Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Suizid [Re: Rollenspiel: Wenn ich Gott wäre] (torx)

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Diskussionsbeitrag:

Am 31.10.2008 10:53 schrieb torx:

Es ist nichts daran auszusetzen, dass du dieser Meinung bist.

Ich selber finde, es ist durchaus vorstellbar, dass nicht alles an die Zeit gebunden ist. Zeit selber ist ja auch ein bisschen relativ.

Nur mit einem deiner Sätze habe ich Mühe:

Ich finde wenn man schon die Hypothese Gott und die Hypothese Urknall miteinander verbindet, dann muss man auf die "zeitlosigkeit" verzichten und sagen: Schon immer da gewesen. Die "Zeitlosigkeit" bringt ja auch viele logische Probleme, und hilft dir nichts

Wen man davon ausgeht, dass der Urkanll ein Teil der Schöpfung ist, muss man Gott mit ihm verbinden.

Allerdings kann man nicht sagen, dass Gott zusammen mit der Zeit schon immer da war. Überleg mal folgendes: Wen die Zeit schon immer existiert hat, also unendlich weit zurückweicht. Dann hätten wir doch gar nie am heutigen Zeitpunkt ankommen können. Genau so wie du nicht von Null auf die Zahl "Unendlich" zählen kannst (ausser Chuck Norris, der kann das ;-) ), kannst du auch nicht aus der Unendlichkeit auf Null rückwärts zählen.

Reichte die Zeit unendlich weit zurück, wären wir nie beim "Heute" angekommen. Das ist für mich ein bestechender Hinweis darauf, dass die Zeit wie wir sie kennen einen Anfang hatte. Und dieser liegt (wie die Wissenschaft vermutet) beim Urknall.

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Re: Suizid [ Re: Rollenspiel: Wenn ich Gott wäre ] (gwendolan)


Am 31.10.2008 12:56 schrieb gwendolan:

Wen man davon ausgeht, dass der Urkanll ein Teil der Schöpfung ist, muss man Gott mit ihm verbinden.

Ja, aber du könntest, wenn du schon "Gott" in die Urknalltheorie einführst, auch gleich den Beginn der Zeit weiter vorverlegen.

Reichte die Zeit unendlich weit zurück, wären wir nie beim "Heute" angekommen. Das ist für mich ein bestechender Hinweis darauf, dass die Zeit wie wir sie kennen einen Anfang hatte. Und dieser liegt (wie die Wissenschaft vermutet) beim Urknall.

Die Wissenschaft vermutet allerdings auch, dass dein Gott mit dem ganzen nichts zu tun hatte. ;-) Ohne Zeit kann nichts passieren, auch keine göttliche Planung etc. Denn auch ein göttlicher Gedanke müsste von vorne nach hinten gedacht werden, usw. Ich kann mir nicht vorstellen, wie irgend etwas passieren soll, solange keine Zeit vergeht.

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Re: Suizid [ Re: Rollenspiel: Wenn ich Gott wäre ] (mrw)


Am 31.10.2008 14:42 schrieb mrw:

Diese Diskussion über Urknall, Zeitlosigkeit und ist ja ganz interessant. Sie zeigt aber einmal mehr, dass das Konzept des biblischen Gottes widersprüchlich ist. Unter anderem aus den folgenden zwei Gründen:

1. Bedenke: Eine Handlung ist ein Ablauf in der Zeit. Die Schöpfung ist eine Handlung. Also muss sie innerhalb der Zeit ablaufen. Ebenso wenn Gott vor der Schöpfung irgendwie handeln konnte.

2. Falls Gott wirklich über der Zeit stehen würde, warum bedauert er dann (bei Noah z.B.) die Menschen erschaffen zu haben? Warum reagiert er andauernd auf die Taten der Menschen? Wer über der Zeit steht, bedauert nie, denn er hat jederzeit die Macht, frühere Fehler zu korrigieren, so lange, bis alles in Ordnung ist. Gott hingegen muss immer im Nachhinein handeln, im Nachhinein reagieren. Wer über der Zeit steht erfindet auch keinen so komischen «Erlösungsplan», der aussieht wie ein Vorgehen nach «Versuch und Irrtum», denn er muss nicht erlösen. Statt Menschen brutal zu vernichten, die ihm nicht nach der Nase tanzen, hätte Gott einfach nachträglich deren Geburt verhindern können, und niemand hätte den Eingriff bemerkt, keine Bluttat wäre notwendig gewesen. Wenn es Gott reut, die Menschen erschaffen zu haben (und das steht z.B. bei Noah), kann er als zeitloses Wesen die Menschen ungeschehen machen, statt alle zu ersaufen, und es in einem zweiten Versuch besser machen.

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