durchsuchen.

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Re: Kritik per Email (abgewiesen, daher in Forum) (mrw)


Am 17.11.2008 13:29 schrieb mrw:

Am 14.11.2008 19:51 schrieb dr.rausch:
Da ich keine befriedigende Stellungnahme erhielt, lade ich hiermit alle interessierten zur Diskussion ein. Bitte berücksichtigen Sie, dass ich nicht die Zeit fand, alle Foreneinträge nach Überschneidungen zu durchsuchen.

Vielen Dank für den Eintrag im Forum.

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Sie schrieben unter dem Titel "Warum man Atheist sein sollte":
"Allen Religionen gemeinsam ist: Sie sind intolerant, auch wenn einige das zu relativieren und vertuschen versuchen."

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